Frau Huber, Ihre Vorgängerin Margot Rauber hat die Tourismusgemeinschaft 20 Jahre lang geführt und suchte schon seit Jahren nach einer Nachfolgerin.

Ja, sie hat diese Arbeit wirklich mit großem Engagement gemacht. Ich war seit 17 Jahren als Beisitzerin im Vorstand und Margot Rauber hat schon seit etwa fünf Jahren anklingen lassen, dass sie nach einer Nachfolgerin sucht. Niemand hat sich um dieses Amt gerissen. Ich habe mich schließlich entschlossen, mich zur Verfügung zu stellen, auch damit der Verein in dieser Form weitermachen konnte. Die Alternativen wären gewesen, den Verein aufzulösen oder uns einem anderen Verein anzuschließen. Zum Glück sind wir ein tolles Team, ich bekomme viel Unterstützung. Wir kommen immer wieder zusammen, um Ideen für touristische Projekte wie Frühjahrs- und Herbstangebote zu sammeln. Oder auch, um Feste zu organisieren. Auch am Jubiläumswochenende waren wir mit einem Stand dabei. Jeder macht seinen Teil und bietet sich an. Danke an alle, die mich unterstützen.

Wie sehen Sie die Rolle der Tourismusgemeinschaft?

Der Verein ist Bindeglied zwischen Gemeinde und Vermietern. Es ist wichtig, dass auch die kleinen Vermieter Gehör finden. Wenn es irgendein Problem gibt, besprechen wir das gemeinsam mit der Tourist-Info und finden Lösungen, die wir auch gemeinsam umsetzen. Wir können auch neue Projekte auf den Weg bringen oder einfach nur Informationen weitergeben.

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Wie steht es um die Mitgliederzahlen?

Es hat ein bisschen stagniert, aber die Mitgliederzahlen sind nicht in den Keller gegangen. Manche ältere Mitglieder steigen aus dem Vermietungsgeschäft aus. Wir sind aber auch dabei, neue Mitglieder zu werben, denn wir wissen natürlich: Je mehr mitmachen, desto mehr können wir auch schaffen.

Bringen sich auch Zweitwohnungsbesitzer, die ihre Wohnung als Ferienwohnung vermieten, im Verein ein?

Diejenigen, die nicht hier ansässig sind, sind für uns fast nicht zu erreichen. Natürlich hätten wir auch diese Vermieter gerne im Verein, aber das gelingt nur sehr selten.

Gibt es in der Tourismusgemeinschaft derzeit konkrete Projekte oder Ziele?

Es ist wichtig, dass sich der Verein immer wieder modernisiert. Bisher gibt es zum Beispiel keine Internetseite. Wir sind gerade dabei, eine zu erstellen. Wir hoffen, so auch sichtbarer für alle Vermieter zu werden, auch für solche, die nicht in Immenstaad ansässig sind. Dann sind da noch unsere Feste. Dieses Jahr wird es den 20. Apfelhock geben. Diesen runden Geburtstag wollen wir speziell gestalten. Mir ist auch wichtig, dass dieser Verein lebendig bleibt, dass sich alle im Verein aktiv beteiligen können, wenn sie möchten. Mir schwebt zum Beispiel ein gemeinsamer Spaziergang durch den Ort vor, bei dem wir versuchen wollen, Immenstaad mit den Augen unserer Gäste zu sehen. Wir geben unseren Gästen ja viele Hinweise und Tipps. Manchmal hat sich etwas verändert, ohne dass wir das so mitbekommen haben. Wir hoffen, vielleicht auch ein paar Dinge zu finden, die wir noch optimieren könnten.

Dieses Jahr hat Immenstaad die Echt-Bodensee-Card eingeführt. Was hören Sie dazu von den Vermietern?

Durch die Bank nur Positives. Ich habe noch von niemandem gehört, dass sich ein Gast beschwert hätte oder nicht bereit gewesen wäre, die erhöhte Kurtaxe zu zahlen. Ganz im Gegenteil: Alle freuen sich, eine Karte zu haben, mit der sie kostenfrei Bus und Bahn fahren können.

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Wird dieses Angebot auch rege genutzt?

Ja. Das lässt sich auch an unseren Bushaltestellen beobachten. Ich habe dort noch nie so viele Leute gesehen. Viele meiner Gäste lassen ihr Auto stehen und das höre ich auch von anderen Gastgebern. Das ist ein absoluter Gewinn für uns alle. Je mehr Autos stehen bleiben, desto besser. Ich hoffe wirklich, dass wir noch sehr viele Gemeinden mitziehen können, die jetzt noch unschlüssig sind.

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In Immenstaad nimmt die Zahl der gastronomischen Betriebe ab und manche Betriebe haben ihre Öffnungszeiten verkürzt.

Ja, das ist ein Problem. Da sind wir und auch die Gemeinde gefordert. Ich kann die Gastronomen aber schon verstehen. Es fehlt Personal und auch die zunehmende Bürokratie macht ihnen viel zusätzliche Arbeit und das Leben schwerer. Ich habe aber noch von keinem Gast gehört, dass er keinen Platz im Restaurant gefunden hätte. Ich empfehle meinen Gästen, einen Tisch zu reservieren, aber viele gehen auch so los. Bis jetzt ist jeder satt zurückgekommen. Die Gastronomie, die wir hier haben, ist auch wirklich top. Wir können sehr zufrieden sein.

Wie sehen Sie das Thema B 31 aus Gastgebersicht?

Wir sind jetzt in einer Phase, in der sich alle mit dem Thema befassen und alle verstehen, um was es hier geht. Alle Trassenvarianten mit Ausnahme der Hinterlandtrasse C1 würden sich sicher negativ auf den Tourismus auswirken. Besonders die A-Variante, der Ausbau der bestehenden Straße, wäre eine Katastrophe. Aber auch die B-Variante oder Kombinationen mit Teilen der A- und B-Variante würden vieles von unserem Naherholungsgebiet vernichten. Wir würden das auch im Tourismus sehr spüren, denn unsere Gäste wissen nicht nur den See, sondern auch unser schönes Hinterland zu schätzen. Die Gastgeber sind daher sehr daran interessiert, dass die C1-Variante kommt.

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