Schaut man sich die Themen an, mit denen sich die Ortsgruppe der Grünen bei ihrer Gründung vor 15 Jahren beschäftigt hat, fällt auf: Es sind im Grunde die gleichen Themen, für die sich die Mitglieder auch heute einsetzen. Den großen Unterschied zwischen damals und heute beschreibt Angelika Bauser-Eckstein, Mitglied im Gemeinderat, so: "Anfangs wurden wir belächelt und manchmal auch verspottet. Die Einstellung der anderen Gemeinderäte zu unseren Themen ist inzwischen wesentlich aufgeschlossener geworden. Wir haben dicke Bretter gebohrt, aber viele grüne Themen von 2004 sind heute selbstverständlich und werden von den anderen Fraktionen inzwischen ähnlich vertreten."

Zahl der Mitglieder stieg schnell an

Am 1. Dezember 2003 fand die Gründungsversammlung der Ortsgruppe statt. "Mit sieben Gründungsmitgliedern haben wir angefangen, nach der Versammlung waren wir schon 13", erzählt Gemeinderatsmitglied Markus Böhlen. Zur Kommunalwahl 2004 standen bereits 16 Kandidaten auf dem grünen Wahlzettel – plus vier für den Ortschaftsrat Kippenhausen. "Es war für uns eine echte Überraschung, dass auf Anhieb zwei Grüne, Angelika Bauser-Eckstein und ich, in den Gemeinderat und einer, Klaus Lindemann, in den Ortschaftsrat gewählt wurden."

Am Infostand warben im Wahlkampf 2004 Angelika Bauser-Eckstein, Franziska Swertz, Helga Hecking und Mathias Landgraf (von links) um Wählerstimmen.
Am Infostand warben im Wahlkampf 2004 Angelika Bauser-Eckstein, Franziska Swertz, Helga Hecking und Mathias Landgraf (von links) um Wählerstimmen. | Bild: Grüne Immenstaad

Erhalt des dörflichen Charakters noch immer wichtiges Thema

Ein wichtiges Wahlkampfthema von 2004 lautete "Erhalt des dörflichen Charakters von Immenstaad". Markus Böhlen erklärt: "Wir wollten uns schon damals mit den Gebieten beschäftigen, für die es keinen Bebauungsplan gab. Das ist vor allem im alten Ortskern so. Wir sind für Nachverdichtung, um den Flächenverbrauch möglichst klein zu halten aber uns war und ist wichtig, dass der Ortscharakter erhalten bleibt." Die Grünen seien damals für ihren Vorschlag im Gemeinderat ausgelacht worden. "Aber heute wären viele froh, wenn wir das damals angegangen wären." Ein Rahmenplan für den Ortskern steht inzwischen auf der Agenda von Verwaltung und Gemeinderat.

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Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer

Angelika Bauser-Eckstein ergänzt: "Auch die Themen Klimaschutz, Verkehr, Familie und Jugend ziehen sich bei uns von Anfang an durch. Radverkehr und Sicherheit für Fußgänger ist für uns ein Dauerbrenner." So sei Tempo 30 auf der Hauptstraße von Anfang an eine Forderung der Grünen gewesen. "Wir kämpfen auch schon sehr lange für sicherere Schulwege", sagt sie. "Zum Beispiel an der Fritz-Kopp-Straße fehlen Gehwege." Hier habe man bisher allerdings wenig erreichen können.

Klaus Lindemann (links) und Peter Hecking beim Fahrrad-Aktionstag im Wahlkampf 2004.
Klaus Lindemann (links) und Peter Hecking beim Fahrrad-Aktionstag im Wahlkampf 2004. | Bild: Grüne Immenstaad

Viele Prozesse in Gang gebracht

Für die Forderung der Grünen nach längeren Betreuungszeiten und flexiblen Abholzeiten in Immenstaader Kindertagesstätten habe der Gemeinderat 2004 nur sehr wenig Verständnis übrig gehabt. Heute sei niemand mehr dagegen. Ähnlich sei es mit dem Thema Klimaschutz. "Bei der Planung für die neue Kita Seegaddel zum Beispiel haben sich alle Fraktionen für Solarenergie und Geothermie ausgesprochen und auch beim Neubau des Bauhofs war Energie-Effizienz wichtig. Das freut uns natürlich sehr", sagt Angelika Bauser-Eckstein. Wenn man immer wieder dränge und bohre, dauere es meist eine Weile, bis Argumente fruchten, zeigt sie sich überzeugt. "Aber es ist uns gelungen, Prozesse in Gang bringen."