Es war für viele eine Überraschung, als Anfang Mai bekannt wurde, dass das Aquastaad wegen Personalmangels und Krankheit bis Anfang Juni geschlossen bleibt. Zunächst war noch geplant, die Öffnungszeiten nur einzuschränken, doch daraus wurde nichts, wie Immenstaads Bürgermeister Johannes Henne damals schon befürchtet hatte. Hintergrund: Aktuell ist es sehr schwer, Personal zu finden, sowohl Rettungsschwimmer als auch Fachangestellte für Bädertechnik. Inzwischen habe sich die Situation jedoch entspannt und es konnten neue Leute gefunden werden, berichtet der Bürgermeister: „Im Moment haben wir, was das Soll angeht, die Stellen besetzt.“ Allerdings gibt es ein großes „Aber“.

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Henne: „Da darf keiner ausfallen“

Rettungsschwimmer gibt es inzwischen genug für das Aquastaad, sowohl in Vollzeit – zwei neue wurden eingestellt – als auch in Teilzeit; sowohl befristet als auch geringfügig beschäftigt. Die Befähigung der neuen Leute sei dabei wichtig gewesen. „Bei der Aufsicht sind wir sehr gut aufgestellt“, sagt Henne. „Aber die Technik kommt etwas zu kurz“, erläutert der Bürgermeister. Derzeit gebe es nur zwei ausgebildete Leute von den zehn Beschäftigten, die mit der Bädertechnik umgehen können. Die müssten von Montag bis Sonntag verfügbar sein und einer rund um die Uhr erreichbar. Das funktioniere allein schon vom Arbeitsschutz her nicht. Und wenn jemand krank werde schon gar nicht. „Da darf keiner ausfallen“, sagt Henne. Man habe sicherheitshalber noch jemanden vom Bauhof in die Technik eingewiesen. Dennoch fehle die Flexibilität. Hoffnung für die Zukunft ist vielleicht ein Auszubildender zum Fachangestellten für Bäderbetriebe im zweiten Lehrjahr. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Im Aquastaad läuft derzeit wieder alles normal. Die Gäste, hier Aletta und Marco Scherer aus Mannheim, genießen das warme Wetter und den Bodensee.
Im Aquastaad läuft derzeit wieder alles normal. Die Gäste, hier Aletta und Marco Scherer aus Mannheim, genießen das warme Wetter und den Bodensee. | Bild: Wex, Georg

Ist die Eigenregie künftig noch haltbar?

In die Diskussion kam deshalb bereits im Mai, ob die Gemeinde das Aquastaad in Eigenregie weiterbetreibt oder auf einen externen Dienstleister zurückgreift. „Derzeit kommen wir ohne externen Dienstleister aus“, meint Henne. Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats müsse jedoch diskutiert werden, wie die Gemeinde langfristig mit dem Thema umgehen wolle. Ein Dienstleister, der mehrere Bäder betreut, hätte den Vorteil, dass er auf einen größeren Personalpool zurückgreifen könne. Zudem sei der Bäderbetrieb keine originäre Pflichtaufgabe einer Gemeinde.

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Saisonkarte 2019 ein Fünftel günstiger

Der Preis für die Saisonkarte wird wegen der Schließung im Mai gesenkt – von 80 auf 64 Euro. Ein Fünftel, also ein Monat von normalerweise fünf Monaten im Sommer, wurden erlassen, berichtete Henne. Derzeit ist das Aquastaad nach zeitlichen Einschränkungen im Juni wieder wie gewohnt geöffnet: das Hallenbad von 8.30 bis 18 Uhr und das Strandbad von 9 bis 20 Uhr.