Der SÜDKURIER hatte die Immenstaader dazu aufgerufen, ihre Fragen an die Parteien, die in den Gemeinderat gewählt werden wollen zu schicken. Hier finden Sie die Antworten von CDU, Freien Wählern, Grünen und der SPD.

Welche Vorhaben planen Sie, um das Erscheinungsbild Immenstaads zu verschönern?

Leserfrage von Dieter Budde , Immenstaad:

CDU: Die Gemeinde hat die Planungshoheit, sie darf Bebauungspläne aufstellen und die Art und Weise der Bebauung bestimmen. Die Bauordnung obliegt der Stadt Friedrichshaefn , das heißt, dass das Bauordnungsamt entscheidet, ob die Höhe, Breite, der Grenzabstand und die Stellplatzsatzung eingehalten sind. Ob ein Gebäude schön oder nicht schön ist, darüber hat ein Gemeinderat nicht zu befinden. Wir Gemeinderäte können Vorschläge geben, wie man Plätze gestalten und somit für die Bevölkerung attraktiver machen kann. Hierbei denken wir an den Il-Centro-Platz oder die Gestaltung der Hauptstraße.

Freie Wähler: Wir sind für die konsequente Umsetzung des Städtebaulichen Rahmenplanes für die Ortsmitte. Wir wollen erlebbare innerdörfliche Grün- und Ruhezonen schaffen und die Attraktivität öffentlicher Plätze steigern. Wir fordern eine Erneuerung der bestehenden, zum Teil veralteten Ortsbeschilderung und möchten neue Erlebnisbereiche schaffen, etwa einen Schaukel- oder Rutschenwanderweg.

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Grüne: Beim Projekt „Mitte gestalten“ hat sich gezeigt, dass vielen Bürgern die Bausünden in der Ortsmitte missfallen. Wir setzen uns dafür ein, dass z.B. beim „Il Centro“ und entlang der Hauptstraße mehr begrünt wird. Blumenwieseninseln im ganzen Ortsbereich erfreuen Bienen und Menschen. Auf Gemeinderasenflächen sollen Teilflächen als Bienen- und Insektenweiden wachsen dürfen. Bei zukünftigen Bauprojekten muss auf ein angenehmes und in den Ort passendes Erscheinungsbild geachtet werden, z.B. könnten im Erdgeschoss Laden- statt Wohnflächen ausgewiesen werden.

SPD: Wir wollen mehr Begrünung des Ortskerns mit Bäumen und Büschen, um auch einen Beitrag zur Erhaltung von Bienen und Insekten zu leisten.

Der Betrieb des Aquastaad erfordert jährlich hohe Zuschüsse Wie stehen Sie zum Aquastaad?

Leserfrage von Klaus Priesett, Immenstaad

Lohnt es sich, so viel Geld ins Aquastaad zu pumpen?
Lohnt es sich, so viel Geld ins Aquastaad zu pumpen? | Bild: Gisela Keller

CDU: Aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten müssten wir das Aquastaad schließen. Aber wenn man die Synergien dieses Bades für unsere Mitbürger und den touristisch stark geprägten Ort sieht, ist es – zugegeben – eine teure, aber äußerst wertvolle Investition, die wir gerne unterstützen. Wir setzen uns dafür ein, dass das Aquastaad so schnell wie möglich wieder geöffnet wird.

Freie Wähler: Es muss wie bisher ständig überprüft werden, ob sich der Zuschuss rechtfertigt. Durch die verschärfte Personalsituation muss über alle möglichen Lösungsmöglichkeiten nachgedacht werden, etwa externe Betreiber, eine Änderung der Öffnungszeiten und anderer Maßnahmen.

Grüne: Die Ausgaben der Gemeinde für das Aquastaad sind eine sinnvolle Investition und ein großartiges Angebot für Schulkinder von Immenstaad und Umgebung, die hier das Schwimmen erlernen können. Auch Eltern mit kleineren Kindern und sportlich Aktiven steht ganzjährig ein beheiztes Becken und ein wunderbarer Spielplatz zur Verfügung. Es ist somit ein Alleinstellungsmerkmal für Immenstaad und wird gut genutzt. Solange wir es uns leisten können, ohne wichtige Aufgaben zu vernachlässigen, sollte die Gemeinde dieses Angebot so attraktiv wie möglich gestalten.

