Das Helfer-vor-Ort-Projekt (HvO) ist eines der wichtigsten Aushängeschilder des Ortsvereins des DRK. Seit 2008 werden die ehrenamtlichen Helfer von der Rettungsleitstelle bei medizinischen Notfällen in Immenstaad parallel zum Regelrettungsdienst alarmiert. Jetzt haben die Helfer als Ersatz für das in die Jahre gekommene Einsatzfahrzeug ein nagelneues bekommen. Beim Tag der offenen Tür wurde es offiziell in Dienst gestellt. Die Kosten von rund 10 000 Euro haben jeweils zur Hälfte die Gemeinde und der Förderverein für Sanitätsdienste in Immenstaad übernommen.

Christiane Hirt
Christiane Hirt | Bild: Gisela Keller

Schauübung als erster Einsatz für das neue Fahrzeug

Das alte und das neue Fahrzeug kamen bei einer Schauübung zum Einsatz, die zeigte, wie HvO, Regelrettungsdienst und Feuerwehr zusammenarbeiten. Das Übungsszenario: Eine Reparatur, bei der am alten Einsatzfahrzeug ein Rad abmontiert worden war, wurde zum Verhängnis. Weil der Wagenheber nachgegeben hat, ist das Unfallopfer mit den Beinen unter dem Fahrzeug eingeklemmt und stöhnt vor Schmerzen. Nachdem der Notruf eingegangen ist, hat die Leitstelle Rettungsdienst und HvO parallel alarmiert.

Der Helfer vor Ort ist eingetroffen und macht sich ein Bild von der Lage: Die Beine des Unfallopfers sind unter dem Auto eingeklemmt und verletzt. Die junge Ersthelferin hat schon einen Verband angelegt.
Der Helfer vor Ort ist eingetroffen und macht sich ein Bild von der Lage: Die Beine des Unfallopfers sind unter dem Auto eingeklemmt und verletzt. Die junge Ersthelferin hat schon einen Verband angelegt. | Bild: Gisela Keller

Der HvO trifft wenige Minuten nach Alarmierung ein, verschafft sich ein Bild von der Lage, informiert die Leitstelle, dass auch technische Hilfe durch die Feuerwehr benötigt wird und beginnt mit der Erstversorgung des Patienten.

Der Patient ist ansprechbar und hat Schmerzen. Der Helfer vor Ort hat die Leitstelle informiert, dass auch die Feuerwehr gebraucht wird und prüft den Puls.
Der Patient ist ansprechbar und hat Schmerzen. Der Helfer vor Ort hat die Leitstelle informiert, dass auch die Feuerwehr gebraucht wird und prüft den Puls. | Bild: Gisela Keller

Bei der Übung trifft als nächstes der Rettungswagen ein, kurz darauf die Feuerwehr. HvO und Rettungsdienst kümmern sich um den Patienten, die Feuerwehr darum, das Auto sicher anzuheben.

Die Feuerwehr hat das Auto angehoben und gesichert. Das Unfallopfer wird geborgen.
Die Feuerwehr hat das Auto angehoben und gesichert. Das Unfallopfer wird geborgen. | Bild: Gisela Keller

Nun kann das Unfallopfer geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Arbeit des Helfers vor Ort und der Feuerwehr ist beendet. Den Transport übernehmen die Rettungssanitäter.
Die Arbeit des Helfers vor Ort und der Feuerwehr ist beendet. Den Transport übernehmen die Rettungssanitäter. | Bild: Gisela Keller

Im Durchschnitt mehr als fünf Minuten vor dem Rettungsdienst vor Ort

"Keine vier Minuten nach Alarmierung traf 2017 der HvO am Notfallort ein", berichtete der Vorsitzende des Ortsvereins, Sven Volk. "Im Durchschnitt war das fünf Minuten und 44 Sekunden vor dem Regelrettungsdienst." Diese Zeit sei besonders wertvoll, wenn der Zustand des Patienten lebensbedrohlich ist: Die HvO können lebensrettende Basismaßnahmen vornehmen. "Wir machen im Jahr fünf bis sechs Wiederbelebungen", schilderte Sven Volk.

Zehn HvO-Einsätze binnen 24 Stunden

Die ehrenamtlichen Helfer standen 2017 an 286 Tagen zur Verfügung, brachten dabei 5258 Stunden auf und waren 142 Mal im Einsatz, ist von Volk außerdem zu erfahren. "Es gab auch mal zehn HvO-Einsätze innerhalb von 24 Stunden."

Auch Bambini und Rettungshundestaffel zeigen ihre Kenntnisse

Dass der DRK-Ortsverein auch sehr gute Jugendarbeit leistet, bewiesen die "Bambini" nicht nur als Sieger im jüngsten Kreis-Wettbewerb, sondern auch bei einer eigenen Schauübung.

Erik hat sich beim Sturz vom Fahhrad verletzt. Gut, dass Annika und Max beim Jugendrotkreuz gelernt haben, was jetzt zu tun ist.
Erik hat sich beim Sturz vom Fahhrad verletzt. Gut, dass Annika und Max beim Jugendrotkreuz gelernt haben, was jetzt zu tun ist. | Bild: Gisela Keller

Auch die Rettungshundestaffel aus Wangen demonstrierte am Tag der offenen Tür eindrucksvolle Beispiele ihrer Arbeit.

Nanja von der Hundestaffel des DRK in Wangen hat einen guten Job gemacht und ihrem Hundeführer Simon Weiland gezeigt, wo die vermisste Person, die Nicole Zeiger mimt, sich versteckt hat.
Nanja von der Hundestaffel des DRK in Wangen hat einen guten Job gemacht und ihrem Hundeführer Simon Weiland gezeigt, wo die vermisste Person, die Nicole Zeiger mimt, sich versteckt hat. | Bild: Gisela Keller