Wetterextreme wie Starkregen und Stürme wirken sich zunehmend auf die Arbeit der Feuerwehr aus. Von den 97 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Immenstaad im Jahr 2017 standen 56 im Zusammenhang mit diesen Wetterextremen. Mit zusätzlicher Ausrüstung, die teilweise auch Betroffenen zur Selbsthilfe zur Verfügung gestellt werden kann, will sich die Feuerwehr in die Lage versetzen, hier noch besser helfen zu können.

Am 8. Juli gingen schwere Gewitter mit Sturm und Starkregen über Immenstaad nieder. "Es hat uns mächtig getroffen", berichtete Kommandant Claus Mecking bei der Hauptversammlung der Wehr. "Wenn man Immenstaad in Relation zu Fläche und Bevölkerung betrachtet, traf es uns genauso stark wie Friedrichshafen."' Zahlreiche Bäume waren abgeknickt oder entwurzelt worden, etliche Keller standen unter Wasser, ebenso die Hersberg-Unterführung. Um 17.36 Uhr ging an diesem Tag der erste Alarm ein, bis 0.30 Uhr waren 25 Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Rund 40 Einsätze wurden an diesem Tag gezählt. "Erste Priorität hatte es, die Verkehrswege freizumachen", erklärte Mecking. "Wir mussten ja dafür sorgen, dass die Rettungsdienste bei Notfällen durchkommen." Die letzten Helfer seien erst um 3.30 Uhr ins Feuerwehrhaus zurückgekehrt.

Erst am Morgen nach dem Sturm wurde das wahre Ausmaß der Schäden sichtbar. Nicht nur dieser Baum an der B 31, sondern mehr als 50 weitere fielen dem Sturm zum Opfer.
Erst am Morgen nach dem Sturm wurde das wahre Ausmaß der Schäden sichtbar. Nicht nur dieser Baum an der B 31, sondern mehr als 50 weitere fielen dem Sturm zum Opfer.

Noch nicht einmal vier Wochen waren vergangen, als ein Wetterphänomen die Feuerwehr wieder sehr viele Stunden Arbeit verschaffte: Am 2. August brachte extremer Wind, möglicherweise ein Tornado, in einem etwa einen Kilometer breiten Streifen, der von der B 31 bei Schloss Hersberg entlang der Strandbadstraße bis zum See reichte, 50 bis 60 Bäume zu Fall. Die Feuerwehr wurde um 3.26 Uhr alarmiert und war mit 26 Einsatzkräften bis 7 Uhr früh damit beschäftigt, Bäume zu beseitigen, die auf der Straße lagen. Einige Feuerwehrleute waren bis zum Mittag im Einsatz.

"2015 standen nach Starkregen die B 31 und Teile der Meersburger Straße unter Wasser, 2017 hatten wir zwei Extremereignisse in kurzem Abstand", sagte der Feuerwehr-Kommandant. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir es häufiger mit solchen Ausnahmesituationen zu tun haben werden." Auch Kreisbrandmeister Henning Nöh sieht das so: "Wir werden immer mehr Wetterereignisse haben, Hochwasser, Starkregen und Sturm, bei denen wir den Menschen zu Hilfe kommen müssen."

Kommandant Claus Mecking (links) begrüßte nach gutem Brauch die Neumitglieder der Wehr per Handschlag. Es sind (von links) Mona Kayan, Nora Nicklaus, Rainer Beck, Christian Morlock, Tanja Tierbach und Gerd Wiggenhauser.
Kommandant Claus Mecking (links) begrüßte nach gutem Brauch die Neumitglieder der Wehr per Handschlag. Es sind (von links) Mona Kayan, Nora Nicklaus, Rainer Beck, Christian Morlock, Tanja Tierbach und Gerd Wiggenhauser. | Bild: Gisela Keller

