Die Fasnetsaison, die Narrenvater Wolfgang "Hoss" Haas pünktlich am 11.11. um 11 Uhr 11 einläutete, soll für die Hennenschlitter eine ganz besondere werden: Sie wollen gebührend feiern, dass es die Immenstaader Fasnet schon seit 170 Jahren gibt – und auch mehrere Gruppen feiern 2019 runde Geburtstage.

Pünklich um 11.11 Uhr läutete Narrenvater Hoss mit seiner Schelle die Fasnet ein.
Pünklich um 11.11 Uhr läutete Narrenvater Hoss mit seiner Schelle die Fasnet ein. | Bild: Gisela Keller

1849: Beteiligte an Fasnetsspiel müssen fliehen oder kommen in Haft

„Vor 170 Jahren gab es das erste Fasnetsspiel in Immenstaad“, erklärte der Narrenvater zum Fasnetsauftakt im Gasthof "Krone" vor den versammelten Hennenschlittern und ihren Gästen. Wie in der Vereinschronik nachzulesen ist, wurde beim politischen Fasnachtsspiel am Fasnachtsdienstag 1849 die Revolution von 1848 nachgespielt. Dabei wurden die Obrigkeit und die deutschen Fürsten durch den Kakao gezogen. Die Aufführung habe polizeiliche Untersuchungen nach sich gezogen, manche Beteiligten hätten ins Ausland fliehen müssen oder seien in Untersuchungshaft gekommen, heißt es dort außerdem.

Bürgermeister Johannes Henne trägt seine Hennenschlitter-Kappe mit Stolz.
Bürgermeister Johannes Henne trägt seine Hennenschlitter-Kappe mit Stolz. | Bild: Gisela Keller

„Die Leute damals haben trotzdem gelacht – vielleicht auch, weil sie damals sonst nicht viel zu lachen hatten“, erklärte der Narrenvater weiter. „Das ist auch heute noch unsere Aufgabe: Frohsinn und große Freude zu verbreiten." Wie die Hennenschlitter dieser Aufgabe 2018 gerecht wurden, zeugte der ausführliche Bericht, in dem der Narrenvater zur Erheiterung aller Anwesenden besondere Vorkommnisse zusammengefasst hatte.

Weihnachtsumtrunk auf dem Rathausplatz

Schriftführer Klaus Burkhard stellte die Planungen für die neue Saison vor. Am 21. Dezember ab 18 Uhr laden die Hennenschlitter zum Weihnachtsumtrunk auf dem Rathausplatz ein. Musikanten werden Weihnachtslieder und das „Mäschkerle“ spielen. Das nächste Prinzenpaar werde seinen närrischen Untertanen vorgestellt. Die eigentliche Fasnet beginnt mit dem Einschnellen am Dreikönigstag. Am 12. Januar wird der Narrenbaum aufgestellt.

Erstmals Jugendball geplant

Erstmals soll es einen Jugendball geben: am 19. Januar im Winzerkär. „Wenn es sich bewährt, wollen wir in Zukunft jedes Jahr einen Jugendball veranstalten“, kündigte Klaus Burkhard an. Die Hexengruppe wird 70 Jahre alt und will dies am 22. Februar feiern, wie Gruppenführerin Caroline Matt erklärte.

Hexen feiern am 22. und 23. Februar

Zur großen Hexenparty in der Linzgauhalle und im Festzelt davor werden sich ab 20.30 Uhr Hästrager und Immenstaader versammeln. Am 23. Februar soll der "Jubiläumsumzug" durchs Dorf ziehen. Befreundete Zünfte wurden eingeladen und auch die Hechtler aus Münsterlingen wollen sich etwas Besonderes einfallen lassen, wie „Oberhecht“ Richard Entenmann ankündigte. Nach dem Umzug steigt ein Fest in der Linzgauhalle und im Festzelt.

Fasnetsmarkt am 3. März in der Bachstraße

Am 28. Februar ist Schmotziger Dunstig, der Höhepunkt der Immenstaader Fasnet, mit Prinzenhochzeit, Hochzeitsumtrunk im Winzerkär und Hemedglonker. Am 2. März steigt der Kinderball für den Nachwuchs, am 3. März findet der Fasnetsmarkt in der Bachstraße statt. Nach einer langen Saison wird es am Fasnetsdienstag um Mitternacht heißen: „Welch ein Jammer, welcher Graus, Gott sei Dank isch Fasnet aus."

Das Prinzenpaar der Saison 2017/2018, Prinzessin Iris und Prinz Lukas, gehört jetzt wieder zum Volk. Zum Fasnetsauftakt bedankten sich die Elferräte bei den "Neu-Bürgerlichen".
Das Prinzenpaar der Saison 2017/2018, Prinzessin Iris und Prinz Lukas, gehört jetzt wieder zum Volk. Zum Fasnetsauftakt bedankten sich die Elferräte bei den "Neu-Bürgerlichen". | Bild: Gisela Keller