Den Grundsatzbeschluss für den Umbau hatte der Gemeinderat bereits vor vier Wochen gefasst – und gleichzeitig der Verwaltung den Auftrag erteilt, Architekt und Innenarchitekt für die Planungen auszuwählen. „Wir haben am 2. Oktober mit vier Architekturbüros und drei Planungsbüros für Innenarchitektur Vergabegespräche geführt“, erklärte Ortsbaumeister Ulrich Kohler. Eingeladen waren: das Architekturbüro Mohr, das Büro für Bautechnik Bernd Haug und das Architekturbüro VSS (Veeser, Schlessmann, Scheriau) aus Immenstaad sowie die freien Architekten Sigg aus Uhldingen-Mühlhofen. Für die Innenarchitektur nahmen Peter Bucher aus Owingen, Robert Dauwalter aus Immenstaad sowie Konrad Knoblauch aus Markdorf am Vergabegespräch teil.

Diskussion über Bewertungseinzelheiten

Man habe gute und konstruktive Gespräche geführt, erklärten Ulrich Kohler und Bürgermeister Johannes Henne. Für die Bewertung der Büros habe man den Gesamteindruck der Persönlichkeit und des vorgestellten Büros, die Referenzliste mit ähnlichen Projekten und öffentlichen Gebäuden sowie das voraussichtliche Honorar berücksichtigt und mit Punkten versehen, erklärte Kohler. Das Architekturbüro Mohr und das Planungsbüro Robert Dauwalter hätten die meisten Punkte erhalten und seien deshalb aus Sicht der Verwaltung am besten geeignet. Die konkreten Ergebnisse der Bewertung für die einzelnen Büros könne man jedoch erst im Anschluss an die öffentliche Sitzung im nichtöffentlichen Teil erläutern. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen“, fügte Henne hinzu.

Entscheidung vertagt

Der Vorschlag, trotzdem gleich über die Vergabe abzustimmen, stieß im Rat auf wenig Gegenliebe. Markus Böhlen (Grüne) wandte ein: „Dieses Vorgehen verstehe ich nicht ganz. Ich hätte gerne in nichtöffentlicher Sitzung darüber gesprochen, bevor wir hier eine Entscheidung treffen – und nicht umgekehrt“. Dafür gab es beifälliges Klopfen und Zustimmung aus den Reihen von SPD und FWI. Helga Bauer (FWI) beantragte nach längerer Diskussion, die Entscheidung zu vertagen. So wurde es mit einer Mehrheit von neun von sechzehn Stimmen beschlossen. Wenn es deshalb Verzögerungen beim Planungsbeginn gebe, sei das nicht die Schuld des Gemeinderats, betonte Hubert Langenstein (FWI) – es liege allein an der Reihenfolge des Vorgehens.