Im Jahr 2011 wurde der Immenstaader Jugendtreff im zweiten Stock des Bürgerhauses mangels Interesse geschlossen. Nun melden Jugendliche wieder verstärkt den Bedarf nach einem eigenen, offiziellen Treffpunkt an.

Betreuungslücke für Zwölf- bis 15-Jährige

Unterstützung finden sie bei Gemeinderat Markus Böhlen. "Wenn etwas erst mal weg ist, dann ist es weg", bedauert er. Als Vater eines 15-jährigen Sohnes sieht er in Immenstaad eine Betreuungslücke für zwölf- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche. "Wenn wir uns als Gemeinde familienfreundlich nennen, dann fehlt für diese Altersgruppe einfach ein entsprechendes Angebot", sagt Böhlen.

Das Angebot für Jugendliche ist ausbaufähig (von links): Carolin Wölpern, Jonathan Böhlen, Elaine Spintzyk und Carolin Sperr wünschen sich von der Gemeinde einen Jugendtreff als Anlaufstelle.
Das Angebot für Jugendliche ist ausbaufähig (von links): Carolin Wölpern, Jonathan Böhlen, Elaine Spintzyk und Carolin Sperr wünschen sich von der Gemeinde einen Jugendtreff als Anlaufstelle. | Bild: privat

Im Sommer könnten sich die Jugendlichen gut im Freien beschäftigen, sei es im Strandbad, auf der Skaterbahn oder auf dem Bolzplatz. "Das Problem besteht eher in den Wintermonaten, wenn es keinen geeigneten Anlaufpunkt gibt." Dann treffen sich die Jugendlichen privat oder vor dem Supermarkt, was die meisten Eltern nicht so gut finden.

Mehr Geld für Jugendarbeit

"Eigentlich sprechen sich alle Fraktionen im Gemeinderat für eine Wiederbelebung des Jugendtreffs aus", berichtet Böhlen. Positiv sei außerdem, dass im Haushalt ein höherer Betrag als in den vergangenen Jahren für die Jugendarbeit eingestellt worden sei. "Wenn es allerdings im Winter einen Jugendtreff geben soll, muss jetzt mit der Suche nach Sozialarbeitern begonnen werden." Vorstellen kann sich Böhlen zwei 450-Euro-Kräfte, wie es sie in der Vergangenheit bis zur Schließung des Jugendtreffs bereits gegeben hat. Denkbar ist für den Gemeinderat auch eine Zusammenarbeit mit den Kirchen.

Musik hören oder Billard spielen

Böhlens Sohn Jonathan wünscht sich einen Jugendtreff, in dem er mit seinen Freunden zum Beispiel Musik hören oder Billard, Darts oder Tischkicker spielen kann. "Da könnte man dann am Wochenende auch abends hingehen, ohne vertrieben zu werden", so der 15-jährige Schüler. Manchmal hätten er und seine Freunde schon das Gefühl durch ihre Anwesenheit zu stören. "Da wäre so ein Jugendtreff schon gut." Aktuell würden einige Immenstaader Jugendliche nach Kluftern oder nach Stetten ausweichen und die dortigen Jugendtreffs besuchen.

Bürgermeister will im Herbst oder Winter starten

Bürgermeister Johannes Henne hatte das Thema Jugendtreff nicht nur in seinem Wahlkampf auf der Agenda. "Es kommt in diesem Jahr auf jeden Fall noch auf den Tisch, damit wir im Herbst oder Winter starten können." Vorstellen kann sich Henne ein ganzjähriges Angebot. Dabei gehe es nicht nur um einen Raum, sondern um ein pädagogisches Konzept für die Jugendarbeit. "Wir wollen etwas für die Jugend bieten und gleichzeitig erreichen, dass sie Verantwortung übernimmt", so der Bürgermeister. "Sie ist die Zukunft unserer Gemeinde."

Standortfrage ist schon schwieriger

Etwas schwierig sei die Standortfrage. Der alte Jugendtreff mit zwei Gruppenräumen und einer Küche wird aktuell für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. "Wichtig wäre ein zentraler Ort in Immenstaad, der Jugendtreff sollte nicht irgendwo im Gewerbegebiet sein", betont Böhlen. Immer würde sich die Frage mit den Anwohnern stellen, denn nur die wenigsten wollten in der Nachbarschaft einen Jugendtreff haben.

Kirchengemeinde kann sich Zusammenarbeit vorstellen

Gedanken zum Standort habe sich auch die Gemeinde bereits gemacht, so Bürgermeister Henne. "Aber sie sind noch nicht spruchreif." Ein positives Signal kam vonseiten der evangelischen Kirchengemeinde. "Wir sind offen für Gespräche und für eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde", gibt Angelika Eckstein, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, ein positives Signal.