Mit ihrer Idee für einen Naturkindergarten hat Tatjana Cacciatore bei anderen Familien einen Nerv getroffen und Begeisterung geweckt. Aus der Idee ist ein Verein entstanden, der möglichst bald den Naturkindergarten „Waldveda„ realisieren möchte. Dafür werden noch ein passendes Grundstück und Sponsoren gesucht.

Das könnte Sie auch interessieren

In das Konzept seien Dinge eingeflossen, die sie während ihres Studiums der Kindheitspädagogik im Bachelor und der Sozialen Arbeit im Master gelernt habe, erzählt Tatjana Cacciatore. Hinzugekommen seien ihre Erfahrungen bei der Arbeit während des Studiums in einem Waldkindergarten sowie anschließend als stellvertretende Leiterin einer Kinderkrippe: „Mir hat dabei einfach etwas gefehlt.“ Wie ihr gehe es auch vielen anderen, die in Kitas tätig seien. Deshalb habe sie bereits mehrere Anfragen von Fachkräften bekommen, die bei „Waldveda„ mitarbeiten möchten.

Das könnte Sie auch interessieren

In welchen Punkten soll sich Waldveda von Regelkindergärten oder und bestehenden Waldkindergärten unterscheiden?

  • Naturpädagogischer und anthroposophischer Ansatz: „Die Natur ist für uns ein Pädagoge“, erklärt Tatjana Cacciatore. „Im Spiel mit einer natürlichen Umwelt entwickeln Kinder ein Bewusstsein für die natürlichen Kreisläufe und ein natürliches Leben. Außerdem lernen Kinder ihre natürlichen Fähigkeiten und Grenzen kennen.“
  • Freies Lernen: Lernen bedeute für sie das gleiche wie spielen, erklärt Cacciatore weiter. Kinder sollen deshalb im Naturkindergarten ohne Zwang selbst entscheiden dürfen, womit sie sich beschäftigen möchten und wann sie das tun. Cacciatore erklärt: „Wenn uns ein Kind zum Beispiel zeigt, dass es gerade Blätter unheimlich spannend findet, dann werden wir das Kind dabei unterstützen, noch mehr über Blätter zu lernen.“
  • Alltag mit mehreren Generationen: Neben den Fachkräften sollen auch Eltern und Senioren am Kindergartenalltag teilnehmen dürfen, wann immer sie es möchten. „Wie in einer Familie wollen wir mehrere Generationen vereinen“, sagt Cacciatore. „Wir wollen die gemeinsame Zeit genießen und uns gegenseitig den Rückhalt dieser Gemeinschaft geben.“
  • Permakultur-Projekte: Gemeinsam mit den Kindern soll ein Garten nach den Prinzipien der Permakultur angelegt werden, um nachhaltig zu gärtnern. Obst, Gemüse und Kräuter sollen genascht werden dürfen.
  • Streichelzoo: Auf dem Gelände des Naturkindergartens sollen Kleintiere wie Meerschweinchen oder Hasen gehalten werden. Die Kinder sollen lernen, wie man mit diesen Tieren umgeht und auch, wie man Verantwortung übernimmt.
  • Natürliche Umgebung: Der Verein ist auf der Suche nach einem Grundstück, das den Kindern eine natürliche Umgebung bietet. „Eine große Wiese mit Büschen und Bäumen wäre ideal“, sagt Cacciatore. Dort solle ein Bauwagen, ein „tiny house“, also ein kleines Haus auf Rädern, oder auch ein Tipi aufgestellt werden. „Wir haben uns gemeinsam mit einem Makler vor ein paar Tage drei möglicherweise geeignete Grundstücke angeschaut“, berichtet die Initiatorin.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören Eltern mit kleinen Kindern, aber nicht nur: So ist der Sohn von Kommunikationsberater Reinhard Keller längst erwachsen. Aber weil Keller von Cacciatores Konzept überzeugt ist und sich auch darüber freut, dass es die Generationen zusammen bringen soll, möchte er mithelfen, es umzusetzen. Auch wenn er weiß, dass es nicht einfach wird. „Beim Umsetzen einer guten Idee stellt man oft fest: Da ist die Vision, die man hat und da ist die Welt und muss beides vereinen“, so Keller. Weil aber genügend begeisterte Leute mit sich ergänzenden Fähigkeiten dabei seien, ist er überzeugt: „Wir können das stemmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Waldkindergärten in der Umgebung

Alle nachfolgend genannten Waldkindergärten betreuen Kinder von drei bis sechs Jahren von montags bis freitags jeweils vormittags. Teilweise werden verlängerte Öffnungszeiten bis 13.30 Uhr angeboten. Einige Waldkindergärten bieten zusätzlich an mehreren Tagen Spielgruppen an.