Nach einem Jahr notgedrungenem Eigenbetrieb ist mit Clemens Mauch seit Beginn der Saison ein neuer Pächter an Bord, der bereits viel Erfahrung im professionellen Schiffsbetrieb mitbringt. Auch wenn zum Ende der Saison wieder eine teure Landrevision für den Nachbau eines historischen Lastenseglers ansteht, schaut der Verein optimistisch in die Zukunft.

Im vergangenen Jahr hatte der Lädinenverein vergeblich nach einem neuen Pächter gesucht. Damit die Lädine weiter betrieben werden konnte, hat der Vorsitzende Christophe Schneider für die Saison 2017 den Posten des Geschäftsführers einer neu gegründeten Betriebsgesellschaft übernommen und zusammen mit seiner Stellvertreterin Ulrike van Endert den Betrieb gemanagt. "Wir kamen aufgrund personeller Probleme an einen Punkt, an dem wir das nicht weiter stemmen konnten", erklärte van Endert bei der Hauptversammlung des Vereins. Fast 3800 Fahrgäste waren 2017 auf 268 Rundfahrten, 50 Charterfahrten und 32 Themenfahrten an Bord. 121 Rundfahrten und drei Charterfahrten mussten wetterbedingt abgesagt werden. "Wir haben bewiesen, dass man mit der Lädine Geld verdienen kann", fasste van Endert das positive finanzielle Ergebnis des Betriebs zusammen, "aber es hat viel Kraft gekostet". Auch weil er wieder in seinem ursprünglichen Beruf arbeiten möchte, trat Christophe Schneider nicht mehr zur Wiederwahl. Er will Mitglied im Lädinenverein bleiben und sich als Bindeglied zwischen Verein und neuem Pächter engagieren. Auch Kassierer Ottmar Fischer trat nicht zur Wiederwahl an. Seit 1989 ist er Mitglied im Lädinenverein und seit 2004 Kassierer. Van Endert erzählte, Fischer habe sich immer "um die Lädine gekümmert wie um ein Kind". Die Instandhaltung der hölzernen Ausstattung des Schiffes besorgte er ebenso wie viele kleinere Reparaturen. Ottmar Fischer wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Schriftführerin Monique Brunel-Schneider trat ebenfalls nicht mehr zur Wahl an. "Es wurde zu viel in letzter Zeit", erklärte sie, "aber die 18 Jahre haben einen großen Wert in meinem Leben gehabt und die Lädine wird mir fehlen".

Lange waren Monique Brunel-Schneider (l.), Christophe Schneider und Ottmar Fischer (v.l.) im Vorstand. Ursula van Endert (Mi.) bedankte sich Jürgen Beisswenger.
Lange waren Monique Brunel-Schneider (l.), Christophe Schneider und Ottmar Fischer (v.l.) im Vorstand. Ursula van Endert (Mi.) bedankte sich Jürgen Beisswenger. | Bild: Gisela Keller

Ursula van Endert erklärte sich bereit, den Vorsitz zu übernehmen. Sie wurde ebenso wie die drei neuen Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. Stellvertretender Vorsitzender wurde Jürgen Vöhringer aus Oberteuringen, Kassiererin Angelika Braun und Schriftführerin Inge Krause-Müller.

Bürgermeister a.D. Jürgen Beisswenger wurde ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt. "Ich habe immer versucht, meine schützende Hand über Verein und Schiff zu halten", sagte er, "Ich bin stolz darauf, dass die Lädine ein Aushängeschild unserer Gemeinde geworden ist". Der jetzige Bürgermeister Johannes Henne sagte auch für die Zukunft die Unterstützung der Gemeinde zu: "Eine Lädine gibt es nur bei uns in Immenstaad. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Gemeinderat die nötigen Mittel bereit stellen können. Meine volle Unterstützung ist gesetzt".

 

Die Lädine

Die Lädine St. Jodok ist ein Nachbau der Lastensegler, die den See ab dem 15. Jahrhundert mehr als 600 Jahre lang in großer Zahl befuhren, bevor sie von dampf- oder motorgetriebenen Schiffen abgelöst wurden und verschwanden.

Die Immenstaader Lädinenverein gründete sich 1988 auf Initiative von Rolf Hiß mit dem Ziel, einen 17 Meter langen historischen Lastensegler nachzubauen. Die Lädine ist das einzige Schiff dieses Typs auf dem See und wurde am 8. Mai 1999 in Dienst gestellt. Das Schiff bietet Platz für 55 Fahrgäste und kann auch für Sonderfahrten gechartert werden. Die Saison für Rundfahrten beginnt 2018 mit den Osterferien am 24. März und endet am 14. Oktober. (gik) Der Verein im Internet: www.laedine.de