„Mit Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Bad aufgrund Personalmangels und Krankheit vom 6. Mai bis voraussichtlich 2. Juni geschlossen ist.“ So steht es auf der Internetseite des Aquastaad in Immenstaad. Gleich darunter findet sich ein Hinweis zu den Stellenangeboten. Gesucht werden „dringend“ ein stellvertretender Betriebsleiter, ein Fachangestellter für Bäderwesen und Rettungsschwimmer – und das schon seit Monaten und ohne Erfolg. Denn Ursache für die unfreiwillige Schließung ist schlichtweg zu wenig Personal. Aktuell sind 2,5 Stellen nicht besetzt.

Überstunden abbauen

Eigentlich war geplant, die Öffnungszeiten im Mai nur einzuschränken. Montags sollte das Bad ganztags geschlossen bleiben, dienstags und donnerstags wenigstens am Nachmittag ab 13 Uhr geöffnet sein. Nun sei aber noch ein Vollzeit-Mitarbeiter erkrankt, erklärt Bürgermeister Johannes Henne die schwierige Situation. Und die Überstunden-Konten der anderen Mitarbeiter seien bereits voll.

Damit das Aquastaad-Personal nicht schon ausgelaugt in die Freibadsaison startet, habe die Verwaltung in Abstimmung mit dem Gemeinderat beschlossen, im Mai das Bad zu schließen. So könnten die Mitarbeiter Überstunden abbauen und hoffentlich fit in den Sommerbetrieb gehen. Dass die Entscheidung vom Gemeinderat mit getragen wird, bestätigt Angelika Bauser-Eckstein von den Grünen. Sie räumt ein, im Moment schon auch böse Mails oder Anrufe von Immenstaadern zu bekommen. „Aber wir stehen da voll hinter der Verwaltung. Das geht im Moment nicht anders.“

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„Dabei haben wir wirklich Glück, dass die Pfingstferien in diesem Jahr erst im Juni sind und die Prognose noch kein Freibadwetter verheißt“, sagt Johannes Henne. Für die Ferienzeit sei es leichter, Rettungsschwimmer zu finden, weil dann Schüler und Studenten als Aushilfen dazu kommen. Aber die Gemeinde will freilich auch außerhalb der Ferien das Aquastaad möglichst wie gewohnt von 8.30 Uhr bis 19 Uhr abends zuverlässig öffnen. Ob das in dieser Saison gelingt, könne er derzeit nicht versprechen, gibt der Bürgermeister ehrlich zu. „Wir sind nicht die einzige Gemeinde, die mit dem Personalproblem im Bäderbereich zu kämpfen hat.“

Weiter Schwimmunterricht

Vorerst sei die Gemeinde bemüht, das Beste aus der Situation zu machen. So findet der Schwimmunterricht für die Schulkinder auch im Mai statt, und die DLRG könne im Wesentlichen weiter trainieren. Spätestens ab Pfingsten soll das Aquastaad wieder öffnen. Derzeit sind auch im Juni eingeschränkte Öffnungszeiten geplant. Wie es dann weiter geht, könne er noch nicht sagen.

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Das Rathaus versuche mit Hochdruck, eine Lösung zu finden. Man habe beispielsweise private Dienstleister und andere Kommunen kontaktiert und personelle Unterstützung angefragt. Mitarbeiter des Bauhofs werden bei den technischen Aufgaben im Aquastaad helfen. Priorität habe, ab Juni das Bad wie gewohnt zu öffnen, also den Betrieb draußen und drinnen parallel zu bewerkstelligen. Sei aber weiterhin nicht genügend Personal da, könne es sein, dass das Hallenbad zeitweise oder sogar ganz im Sommer zugunsten des Freibadbetriebs schließen wird. Denn vier Rettungsschwimmer werden draußen mindestens gebraucht, um die Sicherheit im Badebetrieb zu gewährleisten. „Wir werden uns von Monat zu Monat hangeln“, so Henne.

Regelung für Saisonkarten

Ärger droht noch an einer anderen Front. Die Gemeinde hat die Preise der Saisonkarten für Erwachsene (von 72 auf 80 Euro) und Familien (von 157 auf 175 Euro) erhöht. Das kommt in Verbindung mit der Badschließung im Mai nicht gut an. „Wir werden im Gemeinderat beraten, ob es Vergünstigungen oder eine teilweise Rückerstattung nach der Saison gibt“, so Henne.

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Und dann? Bisher war der Gemeinderat der Meinung, dass der Betrieb des Aquastaad in der Hand der Gemeinde bleiben soll. Einen privaten Dienstleister zu beauftragen wie in Heiligenberg oder Langenargen, das war bisher nicht gewollt. Eine politische Diskussion über das Thema will der Bürgermeister nun nicht mehr ausschließen. „Wir brauchen eine langfristige stabile Lösung.“