Neugierig blickt Paul in die Kamera, während er neben seinem Herrchen auf der Bank am Hennenbrunnen sitzt. Dann gähnt er und steht auf. Der Spaziergang soll schließlich weitergehen. Paul ist einer von 236 Hunden, die in Immenstaad gemeldet sind. In der Gemeinde gilt an vielen Stellen eine Leinenpflicht. Ein Problem damit scheinen zumindest die meisten Halter aber nicht zu haben.

Hundehalter sind zufrieden

In der Gemeinde gibt die Polizeiverordnung vor, was sich Hundehalter erlauben dürfen. So besteht im bebauten Gebiet auf öffentlichen Straßen und Gehwegen eine Leinenpflicht. Auch in Grün- und Erholungsanlagen dürfen die Vierbeiner nicht frei herumlaufen. Auf Kinderspielplätzen und Liegewiesen sind sie gänzlich verboten. Ansonsten gilt, dass Hunde von der Leine gelassen werden dürfen. Aber auch nur in Begleitung einer Person, die durch Zuruf auf das Tier einwirken kann. Eine spezielle Hundewiese gibt es in Immenstaad nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Seitens der Einheimischen bekommt Immenstaad in Sachen Hundefreundlichkeit dennoch Lob. Etwa von Arthur Steigle während dem Spaziergang mit Hund Paul. Aus seiner Sicht werden die Bedürfnisse seines Vierbeiners abgedeckt. Er habe kein Problem mit der Leinenpflicht und eine Spielwiese nur für Vierbeiner vermisse er auch nicht. „Ich bin wunschlos glücklich“, sagt er. Besonders hebt er hervor, dass es „genug Stellen gibt, wo man die Hinterlassenschaft loswerden kann“.

Sein einziger Kritikpunkt richtet sich nicht an die Gemeinde, sondern an die Touristen. Diese nutzen die Entsorgungsmöglichkeit oft nicht und lassen die Notdurft des Tiers beim Gassigehen in der Landschaft liegen, ist der Immenstaader überzeugt. „Das ist das Einzige, was ich verbessern würde.“

Hundefreundliche Region

Ronald Kranz kommt aus Gailingen und ist mit seiner Hündin Aska zu Besuch in Immenstaad. Auch er ist zufrieden. „Grünflächen sind ausreichend da und es gibt schöne Möglichkeiten, mit dem Hund spazieren zu gehen“, sagt er. Darauf angesprochen, dass in Immenstaad eine Leinenpflicht im bebauten Gebiet gilt, ist er zunächst überrascht. Er bleibt aber bei seiner Einschätzung. „Es ist ein ganz angenehmer Ort für Hunde.“

Ronald Kranz und Hündin Aska kommen aus Gailingen und sind zu Besuch in Immenstaad.
Ronald Kranz und Hündin Aska kommen aus Gailingen und sind zu Besuch in Immenstaad. | Bild: Lange, Tobias

Aufgefallen sei ihm allerdings, dass es beim Verreisen mit Hund schwerer ist, an ein Hotelzimmer oder an eine Ferienwohnung zu kommen. „Nur ein Drittel der Hotels bieten etwas für Reisende mit Hund.“ Das sei in Immenstaad nicht anders gewesen. „Man lernt als Hundebesitzer aber, sich anzupassen“, sagt Ronald Kranz. „Und die Gastgeber, die den Hund zulassen, sind dann sehr hundefreundlich. Auch hier.“ Generell sei die Bodenseeregion Hunden gegenüber recht offen, ist sich der Gailinger sicher.

Die Immenstaader Verwaltung ist davon überzeugt, dass Herrchen und Frauchen wenig Probleme mit der Leinenpflicht in der Gemeinde haben. „Die meisten Hundehalter sind einsichtig und halten sich an die allgemeingültigen Regelungen“, sagt Hauptamtsleiter Michael Haase. Diese Rücksichtnahme sei besonders dort wichtig, wo es viele Fußgänger gibt und wo sich die Menschen erholen wollen.

Kein Recht auf Hundewiese

Und wie sieht es beim Nachbarn in Friedrichshafen aus? Dort gibt es eine ähnliche Leinen-Regelung wie in Immenstaad, erklärt Andrea Kreuzer von der städtischen Pressestelle. „Hunde sind entsprechend der Polizeiverordnung in bestimmten Bereichen anzuleinen. Dies sind Grün- und Erholungsanlagen, auf Straßen und allgemein im Innenbereich“, sagt sie. Ansonsten gilt auch in Friedrichshafen, dass Hunde frei laufen dürfen, sofern sie auf die Zurufe ihrer Halter hören. Grünflächen speziell für Hunde gibt es aber auch in Friedrichshafen nicht.

Rechtlich sind Gemeinden aber auch nicht verpflichtet, solche Flächen zur Verfügung zu stellen, stellt Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund auf Nachfrage klar. „Leider haben die einzelnen Kommunen grundsätzlich die Möglichkeit, die Anleinpflicht für Hunde in öffentlichen Anlagen beziehungsweise auf öffentlichen Wegen im Gemeindegebiet festzulegen, auch ohne dass dafür Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen“, sagt sie. „Zumindest ist dies nirgendwo exakt in dieser Form so festgelegt.“