Die Straßen sind festlich mit Blumen und gelb-weißen Fahnen geschmückt, als der Musikverein Immenstaad dem neuen Weihbischof Peter Birkhofer das Geleit in die Kirche gibt. "Wir sind sehr stolz und glücklich, jetzt einen eigenen Weihbischof in der Gemeinde zu haben", begrüßte Pfarrer Matthias Schneider, Vorsitzender der katholischen Seelsorgeeinheit Meersburg, den Gast.

In seiner Predigt mahnt der Bischof, dass der Auferstehungsglaube immer die ganze Welt im Blick haben muss.
In seiner Predigt mahnt der Bischof, dass der Auferstehungsglaube immer die ganze Welt im Blick haben muss. | Bild: Corinna Raupach

Der 53-jährige Birkhofer stammt aus Immenstaad und wurde am 15. April als Weihbischof eingesegnet. Er dankte der Gemeinde, die ihm den Weg zu einem Leben im Glauben gewiesen habe. Er hat sie daher in sein Bischofswappen aufgenommen: "Da ist eine Birke mit langen Wurzeln und eine Muschel, das Zeichen des Heiligen Jodokus, des Namenspatrons unserer Kirche. Sie ist blau und erinnert damit an den Bodensee und an das Wasser der Taufe."

Viele Momente, die ihn bewegt haben

In seiner Predigt schlägt er einen weiten Bogen von Immenstaad in die Weltkirche. Er erzählt von Momenten, die ihn bewegt haben: wie Ordensschwestern in Homs verletzte Kinder das Laufen lehren etwa oder wie die Caritas in Jordanien Flüchtlinge versorgt. Sein Motto lautet "Radicati in Caritate" – "verwurzelt in der Liebe", und für Birkhofer gilt diese Liebe und damit die Verantwortung der Christen der ganzen Welt. "Daher kann uns die Urwaldzerstörung im Amazonas nicht gleichgültig sein, nur weil dort Rinderfarmen für billige Burger errichtet werden." Er bittet die Gemeinde auch weiter um ihr Gebet und ihre Begleitung.

Von Bürgermeister Johannes Henne bekommt Peter Birkhofer eine Schnitzarbeit in Form eines Apfels.
Von Bürgermeister Johannes Henne bekommt Peter Birkhofer eine Schnitzarbeit in Form eines Apfels. | Bild: Corinna Raupach

Beim Empfang im Bürgersaal erinnerte Thomas Birkhofer daran, dass sein älterer Bruder schon als Kind am liebsten Kirche spielte und ein großes Herz für kleine Tiere hatte. Pfarrer Schneider dankt dem Bischof für die eindrückliche und an der Weltkirche ausgerichtet Predigt. Er überreichte dem Bischof ein Brustkreuz – die Kette dazu stiftete die bürgerliche Gemeinde. Bürgermeister Johannes Henne gratuliert zur Bischofsweihe. "Diese Weihe ist auch ein Zeichen, dass Ihr Wirken, Ihr Rat und Ihr Tun von großer Bedeutung ist für die katholische Kirche und für die Christen in der Welt." Der evangelische Pfarrer Martin Egervari wünscht sich, dass Birkhofer weiter für die Ökumene eintritt.

Vor dem Empfang im Bürgersaal gibt der Musikverein noch ein Ständchen.
Vor dem Empfang im Bürgersaal gibt der Musikverein noch ein Ständchen. | Bild: Corinna Raupach