Noch riecht es ein bisschen nach Farbe im frisch renovierten Winzerkär, aber das wird sicher bald verfliegen. 100 000 Euro hat es sich die Gemeinde kosten lassen, den denkmalgeschützten Gewölbekeller in Schuss zu bringen und besser auszustatten. Ziel ist, den Keller für Veranstaltungen attraktiver zu machen, was auch das Nutzungsspektrum erweitern soll. Das erhofft sich die Gemeinde. „Der Kär ist als erste Kultureinrichtung am Ort schon eine Nummer“, sagt Bürgermeister Johannes Henne.

Kleinere Arbeiten schon vor der dreiwöchigen Schließung

Walter Gruber, Bautechniker aus dem Ortsbauamt, hat als Bauleiter alle Arbeiten koordiniert. „Kleinere Arbeiten wurden schon vorab gemacht, wenn es ein paar Tage Pause zwischen Veranstaltungen gab, aber es war trotzdem sportlich, die Hauptarbeiten innerhalb von drei Wochen durchzuziehen“, berichtet er.

Stimmungsvoll oder auch ganz hell erleuchtet – die neue Beleuchtung kann beides.
Stimmungsvoll oder auch ganz hell erleuchtet – die neue Beleuchtung kann beides. | Bild: Gisela Keller

Nicht in alte Backsteine, sondern in Fugen gebohrt

Bei den Arbeiten mussten Vorgaben des Denkmalamtes eingehalten werden. „Wir haben darauf geachtet, so wenig wie möglich in die Bausubstanz einzugreifen“, erklärt Gruber. „Deshalb haben wir beispielsweise auch nicht in die alten Backsteine, sondern in die Fugen gebohrt, wenn etwas befestigt werden musste.“

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Feste Traverse vor dem Bühnenbereich

An der Decke vor dem Bühnenbereich ist jetzt eine Traverse fest installiert, also ein Metallträger, an dem bereits eine Grundausstattung an Scheinwerfern befestigt ist. Bei Bedarf könne weitere Veranstaltungstechnik hinzugebaut werden und sei auch sehr einfach anzuschließen, erklärt Gruber.

Die Traverse mit einigen Scheinwerfern ist jetzt fest installiert.
Die Traverse mit einigen Scheinwerfern ist jetzt fest installiert. | Bild: Gisela Keller

35 000 Euro für neue LED-Beleuchtung

Energieeffiziente LED-Beleuchtung hat überall im Kär die alte Beleuchtung abgelöst. Dafür hat die Gemeinde den weitaus höchsten Betrag investiert, 35 000 Euro. Die Deckenbeleuchtung macht bei Bedarf den Keller fast taghell. Indirekte Beleuchtung der Seitenwände, die aus neu in der Holzverkleidung an den Seiten verbauten Scheinwerfer kommt, erzeugt stimmungsvolles Licht. „Das sind RGB-Lampen“, erklärt Gruber.

Die Becken sind neu, dier Rest nicht. „Wir sind Schmalspur gefahren“, erklärte Bürgermeister Johannes Henne.
Die Becken sind neu, dier Rest nicht. „Wir sind Schmalspur gefahren“, erklärte Bürgermeister Johannes Henne. | Bild: Gisela Keller

Indirekte Beleuchtung per Touch-Panel steuerbar

Damit könne durch Mischen von rotem, grünem und blauem Licht ein breites Farbspektrum erzeugt werden. Gesteuert wird das Licht über ein Touch-Panel, das in der Küche an der Wand montiert ist. Andreas Haller von der Firma Bäzner zeigt, wie es funktioniert, und lässt den Kär abwechselnd in vielen Farben strahlen. Wenn man will, wechselt die Beleuchtung sogar im Takt der Musik automatisch die Farbe.

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Ursprüngliche Pläne hatten 500 000 Euro gekostet

„Wir sind die Schmalspurvariante gefahren“, fasst der Bürgermeister die Maßnahmen für die Beleuchtung und Renovierung zusammen. „Hätten wir alles gemacht, was beim anfänglichen Sanierungskonzept geplant war, hätten wir uns der halben Million genähert, jetzt kostet alles in allem 100 000 Euro.“ Außer der neuen Beleuchtung gibt es im Winzerkär jetzt neue Fenster für 10 000 Euro, Toiletten und Waschbecken wurden für insgesamt 7500 Euro ausgetauscht. Den Rest machen Maler- und Reparaturarbeiten und Nebenkosten aus.

Alle alten Fenster wurden gegen neue getauscht.
Alle alten Fenster wurden gegen neue getauscht. | Bild: Gisela Keller

Termin für Sanierung in Absprache mit Hauptnutzer

Letzte Veranstaltung im Winzerkär vor den Hauptarbeiten der Sanierung war das von Familie Töbel veranstaltete Konzert der A-cappella-Gruppe „baff“ am 18. Oktober. „Wir haben alles in Rücksprache mit den Hauptnutzern gemacht“, berichtet Henne. „Bei Axel Töbel kam es gut an und ich hoffe, es ist Ansporn für ihn weiterzumachen.“

Mit dem kleinen Panel an der Wand lässt sich die Beleuchtung steuern. Andreas Haller (Mitte) zeigt, wie das funktioniert. Silke Schlude, Johannes Henne, Irene Blania Nützel und Ulrich Kohler beobachten die Effekte.
Mit dem kleinen Panel an der Wand lässt sich die Beleuchtung steuern. Andreas Haller (Mitte) zeigt, wie das funktioniert. Silke Schlude, Johannes Henne, Irene Blania Nützel und Ulrich Kohler beobachten die Effekte. | Bild: Gisela Keller

Am Sonntag erste größere Veranstaltung

Als erste werden die Kinder aus dem Familientreff am heutigen Freitag nach ihrem Laternenumzug ein kleines Abschlussfest im renovierten Kär feiern. Irene Blania-Nützel und Silke Schlude vom Familientreff freuen sich schon drauf. Am Sonntag, 17. November gibt es die erste größere Veranstaltung: Der Förderverein für Sanitätsdienste lädt zum Schlachtplatte-Essen ein.