Mehr als einen bangen Blick zum Himmel oder auf die App mit dem Regenradar warfen die Organisatoren des Weinfests am Wochenende. Zumindest am Freitagabend blieb es trocken und so konnten die Weinfestbesucher einen fröhlichen und geselligen Abend auf dem Festplatz vor dem Immenstaader Rathaus genießen. Am Samstagabend wurde mit weniger Besuchern trotz Regen weitergefeiert. "Wir Immenstaader feiern bei jedem Wetter – bei schönem Wetter kann das ja jeder", sagte Marita Töbel am Samstagabend.

Bei einem Rundgang statteten Bürgermeister und Weinprinzessin jedem Stand einen Besuch ab. Hier sind sie im Stand der Immenstaader Winzer.
Bei einem Rundgang statteten Bürgermeister und Weinprinzessin jedem Stand einen Besuch ab. Hier sind sie im Stand der Immenstaader Winzer. | Bild: Gisela Keller

Auch die Winzer und Obstbauern, denen ein kurzer aber heftiger Hagelschauer am Donnerstagabend erhebliche Teile ihrer Ernte und damit die Arbeit von Monaten zerstört hat, schafften es, beim Weinfest ein Lächeln aufzusetzen, um die Laune ihrer Gäste nicht zu trüben. Die Badische und Bodensee-Weinprinzessin Stefanie Megerle sagte dazu in ihrer Rede bei der Eröffnung: "Der Hagel hat uns schlimm getroffen. Wir lassen aber trotzdem den Kopf nicht hängen" und forderte die Besucher auf: "Wenn Sie die Winzer unterstützen möchten, trinken Sie das eine oder andere Fläschchen mehr."

Bei den Hennenschlittern gab es Gebrutzeltes und leckere Brote, wie sie hier von Angelika Bückenmaier-Braun, Nicole Budde und Martina Mohr präsentiert werden.
Bei den Hennenschlittern gab es Gebrutzeltes und leckere Brote, wie sie hier von Angelika Bückenmaier-Braun, Nicole Budde und Martina Mohr präsentiert werden. | Bild: Gisela Keller

Bürgermeister Johannes Henne hob hervor, dass einen nichts mit einer Region vertrauter mache, als der Genuss der Produkte, die dort gediehen sind. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, auf die hervorragenden Produkte der Region aufmerksam zu machen, sagte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

"Wir haben hier beim Fest echte Bodenseefelchen, feinen Immenstaader Wein, Wurst und Fleisch von unserem Metzger Winkler und Brot vom Immenstaader Bäcker Heger", nannte er Beispiele. Auch dass beim Immenstaader Weinfest keine professionellen Caterer zu finden sind, sei etwas ganz Besonderes: "Das machen die Immenstaader Vereine alles selber. Toll, wie die sich hier engagieren."

Aus Bregenz sind (linke Tischseite von vorn) Ottmar, Sepp, Markus (rechte Tischseite) Martin, Fredy, Josef und Adi nach Immenstaad zum Weinfest geradelt und hatten viel Spaß.
Aus Bregenz sind (linke Tischseite von vorn) Ottmar, Sepp, Markus (rechte Tischseite) Martin, Fredy, Josef und Adi nach Immenstaad zum Weinfest geradelt und hatten viel Spaß. | Bild: Gisela Keller

So sahen das auch viele Festbesucher aus Immenstaad, die Urlauber und Gäste aus der Region. "Ich finde die Feste in Immenstaad immer sehr nett", sagte etwa der Wahl-Immenstaader Heiko Lang, der eigentlich aus Freudenstadt im Schwarzwald kommt. "Es ist schön, dass hier noch echtes Vereinsleben stattfindet und das Fest nicht kommerzialisiert ist. Es hat echten Dorffest-Charakter."

Am Samstagabend ließen sich (vorn) Isabel und Stefan Grimm aus Mannheim und Angelika und Andreas Rößner aus Schlat bei Göppingen vom Regen nicht die Laune verderben.
Am Samstagabend ließen sich (vorn) Isabel und Stefan Grimm aus Mannheim und Angelika und Andreas Rößner aus Schlat bei Göppingen vom Regen nicht die Laune verderben. | Bild: Gisela Keller

Davon hatte auch eine lustige Männer-Gruppe aus 14 Bregenzern gehört, die am Freitag extra zum Weinfest nach Immenstaad geradelt ist. "Wir sind sehr zufrieden und es gefällt uns sehr gut", war aus ihren Reihen zu hören. "Wir kommen wieder", waren sie sich einig. Auch von der schweizerischen Seeseite sind Festbesucher mit der "Rhyspitz" zum Weinfest über den See geschippert, darunter "Hechtler" aus Münsterlingen.