Bürgermeister Johannes Henne und der Gemeinderat in alter Besetzung hatten sich bereits klar für die am weitesten nördlich verlaufende Trasse im Zusammenhang mit den Planungen für die Bundesstraße 31-neu (B 31-neu) ausgesprochen. Jetzt positionierte sich der neue Gemeinderat mehrheitlich genauso. Dies, so der Bürgermeister, sei „ein wichtiges Signal nach außen“.

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Alle Gemeinderäte von FWI, CDU, SPD und FDP stimmten dem Beschluss zu, in dem eine längere Resolution des Gemeinderats in zwei Sätzen zusammengefasst wird: „Die Gemeinde Immenstaad spricht sich zum jetzigen Stand der Planungen klar und deutlich für die Trasse C1.1 aus und bittet das Regierungspräsidium Tübingen, diese Lösungsvariante vorrangig zu behandeln.“

Von den Grünen stimmt nur Martin Gomeringer zu

Ebenso wird eine leistungsfähige Dimensionierung der B 31-neu zwischen Immenstaad und Meersburg befürwortet.“ Von den Grünen stimmte lediglich Martin Gomeringer zu. Vor der Abstimmung hatte Sven Volk eine Resolution der Grünen-Fraktion verlesen, in der es heißt: „Die Grünen im Immenstaader Gemeinderat können sich zum heutigen Zeitpunkt mehrheitlich nicht zu einer seefernen Trassenverlagerung der B 31 auf die Trasse C1.1. positionieren.“

„Wir lehnen eine Positionierung ab und fordern, den ergebnisoffenen Planungsprozess fortzusetzen.“ -Sven Volk, Grüne
„Wir lehnen eine Positionierung ab und fordern, den ergebnisoffenen Planungsprozess fortzusetzen.“ -Sven Volk, Grüne | Bild: Gisela Keller

Gremium befürchtet Vielzahl an Nachteilen durch seenahe Trassenführung

Die Befürworter der Variante C1.1 verweisen auf Prognosen, die von einer Steigerung des Verkehrs von derzeit zwischen 20 000 und 23 000 Fahrzeugen täglich auf 30 000 ausgehen – mit hohem Anteil an Schwerlastverkehr. Dies erfordere gemäß den Richtlinien eine vierstreifige Trasse. Die Realisierung einer solchen Trasse sei jedoch im seenahen Bereich zwischen Meersburg und Immenstaad mit wertvollen Rebhängen und Obstanlagen kaum vorstellbar. Durch sogenannte Zerschneidungswirkungen stelle eine seenahe Trassierung einen erheblichen Eingriff ins Landschaftsbild dar und erschwere die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen.

„Auch die C1.1 ist für uns nicht schmerzfrei, aber sie verursacht die wenigsten Schmerzen.“ – Hubert Langenstein, Freie Wähler
„Auch die C1.1 ist für uns nicht schmerzfrei, aber sie verursacht die wenigsten Schmerzen.“ – Hubert Langenstein, Freie Wähler | Bild: SK

Auch für die Tourismus- und Kulturregion stelle eine Trasse in direkter Nähe zum See eine massive Bedrohung dar. Eine Gemeindeentwicklung in Bezug auf die Schaffung von Wohnraum, die Ergänzung der kommunalen Daseinsvorsorge und die Umgestaltung der innerörtlichen und ortskernnahen Verkehre hin zu einem klimafreundlicheren System seien dann nicht realisierbar.

Grüne für Reduzierung des Verkehrs statt Straßenausbau

Die Grünen im Gemeinderat sehen laut ihrer Resolution den richtigen Weg nicht in einem Ausbau der Straße, sondern in einer Reduzierung des Verkehrs auf dieser Straße. Dazu sollen unter anderem die Verlagerung des Tourismus- und Berufspendlerverkehrs auf die Schiene, die Stärkung und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie Anreize für Fahrradnutzung beitragen. Zu den prognostizierten Verkehrszahlen verweisen sie auf die an der Dauerzählstelle Harlachen ermittelten Daten: Diese zeigten weniger als 20 000 Fahrzeuge pro Tag an – mit rückläufiger Tendenz, aber steigendem Schwerlastanteil. Auf allen politischen Ebenen müsse deshalb die konsequente Verlagerung des überregionalen Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene eingefordert werden.