Das neue Gasthaus Schiff wird auch aussehen wie ein Schiff. Jedenfalls hat der Grundriss eine Form, die an einen Schiffsrumpf mit Heck und Bug erinnert. Mit einer großen Glasfront, überdachter Terrasse und einer Gartenwirtschaft soll das Lokal Platz für bis zu 360 Gäste bieten. So sieht es der Entwurf des Bauunternehmens Löffler vor, den Architekt Heinz Luschtinetz im Immenstaader Gemeinderat vorstellte. 

Zwei Häuser mit 13 Wohnungen sollen entstehen

Noch steht auf dem Grundstück in der Seestraße das traditionsreiche Gasthaus Schiff. Anstelle der alten und maroden Gebäude sieht der Entwurf zwei dreigeschossige Häuser mit Satteldächern und hohen Fenstern vor. Darin sollen eine Gastronomie und 13 Wohnungen Platz finden. Das Flachdach der schiffsförmigen Gastwirtschaft bildet einen begrünten Balkon für die Wohnungen im ersten Stock des Westgebäudes. „Die Blickachsen zum See sind sehr deutlich, es gibt die westliche, mittlere und östliche Blickachse“, sagte Luschtinetz.

Architekt Heinz Luschtinetz stellte dem Gemeinderat die Pläne für das Grundstück „Schiff“ vor.
Architekt Heinz Luschtinetz stellte dem Gemeinderat die Pläne für das Grundstück „Schiff“ vor. | Bild: Corinna Raupach

Die Parkplätze für die Bewohner sind als Tiefgarage angelegt, die nicht über eine Einfahrt sondern über einen Aufzug zu erreichen ist. So könne auch die Belieferung der Gastwirtschaft unterirdisch erfolgen, ohne dass ein Lastwagen die Straße versperrt, sagte Luschtinetz.

Änderungen nach Rücksprache mit Gemeinderat

Nach ersten Gesprächen mit Gemeindevertretern habe das Unternehmen die Pläne noch einmal geändert: Die Gastwirtschaft ist vom Ost- in den Westbau gerückt, die Fassade begrünt und es gibt mehr Fahrradstellplätze. „Wir haben auch auf einen Steg zwischen den beiden Häusern verzichtet und ein zweites Treppenhaus geplant.“

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Die Verwaltung hat die Pläne bereits geprüft und gegengerechnet. Anja Stromberg von der Bauverwaltung stellte die Ergebnisse den Räten vor. „Die von der Gemeinde vorgegebenen Ziele wurden mit der vorliegenden Planung erreicht“, sagte sie. Allerdings gebe es an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. Eines der Dächer sei 47 Zentimeter zu hoch und anstatt der vorgeschriebenen 20 gebe es außen nur 16 Stellplätze.

Bürgermeister Johannes Henne sagte, es habe sich gelohnt, dass die Gemeinde die städtebaulichen Rahmenbedingungen für das Grundstück definiert habe. „Für Bürger hängt viel Herzblut am ‚Schiff‚, das uns lange als Gastronomie gedient hat“, sagte Henne.

Der Gasthof Schiff befindet sich vom Landesteg aus sichtbar an besonders sensibler und wertvoller Stelle am Immenstaader Ufer.
Der Gasthof Schiff befindet sich vom Landesteg aus sichtbar an besonders sensibler und wertvoller Stelle am Immenstaader Ufer. | Bild: Gisela Keller

Auch der Gemeinderat äußerte sich grundsätzlich positiv: „Wir sind höchst erfreut, wie Sie das Vorhaben umgesetzt haben“, sagte Martin Frank (CDU). Verhandlungsspielraum gibt es für ihn noch beim Zuschnitt und der Ausstattung der Wohnungen. Andreas Graf (Freie Wähler) hielt den Entwurf für gelungen, fragte aber, ob das westliche Gebäude durch den Wegfall einer Wohnung schmaler gestaltet werden könnte. „Jeder Zentimeter Seeblick wäre gut“, sagte Graf.

Seeblick, Holzfassade und mehr Parkplätze

Sein Parteikollege Hubert Langenstein mahnte: „Wir sollten prüfen, ob die Funktionalität der Gaststätte mit einer so hohen Anzahl an Plätzen gegeben ist.“ Er halte die Arbeitsräume im Vergleich für knapp bemessen. Gemeinderätin Sonja Heß (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte für Holz als Fassadenmaterial für das Obergeschoss. Andere Räte wiesen darauf hin, dass für die fehlenden Parkplätze keine neuen Flächen versiegelt werden sollten.

Der Immenstaader Gemeinderat berät über die Entwürfe für die Neubauten an der Seestraße West.
Der Immenstaader Gemeinderat berät über die Entwürfe für die Neubauten an der Seestraße West. | Bild: Corinna Raupach

Für das Thema Parkplätze werde die Gemeinde mit dem Bauunternehmen nach Lösungen suchen, kündigte Henne an. Auch sei noch zu klären, wie der Anteil von höchstens 80 Prozent Ferienwohnungen dauerhaft festgeschrieben werden könne.

Unternehmenschef Manfred Löffler sagte zu, die Anmerkungen zu prüfen. Eine Wohnung zu streichen, werde nicht funktionieren. Ob eine Änderung der Dachhöhe möglich sei, werde er klären. „Holz für das Obergeschoss kann ich zusagen“, sagte Löffler. Die überarbeiteten Pläne werde er dem Gemeinderat vorlegen.

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