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SPD: Das Aquastaad ist wichtig für die Kinder und Jugendlichen, um sich sportlich zu betätigen und das schwimmen zu lernen. Es wird von Vereinen und Schulen genutzt. Wir sollten nicht auf Kosten dieser Gruppen sparen. Auch Senioren benötigen eine Bewegungsstätte in der Nähe, um nicht lange beschwerliche Fahrstrecken nach Friedrichshafen zu haben. Für den Tourismus ist das Aquastaad ein Entscheidungskriterium, in Immenstaad Urlaub zu machen. Das Aquastaad gehört zu Immenstaad wie die Lädine. Der Ortsverein der SPD wird durch seine Vertretung im Gemeinderat immer ein Auge auf die Kosten haben.

Gibt es Überlegungen, den Fußgängern im Ort eine ähnliche Aufmerksamkeit zu widmen wie den Radfahrern?

Leserfrage von Dieter Budde , Immenstaad:

Haben die Radler in Immenstaad Vorrang?
Haben die Radler in Immenstaad Vorrang? | Bild: FEZE

CDU: Immenstaad hat in den letzten Jahren nach und nach die bestehenden Plätze, Fußgängerwege und Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut. Es gilt dieses konsequent fortzuführen. Zur Stärkung des bestehenden Einzelhandels in der Bachstraße sprechen wir uns gegen eine Fußgängerzone in der Bachstraße aus. Allerdings muss für diese dringend über eine Lärmminimierung nachgedacht werden.

Freie Wähler: Den Fußgängern wurde bisher und wird weiterhin hohe Aufmerksamkeit gewidmet.

Grüne: Ja, absolut! Dies ist auch für uns Grüne ein wichtiger Aspekt insbesondere bezüglich der Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer auf dem Weg in den Kindergarten, zur Schule oder zum Schulbus. Schon seit Jahren bemühen wir uns im Gemeinderat um eine Entschärfung von vorhandenen Problemstellen für Fußgänger durch das Anlegen von Gehwegen, Querungshilfen und Zebrastreifen. In die Planung müssen auch Gehbehinderte miteinbezogen werden. Die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Wohngebieten ist und bleibt für uns ein wichtiges Thema.

SPD: Wir fordern eine bessere Kennzeichnung von Fahrrad- und Gehwegen auf den Straßen im Ortskern. Etwa rot gestrichener Asphalt mit weißen Abgrenzungen und Symbolen. Dadurch gibt es mehr Sicherheit besonders für die Kinder und Senioren und eine klare Zuordnung. Wir möchten barrierefreie Gehwege durch Absenkung der Bordsteinkanten, die Rollatorgerecht und sturzfrei sind.

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Haben Sie Vorstellungen, attraktive Einkaufsmöglichkeiten im Einzelhandel nach Immenstaad zu holen?

Dieter Budde, Immenstaad

Bild: Gisela Keller

CDU: Besitzer von Gewerbeflächen in Immenstaad suchen leider vergeblich händeringend Käufer oder Mieter. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Immenstaad hauptsächlich in der Sommersaison stark frequentiert ist. Zum Beispiel wurde im „Hirschenbau“ niemand für die geplante Gewerbefläche im Erdgeschoss gefunden. In diesem Zusammenhang müssen wir uns als Bürger auch selbst hinterfragen, inwiefern wir den örtlichen Einzelhandel in Immenstaad unterstützen oder auch „online“ einkaufen gehen.

Freie Wähler: Wir unterstützen die Forderung im zentralen Bereich in Neubauten im Erdgeschoss ein Ladengeschäft zu installieren. Zudem möchten wir uns für die Entwicklung eines Konzeptes zum Standortmarketing einsetzen.

Grüne: Immenstaad ist mit Einrichtungen zur Grundversorgung sehr gut ausgestattet. Mehrere Supermärkte, Bäckereien, Metzgereien, Apotheken, Geschäfte für Mode, Schuhe und Schreibwaren, Ärzte und vieles mehr bieten eine für Gemeinden dieser Größe überdurchschnittliche Grundversorgung. Ob die Inhaber auf Dauer wirtschaftlich arbeiten können, hängt natürlich auch vom Konsumverhalten der Immenstaader ab: Den lokalen Handel unterstützen statt Internet- oder Auswärtskauf.

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SPD: Die Infrastruktur ist gut in Immenstaad. Weitere Ansiedlungen wären wünschenswert, aber die in der Frage beschriebenen Geschäfte haben grundsätzlich kaum noch eine Chance, in kleinen Orten zu überleben. Der Onlinehandel hat sich da durchgesetzt.

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