Eltern, die für ihre Kinder an der Stephan-Brodmann-Schule die Betreuungsangebote außerhalb der Unterrichtszeit in Anspruch nehmen, müssen künftig dafür tiefer in die Tasche greifen: Die Gebühren werden zum Beginn des Schuljahres um etwa ein Drittel steigen. Die Stephan-Brodmann-Schule ist eine zweizügige Grundschule mit Ganztagsangebot. Schüler können hier von 7.15 Uhr bis 17.30 Uhr betreut werden.

Hauptgrund sind steigende Personalkosten

Die Kosten für die Schülerbetreuung seien seit der zuletzt 2013 erfolgten Gebührenanpassung stetig gestiegen, hauptsächlich aufgrund steigender Personalkosten, erklärte Cristina La Rossa von der Finanzverwaltung dem Gemeinderat in der ersten Sitzung nach der Sommerpause. An der Stephan-Brodmann-Schule werden Frühbetreuung, Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenbetreuung, Nachmittagsbetreuung sowie Ferienbetreuung in Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien angeboten.

Die Stephan-Brodmann-Schule in Immenstaad ist eine zweizügige Grundschule mit Ganztagsangebot.
Die Stephan-Brodmann-Schule in Immenstaad ist eine zweizügige Grundschule mit Ganztagsangebot. | Bild: Lippisch, Mona

Auf Basis einer Neukalkulation schlug die Verwaltung eine Anhebung der Gebühren für alle Betreuungsformen um ein Drittel vor. Mit dieser Erhöhung werde ein Kostendeckungsgrad von 80 Prozent erreicht. Knapp 24 000 Euro von den tatsächlich für die Betreuung anfallenden Kosten seien danach noch als sogenannter Abmangel von der Gemeindekasse zu tragen. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag mit großer Mehrheit zu.

Kritik am Zeitpunkt der Gebührenanpassung

Mehrere Gemeinderäte, darunter Andreas Graf (FWI), waren der Meinung, dass es besser sei, künftig die Gebühren in kürzeren Abständen anzupassen, um große Sprünge wie jetzt zu vermeiden. Auch der Zeitpunkt für die jetzige Gebührenanpassung sei unglücklich gewählt, fügte Marco Theiling (SPD) hinzu. Viele Eltern hätten ihre Kinder bereits zur Betreuung angemeldet und dabei nur die bisherigen Gebühren gekannt. Künftig sollen die Gebühren alle zwei Jahre überprüft und neu kalkuliert werden und vom Gemeinderat darüber vor den Sommerferien beraten werden, beschloss der Rat zusätzlich zur jetzigen Gebührenerhöhung.

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Für die Frühbetreuung von 7.15 bis 8.15 Uhr etwa müssen Eltern jetzt statt bisher 12 Euro pro Wochentag monatlich künftig 16 Euro zahlen. Besucht das Kind die Frühbetreuung von Montag bis Freitag, fallen also statt bisher 60 Euro künftig 80 Euro monatlich an.

Preis für Mittagessen bleibt bei 4,50 Euro

Mehr als 9000 Essen werden an der Stephan-Brodmann-Schule pro Schuljahr ausgegeben. Die Kosten dafür hat die Finanzverwaltung ebenfalls durchkalkuliert. Demnach liegen die tatsächlichen Kosten für Essen und Essensausgabe bei 7,07 Euro pro Essen. Der Gemeinderat folgte hier dem Vorschlag der Verwaltung, den von den Eltern zu tragenden Anteil bei 4,50 Euro zu belassen. Dies entspreche einem Kostendeckungsgrad von rund 64 Prozent und führe zu einem Abmangel von jährlich etwa 23 000 Euro, erklärte La Rossa.

In der Mensa der Stephan-Brodmann-Schule werden 2019 mehr als 9000 Mittagessen ausgegeben.
In der Mensa der Stephan-Brodmann-Schule werden 2019 mehr als 9000 Mittagessen ausgegeben. | Bild: Gisela Keller

Zweites Kind kostet künftig

Wenn Eltern an der Stephan-Brodmann-Schule bislang mehr als ein Kind betreuen ließen, mussten sie nur für das erste Kind bezahlen. Künftig fallen auch für das zweite Kind Gebühren an, allerdings mit einem Nachlass von 50 Prozent. Das dritte und weitere Kinder werden an der Stephan-Brodmann-Schule weiterhin für die Eltern kostenlos betreut.