Schauplatz für das diesjährige Training war am Samstagnachmittag das Haus von Helmut Heberle in der Seestraße West. Insgesamt 35 der 41 aktiven Feuerwehrleute sowie zehn Helfer des DRK aus Immenstaad haben bei der Übung mitgemacht.

In einer Küche im Obergeschoss des Wohnhauses hatte sich ein Brand ausgebreitet – so das Übungsszenario. Zu retten waren zwei Personen vom Balkon sowie zwei aus dem Treppenaufgang. "Wir sind mit dem Löschzug ausgerückt", sagt Teilnehmer Jan Kießling. Am Einsatzort angekommen, half der 21-Jährige bei der Menschenrettung über die Drehleiter. "Wir müssen mit der Leiter hochfahren, um die zwei Leute oben zu retten – einen nach dem anderen", erklärte Kießling. Nachdem alle vier Statisten in Sicherheit sind, kommt das DRK zum Einsatz. "Wir übergeben die Verletzten jetzt zur medizinischen Betreuung an die Ersthelfer", so der Feuerwehrmann. Kießling ist seit seinem 11. Lebensjahr bei der Immenstaader Wehr dabei, seit seinem 18. Geburtstag bei den Aktiven. Für ihn ist das Szenario demnach nichts Neues. Doch Kießling weiß, dass die jährliche Übung wichtig ist. "Im Ernstfall muss jeder wissen, was zu tun ist und sich auf die anderen verlassen können", sagt der 21-Jährige. Unter den vielen Zuschauern, die die Übung verfolgen, waren vor allen Familien mit Kindern, die sich das Spektakel in der Seestraße nicht entgehen lassen wollten. "Es ist das erste Mal, dass ich ein Feuerwehrauto so nahe sehen kann", sagte der zehnjährige Felix mit leuchtenden Augen. "Das ist ganz schön spannend und die Leiter ist wirklich groß. Vielleicht möchte ich später auch einmal Feuerwehrmann werden."

Neben der Aktiven Wehr wurde auch die Jugendfeuerwehr auf die Probe gestellt. Sie mussten von einem Brand ausgehen, den es in der Brennerei bei Rainer Heberle zu löschen galt. Dabei mussten außerdem drei verletzte Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet und an das Jugendrotkreuz übergeben werden. 16 Jugendfeuermitglieder waren dabei, zusätzlich drei, die die Verletzte mimten.

"Ich habe zusammen mit meinem Partner gelöscht", sagte Nico nach dem Training. Der Elfjährige erklärte, wie wichtig Zusammenarbeit bei einem Einsatz ist: "Alleine klappt nichts. Wir müssen einfach gemeinsam arbeiten. Einer hält das Strahlrohr, der andere den Schlauch." Um einen anderen Part während des Trainings kümmerte sich Florian. Der 14-Jährige war für die Rettung der Verletzten zuständig, die anschließend an zehn Mitglieder des Jugendrotkreuzes übergeben wurden. "Ganz wichtig ist es, dass die Person mit den Beinen voraus auf der Liege transportiert wird", erklärte Florian. Dies habe zwei einfache Gründe: "Einmal sieht der Verletzte, wohin er getragen wird. Außerdem wird ihm viel weniger schlecht, als wenn wir ihn rückwärts transportieren." Der 14-Jährige war mit großem Eifer bei der Sache und ist sich sicher, dass er noch viele Jahre bei der Feuerwehr dabei sein möchte.