Kostenfreier Zugang zum Internet, überall im Dorf und das auch noch unkompliziert und für jeden? Carsten Stock aus Kippenhausen erklärte bei der Hauptversammlung der Tourismusgemeinschaft, wie jeder mit Internet-Anschluss dazu beitragen kann, dass dies gelingen kann.

Mit Begeisterung schon 20 Kippenhausener angesteckt

Mit seiner Begeisterung für die Idee der Initiative Freifunk hat Stock in Kippenhausen bereits 20 weitere Mitbürger angesteckt, die inzwischen einen Freifunk-Router aufgestellt haben. In Immenstaad sind es sechs. Die Chancen stehen gut, dass es bald mehr werden: Das Interesse der Immenstaader Gastgeber war jedenfalls groß.

"Geste der Gastfreundschaft"

"Freifunk ist eine Geste der Gastfreundschaft. Jeder kann mitmachen und das Netz erweitern", begann Stock seinen Vortrag. Er erklärte, wie sich die Idee vom unabhängigen Bürgernetz in die Tat umsetzen lässt: Man brauche dazu einen Freifunk-Router, auf dem ein spezielles Programm installiert ist, und eine Steckdose. Kompatible Router gebe es ab etwa 20 Euro, leistungsfähigere kosten etwa 45 Euro. Der Strom für den Betrieb koste jährlich zwischen 4 und 10 Euro.

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Der eigene Internetanschluss, an den der Freifunk-Router angeschlossen wird, diene lediglich zum Durchleiten an einen Netzknoten (Gateway-Server) von Freifunk. Dabei werde ein abgeschotteter Tunnel genutzt, eine sogenannte VPN-Verbindung, erklärte Stock. Deshalb müsse sich auch niemand Sorgen machen, dass jemand darüber Zugang ins eigene Netz bekommen könnte. Die Verbindung zum Internet stelle erst der Freifunk-Server her, sodass auch nur dessen IP-Adresse zurückverfolgt werden könne.

Keine Gefahr für Missbrauch

Das sei auch vor dem Hintergrund der Haftung bei missbräuchlicher Nutzung wichtig, erklärte Stock: "Wenn eine Abmahnung kommen sollte, geht diese an Freifunk." Dann fasste er zusammen: "Freifunk ist für private Betreiber sicher. Ihre Gäste surfen ganz legal." Wie viel der vorhandenen Bandbreite der Freifunk-Router nutzen dürfe, könne jeder selbst bestimmen und einstellen.

Gasthof "Adler" bei Freifunk dabei

Der Gasthof "Adler" gehört zu den wenigen Anbietern von Freifunk in Immenstaad. "Wir fahren zweigleisig", erklärte Simone Kobl, "mit dem Netz für unsere Hausgäste, bei dem man sich über ein Codewort anmeldet, und zusätzlich Freifunk ohne Passwort". Weil das so unkompliziert sei, würden auch viele Hausgäste gern den Freifunk-Zugang nutzen, ergänzte sie. Das funktioniere gut und reibungslos: "Unsere Gäste sind zufrieden."

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"Netz braucht viele, die sich miteinander verbinden"

Wenn viele gleichzeitig Freifunk nutzen, etwa Besucher von Veranstaltungen im nahen Winzerkär, könne diese Verbindung langsam werden, ergänzte Carsten Stock. Die Begrenzung der Bandbreite für den Freifunk-Router sorge dafür, dass die Geschwindigkeit des Internetzugangs über das Hausnetz durch rege Freifunk-Nutzung nicht beeinträchtigt werde. "Ein Router ist ein Anfang", sagte Carsten Stock. "Für ein flächendeckendes Netz braucht es viele, die sich miteinander verbinden."