Dabei soll auch ein neuer Gerätewagen Transport (GWT) unterstützen, der dieses Jahr beschafft werden soll. "Das Fahrzeug kann sehr flexibel eingesetzt werden", erklärt Mecking. Je nach Einsatzfall könne man es schnell mit Rollcontainern beladen, in denen sich jeweils passende Ausrüstung befindet. Zum Auspumpen von Kellern benutzt die Wehr derzeit einen Wassersauger mit integrierter Pumpe. Jetzt ist die Beschaffung mehrerer handelsüblicher Tauchpumpen zusätzlich geplant, die in einem der Rollcontainer bereit gehalten werden sollen. "Nach kurzer Einweisung können die auch von den Bürgern selbst eingesetzt werden", erläutert Mecking. Dadurch werde es möglich, mehrere Keller gleichzeitig auszupumpen, ohne Einsatzkräfte mit dieser Arbeit zu blockieren. Sie könnten sich um andere Aufgaben kümmern. Bürgern, deren Keller immer wieder nach starkem Regen unter Wasser steht, empfiehlt Mecking, auch selbst Vorsorge für solche Fälle zu treffen.

Zahlen und Personalien aus der Feuerwehr

Die Feuerwehr Immenstaad hat 48 aktive Mitglieder, hinzu kommen 37 Mitglieder der Alters- und Reservemannschaft und 18 Angehörige der Jugendfeuerwehr.

  • Einsätze 2017:97 Mal war die Feuerwehr 2017 im Einsatz. 79 Einsätze fielen in die Kategorie technische Hilfeleistungen, 56 davon standen im Zusammenhang mit Unwetter, Hochwasser oder Sturm. Fünfmal rückte die Wehr wegen Kleinbränden aus.
  • Leitung: Kommandant der Feuerwehr ist Claus Mecking, Stellvertreter sind Martin Stett und – neu gewählt – Timo Rosczyk. Claus Mecking kündigte an, im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl antreten zu wollen.
  • Ehrungen: Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurde Marco Rück mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet, Thomas Mecking und Claus Mecking erhielten jeweils für 40 aktive Dienstjahre das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold. Thomas Mecking wurde außerdem zum Ehrenmitglied ernannt. Diese seltene Auszeichnung gab er bei der Feuerwehr Immenstaad zuletzt im Jahr 2000.
  • Funktionsträger: Neue Jugendwarte sind Magnus Fiedler und Jan Kießling. Ihre Vorgänger Marco Dikreuter und Marcel Zwirner engagieren sich weiter in der Wehr. Marco Dikreuter ist jetzt für die Atemschutzfortbildung zuständig. Markus Engelen übernimmt die Maschinistenfortbildung, Winfried Schmid-Brügel die Drehleitermaschinistenfortbildung. Neuer Gerätewart ist Gerd Wiggenhauser.
  • Neuzugänge: Als neue Mitglieder aufgenommen wurden Rainer Beck, Mona Kayan, Christian Morlock, Nora Nicklaus, Tanja Tierbach und Gerd Wiggenhauser.
  • Beförderungen: Befördert wurden Lennart Präger und Jonas Eberle zu Feuerwehrmännern, Jan Kießling zum Oberfeuerwehrmann und Meinrad Schneider zum Hauptfeuerwehrmann. Timo Roscyk wurde zum Brandmeister ernannt, Martin Stett zum Oberbrandmeister.
Auszeichnungen gab es von Kreisbrandmeister Henning Nöh (2. von rechts) und Günther Laur (4. von rechts) für Claus Mecking, Thomas Mecking und Marco Rück (vorn, von links). Bürgermeister Johannes Henne (links) ernannte Thomas Mecking zum Ehrenmitglied.
Auszeichnungen gab es von Kreisbrandmeister Henning Nöh (2. von rechts) und Günther Laur (4. von rechts) für Claus Mecking, Thomas Mecking und Marco Rück (vorn, von links). Bürgermeister Johannes Henne (links) ernannte Thomas Mecking zum Ehrenmitglied. | Bild: Gisela Keller