Zur Tourismus-Saison 2019 wird es für Urlauber in Immenstaad die Echt-Bodensee-Card (EBC) geben, die Vergünstigungen bei touristischen Einrichtungen und freie Fahrt mit dem öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht.

Gemeinde stellt drei Bedingungen

Der Gemeinderat machte für den Beitritt zur Bedingung, dass Ergänzungen im Kooperationsvertrag mit der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) vorgenommen werden. Dabei wird eine Erhöhung des Anteils der DBT am Solidarbeitrag von 25 Cent pro Gast und Übernachtung bis 2023 ausgeschlossen. Der Anteil des Verkehrsverbunds Bodo, derzeit 75 Cent, darf nur im Rahmen regulärer Fahrpreiserhöhungen angepasst werden. Ebenfalls in den Vertrag aufgenommen wird, dass der im Sommer im Stundentakt zwischen Langenargen und Ludwigshafen verkehrende Echt-Bodensee-Bus auch Kippenhausen anfahren wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage unter Touristikern und Gastgebern

Ute Stegmann, Leiterin der Immenstaader Tourist-Info, setzt sich seit Jahren für die Einführung der EBC im Ort ein. Am 30. November stellt sie sich als neue Geschäftsführerin der DBT zur Wahl. In der Gemeinderatssitzung erläuterte Stegmann, wie man dem Wunsch des Gemeinderats nachgekommen sei, ein Stimmungsbild unter den Immenstaader Gastgebern in Bezug auf die EBC zu ermitteln: Als Erstes seien die Vorstandsmitglieder der Tourismusgemeinschaft Immenstaad und die im Hotel- und Gaststättenverband Dehoga organisierten Immenstaader Betriebe zu einer Veranstaltung eingeladen worden.

Dort informierten Vertreter von Tourist-Info, DBT und Verkehrsverbund Bodo über die EBC und beantworteten Fragen. Die anschließende Abstimmung habe zehn Stimmen für die EBC, vier dagegen und drei Enthaltungen ergeben. Zu zwei weiteren Veranstaltungen mit selber Besetzung aufseiten der Informierenden habe die Tourist-Info alle Immenstaader Gastgeber eingeladen. 43 von derzeit etwa 160 Vermietern im Ort seien gekommen. Diesmal hätten 25 Teilnehmer für die Einführung der EBC, 18 dagegen gestimmt.

300 Gäste geben Fragebogen ausgefüllt ab

Die Tourist-Info habe 2016 und 2017 durch Auslage eines Fragebogens in der Tourist-Info und bei Gastgebern eine Befragung unter Urlaubern durchgeführt. „Wir haben die Gäste gefragt, ob sie während ihres aktuellen Urlaubs den ÖPNV nutzen, ob sie ihn künftig gerne nutzen würden und ob sie dafür eine Kurtaxen-Erhöhung um etwa 1,20 Euro in Ordnung fänden“, erklärte Stegmann auf Nachfrage des SÜDKURIER. Von etwa 300 Gästen hätten sich 70 Prozent für die EBC ausgesprochen.

Markus Böhlen (Grüne): "Straßen entlasten"

In der Diskussion im Gemeinderat sagte Markus Böhlen (Grüne): „Es war wichtig, nochmals nachzufragen, und es ist wichtig, durch mehr ÖPNV-Nutzung unsere Straßen zu entlasten."

Kurt Reichle (FWI): "Warum müssen wir 25 Cent zahlen?"

Auch Kurt Reichle (FWI) sieht mehr ÖPNV-Nutzung positiv, schränkte jedoch ein: "Mir erschließt sich nicht ganz, warum wir 25 Cent pro Gast und Übernachtung an die DBT zahlen müssen."

Margot Rauber (CDU): "Zwei Jahre zurückstellen"

Margot Rauber (CDU), auch Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft, sprach sich dafür aus, die Einführung der EBC weitere zwei Jahre zurückzustellen: „Ich möchte warten, bis es keine offenen Baustellen mehr gibt und die Karte von Konstanz bis Lindau gilt."

Martin Gomeringer (Grüne): "Sollten dem Projekt den Rücken stärken"

Martin Gomeringer (Grüne) widersprach: „Wir hören von allen Seiten: Die EBC ist nicht schlecht, aber wir warten mal ab. Ich kann es nicht mehr hören. Wir sollten dem Projekt den Rücken stärken."

Bürgermeister: "Karte eine Chance geben"

Bürgermeister Johannes Henne fasste zusammen: „Es gibt noch Optimierungsbedarf, aber die richtige Grundlage ist da. Ich finde, wir sollten der Karte eine Chance geben und sie gemeinsam mit anderen Gemeinden vorantreiben."

Von 17 Gemeinderäten stimmten 13 für die Einführung der Karte zum 1. April 2019. Margot Rauber und Alexander Mohr (beide CDU) und Andreas Graf (FWI) stimmten dagegen. Kurt Reichle (FWI) enthielt sich der Stimme.