Der Immenstaader Feuerwehrmann Kai Eichler ist am Samstagabend zu seinem Weltrekordversuch über 100 Kilometer in kompletter Feuerwehrausrüstung gestartet. 61,275 Kilometer hat er in 12:30 Stunden geschafft. Dann musste er aus gesundheitlichen Gründen den Lauf abbrechen. "Ich bin schon ein wenig geknickt, dass ich mein Ziel nicht erreicht habe", sagt er tags darauf im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Eichler berichtet, dass er ab Kilometer 50 Probleme mit der Hüfte gehabt habe. Auch das schwüle Wetter, sogar in der Nacht, habe ihm zu schaffen gemacht. "Der Rennarzt hat gesehen, dass ich in Schonhaltung gelaufen bin und eine recht blasse Gesichtsfarbe hatte und hat mich bei Kilometer 60 besorgt gefragt, wie es mir geht." Selbst habe er bemerkt, dass es ihm einfach nicht mehr möglich war, das Tempo zu steigern, so wie er es eigentlich für die zweite Hälfte des Laufs geplant hatte. Seine Gesundheit habe er nicht riskieren wollen, sagt Eichler: "Meine Devise ist immer: Gesundheit geht vor – das musste ich auch meiner Frau versprechen."

Sehr dankbar ist der Immenstaader seinen Feuerwehrkameraden und allen andern Helfern: "Die Betreuung war so gut – ich bin richtig gerührt." Nach dem Abbruch habe er auch viel Trost von anderen Ultraläufern bekommen, die am Bodensee-Ultralauf des FC Kluftern teilnahmen, berichtet er. Die Füße seien nicht ganz so mitgenommen, wie nach seinem 50-Kilometer-Lauf im Vorjahr: "Die Schuhe waren wirklich gut – ich habe auf jeden Fall weniger Blasen und kann fast schon wieder laufen."

Jetzt steht erst einmal Erholung auf dem Plan: "Eine Woche werde ich schon kürzer treten müssen", schätzt er. Den Weltrekord aufgeben – das kommt trotz allem für den Ultraläufer nicht in Frage: "Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Es steht definitiv fest: Ich werde es nochmal versuchen." Nur wann und wo, das wisse er noch nicht. Der Immenstaader Trimmpfad sei aber auf jeden Fall eine sehr gute Strecke dafür. "Meine Feuerwehrkameraden haben mir auch für den nächsten Versuch ihre Unterstützung zugesagt", freut er sich.