Viele Immenstaader sind schon etliche Minuten vor Ankunft der von der Gemeinde organisierten Busse zum Rathaus gekommen, denn sie wollten auf keinen Fall ihren Bus verpassen. Die Frage, wo künftig die Trasse der neuen B 31 entlangführen wird, bewegt alle. Viele machen sich auch Sorgen, falls es zu einem Ausbau auf der bestehenden Trasse kommen sollte und wollen wissen, wie es zur Entscheidung kommen wird. Auch in Stetten startet ein Bus mit Teilnehmern aus Meersburg, Hagnau, Stetten und Daisendorf.

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Zu den Erwartungen an die Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums erklärt Simone Eberhard-Kießling, die mit Ehemann Hanspeter Kießling in Immenstaad auf den Bus wartet: "Ich hoffe auf gründliche Information, damit ich eine fundierte Entscheidung darüber treffen kann, welche Trassenführung ich unterstützen möchte." Andreas und Erika Pilat wohnen im Seegaddel und somit nah an der B 31 und sagen: "Wir wollen uns informieren und sehen, wie es jetzt weitergeht." Brigitte Buzga und Heidi Schaffer sind Nachbarinnen in den Hochhäusern am Spiegelberg. "Wir hoffen, nach der Veranstaltung klarer zu sehen, was auf uns zukommt", sagen sie vor der Abfahrt.

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Der erste Bus hat bereits in Kippenhausen viele Mitfahrer aufgenommen und die restlichen Plätze darin sind schnell gefüllt. Auch im zweiten Bus bleiben nicht lange Sitzplätze leer. Bürgermeister Johannes Henne steigt kurz ein und überzeugt sich, dass alle einen Platz finden, die mitfahren möchten.

Video: Gisela Keller

Hans-Georg Rebstein, Mitglied der örtlichen Bürger-Initiative B 31-neu, verteilt Blätter, auf denen in großen Lettern C1.1 zu lesen ist. So heißt in den aktuellen Plänen des Regierungspräsidiums eine Trassenvariante.

Video: Gisela Keller

Auf dem Weg nach Markdorf tauschen sich die Fahrgäste untereinander aus. Fast alle machen sich Sorgen, dass eine Ausbauvariante auf Immenstaad zukommen könnte. Als die Busse aus Immenstaad in Markdorf eintreffen, haben es alle eilig, in die Halle zu kommen. Auch aus Hagnau, Stetten, Meersburg, Ittendorf und Daisendorf werden Busse erwartet und auch das Interesse der Markdorfer ist hoch. Die Hallenkapazität könnte knapp werden, wie sich später bestätigt: Viele Interessierte müssen draußen bleiben.

Video: Gisela Keller

Die Immenstaader haben Glück: Weil sie früh genug angekommen sind, finden alle noch Platz in der Halle, viele sogar im vorderen Teil. Auch Martha Laboureur ist hier zu finden. "Ich hör mir das alles einfach mal an", sagt sie und ergänzt: "Ich möchte wissen, in welche Richtung das Regierungspräsidium unterwegs ist. Ich hoffe sehr, dass es nicht mehr nur um Flora und Fauna, sondern auch um die Menschen gehen wird."

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Viel Beifall bekommt Landrat Lothar Wölfle aus den Immenstaader Reihen, als er sagt: "Die Gemeinde Immenstaad derart zu zerschneiden und einzuschnüren – das kann nicht richtig sein. Da muss uns noch etwas mehr einfallen" und seinen Appell an die Planer für eine Lösung des Problems mit der Querung der ökologisch sehr wertvollen Lipbach-Senke mehr Fantasie zu entwickeln – auch wenn Wölfle hinzufügt: "Ich weiß, die Lipbach-Senke ist eine verdammt hohe Hürde."

Lob für ausführliche Darstellung

Beim Warten auf den Bus für den Rückweg nach Immenstaad loben viele die neutrale und ausführliche Darstellung der Entscheidungsprozesse und der Kriterien für die Trassenwahl. "Ich war schon im Vorfeld gut informiert und sehe vieles bestätigt", sagt etwa Andrea Sinclair, "Ich bin weiterhin für C1". Brigitte Buzga und Heidi Schaffer sagen: "Wir haben jetzt einen besseren Überblick. Wir hoffen, dass der Ausbau nicht kommt."

Gehegte Befürchtungen werden kleiner

Margret und Georg Roggs noch auf der Hinfahrt gehegte Befürchtung, dass die Ausbauvariante der Favorit sein könnte, ist auf der Rückfahrt nach Immenstaad etwas kleiner: "Es ist immer noch eine der Möglichkeiten. Aber wir haben auch gehört, dass ein Ausbau erheblich mehr Flächenverbrauch bedeutet, als viele bisher angenommen haben, die Bauzeit länger wäre und noch einige weitere Argumente, die dagegen sprechen. Wir fanden die Veranstaltung viel konstruktiver, als wir es erwartet haben."