Fünf Jahrhunderte lang schwammen auf dem Bodensee bis zu 150 große Lastensegler. Sie transportierten Waren aller Art und auch Menschen. Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand dieser Schiffstyp mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt komplett – bis der Immenstaader Rolf Hiß die Idee entwickelte, wieder einen dieser historischen Lastensegler auf den See zu bringen.

Die Lädine ist mit dem großen Rahsegel auf dem das Immenstaader Wappen prangt, ein einzigartiger Hingucker auf dem See und Werbeträger für Immenstaad und den Bodensee. Bild: Gisela Keller
Die Lädine ist mit dem großen Rahsegel auf dem das Immenstaader Wappen prangt, ein einzigartiger Hingucker auf dem See und Werbeträger für Immenstaad und den Bodensee. Bild: Gisela Keller | Bild: Gisela Keller

Viele Jahre arbeitete Hiß hartnäckig an der Umsetzung dieser Idee. Vor 30 Jahren, am 12. November 1988, gründete er mit einigen Mitstreitern den Lädinenverein. Gut zehn Jahre und viele Rückschläge später wurde am 8. Mai 1999 die Lädine St. Jodok getauft. Seither haben schon Zehntausende Passagiere eine Ausfahrt mit dem einzigartigen Schiff genossen.

Die Lädine wird zum Transport vorsichtig auf dem Hänger abgelegt.
Die Lädine wird zum Transport vorsichtig auf dem Hänger abgelegt. | Bild: Lädinenverein

Zur Feier des Vereinsjubiläums lud die heutige Vorsitzende Ursula van Endert die Vereinsmitglieder und Förderer zu einer Feier in den Bürgersaal ein. „Ich kann den Verein zu seinem Mut nur beglückwünschen“, sagte Bürgermeister Johannes Henne und versprach dem Verein auch für die Zukunft die Unterstützung der Gemeinde.

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„Mit der Lädine hat Immenstaad ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, sagte Henne und fügte hinzu: „Mit dem Immenstaader Wappen auf dem Segel ist sie auf dem ganzen See ein Werbeträger für unsere Gemeinde.“

Diese Persönlichkeiten spielten in der Lädinengeschichte eine wichtige Rolle – oder werden auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen (von links): Ludwig Gebhard, Christophe Schneider, Ulrich Müller, Monique Brunel-Schneider, Johannes Henne, Jürgen Beisswenger, Elisabeth Hiß, Ulrike van Endert, Ruth Dierenbach und Rolf Hiß.
Diese Persönlichkeiten spielten in der Lädinengeschichte eine wichtige Rolle – oder werden auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen (von links): Ludwig Gebhard, Christophe Schneider, Ulrich Müller, Monique Brunel-Schneider, Johannes Henne, Jürgen Beisswenger, Elisabeth Hiß, Ursula van Endert, Ruth Dierenbach und Rolf Hiß. | Bild: Gisela Keller

Bürgermeister a.D. Jürgen Beisswenger berichtete von der Faszination, die ihn bei einem Besuch im Wohnzimmer der Familie Hiß beim Anblick eines Lädinenmodells befiel. Von diesem Moment an hat er sich für den Bau der Lädine eingesetzt.

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Beisswenger erinnerte auch an die vielen Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, bis mit dem Bau begonnen werden konnte, und sehr vielen Arbeitsstunden, die von besonders engagierten Mitgliedern des Vereins in Eigenleistung erbracht wurden.

Elisabeth Hiß hat von Anfang die Idee zum Lädinenbau tatkräftig unterstützt und war auch lange Zeit im Verein und auf dem Schiff aktiv. Die Bürgermedaille in Bronze hat sie mehr als verdient.
Elisabeth Hiß hat von Anfang die Idee zum Lädinenbau tatkräftig unterstützt und war auch lange Zeit im Verein und auf dem Schiff aktiv. Die Bürgermedaille in Bronze hat sie mehr als verdient. | Bild: Gisela Keller

Ulrich Müller, damals Verkehrs- und Umweltminister in Baden-Württemberg, hat die Finanzierung der Lädine mit den richtigen Ratschlägen und durch seinen persönlichen Einsatz auf den richtigen Weg gebracht. „Es war ja eigentlich eine fixe Idee – eigentlich spinnert“, sagte er beim Jubiläum, „Gut, dass es Leute gab, die mit großer Zähigkeit an dieser Idee festhielten.“ Beim Lädinenbau hat auch Müller mit Hand angelegt und Ballaststeine geschleppt. Seine Frau Sylvia hat das Schiff getauft. „Es ist etwas Einmaliges – Ihre Nachbargemeinden beneiden Sie darum“, sagte Müller zu den Festgästen.

Für ihre vielen Verdienste im Lädinenverein überreichte Bürgermeister Johannes Henne die Bürgermedaille in Bronze an Monique Brunel-Schneider.
Für ihre vielen Verdienste im Lädinenverein überreichte Bürgermeister Johannes Henne die Bürgermedaille in Bronze an Monique Brunel-Schneider. | Bild: Gisela Keller