Die Planungen für die Kita Seegaddel gehen immer weiter ins Detail. Während der Entwurfsplanung wurden für eine optimale Nutzung des Innenraums einige Bereiche etwas anders aufgeteilt. Auch alternative Möglichkeiten, die Kita mit Strom und Wärme zu versorgen, wurden untersucht und jetzt im Gemeinderat diskutiert. Immenstaad will hier eine Vorbildfunktion einnehmen.

Sägeraues Holz auf Außenfassade

Silvia Mozer, Mitarbeiterin des Architekturbüros Baechlemeid, erläuterte dem Gemeinderat die wichtigsten Ergebnisse der Entwurfsplanung. An der äußeren Form und den Abmessungen des Gebäudes habe sich nichts verändert, erklärte sie. Das Haus solle vor allem aus Holz und Glas gebaut werden. Für die Fassade sei sägeraues Holz vorgesehen, das mit der Zeit auf natürliche Weise vergraue und keine Folgekosten verursache.

Auch Innen viel natürliche Baustoffe

Auch bei der Gestaltung der Innenräume soll viel Holz eingesetzt werden. Mehrkosten von etwa 79.000 Euro entstehen, weil der Untergrund nicht ausreichend tragfähig ist, was eine Tiefengründung nötig macht. Magerbetonplomben mit einem Meter Durchmesser, die vier Meter tief reichen, sind dafür vorgesehen. "Es wird gebohrt – nicht gerammt" erklärte Ortsbaumeister Ulrich Kohler.

Bei der Raumplanung sei man auch alle Möglichkeiten durchgegangen, Räume hin- und herzuschieben, berichtete Bürgermeister Johannes Henne. Jetzt habe man die praktikabelste Lösung gefunden.

Kein Batteriespeicher für Fotovoltaikanlage

Unterschiedliche Varianten für die Versorgung der Kita mit Strom und Wärme hat die Gemeinde von einem Fachplaner untersuchen lassen. Auf eine Fotovoltaik-Anlage, die sich in rund sieben Jahren amortisieren soll, einigten sich alle Räte schnell. Ein Batteriespeicher für den erzeugten Strom soll wegen der hohen Investitionskosten zunächst nicht eingebaut werden. In der Hoffnung auf technischen Fortschritt und künftig niedrigere Preise soll der Anschluss eines Speichers jedoch vorgesehen werden.

Erdwärme spart jede Menge CO2 ein

Für die Heizanlage stellte Ulrich Kohler Vor- und Nachteile einer Gastherme denen einer Erdwärmeanlage gegenüber. Er schlug wegen der deutlich niedrigeren Investitionskosten eine Gastherme vor. Damit konnten sich zunächst einige Räte anfreunden, niemand im Rat jedoch mit dem Vorschlag, die Therme mit Biogas zu betreiben. "Biogas ist nicht bio", sagte Kurt Reichle (FWI).

Alexander Mohr (CDU) sprach sich für die Investition in Erdwärme als nachhaltigere Lösung aus. Niemand könne sagen, wie sich der Gaspreis entwickle, deshalb sei es besser, möglichst autark zu sein. Außerdem habe die Gemeinde eine Vorbildfunktion, argumentierte Mohr. Es sei schließlich ein erheblicher Unterschied, wenn eine Gastherme jährlich 14 Tonnen CO2 erzeuge, Erdwärme dagegen nur drei Tonnen.

Einstimmig wurde beschlossen: Die neue Kita Seegaddel soll mit einer Fotovoltaikanlage und einer Geothermieanlage ausgestattet werden.

So sieht die Kostenschätzung aus

Auf Grundlage der Kosten für das ebenfalls sechsgruppige Kinderhaus in der Schulstraße schätzte das Ortsbauamt die Kosten für die neue Kita Seegaddel auf 4,8 Millionen Euro. Die Kostenberechnung des Architekturbüros Baechlemeid vom 28. März 2018 ergibt inklusive Abbruch der alten Kita, Tiefengründung, Baukonstruktion und technischer Anlagen, Außenanlagen, Ausstattung und Nebenkosten rund 5,395 Millionen Euro Gesamtkosten. Die Geothermieanlage ist hierbei noch nicht eingerechnet.