Große Holzkisten stehen in der Manufaktur Draenert und sind in Kürze nach Wladiwostok, Singapur, Florida und zu vielen anderen Orten auf fünf Kontinenten unterwegs. Darin sorgfältig verpackt sind begehrte Designmöbel "Made in Immenstaad". Wie diese hergestellt werden, konnten die Besucher am Tag der offenen Tür zum 50-jährigen Bestehen der Manufaktur auf Führungen durch die Werkstätten erfahren.

Im Steinpark zeigte Robert Schmid die riesige Auswahl an Steinplatten, aus denen bei Draenert Tische gefertigt werden.
Im Steinpark zeigte Robert Schmid die riesige Auswahl an Steinplatten, aus denen bei Draenert Tische gefertigt werden. | Bild: Gisela Keller

Vom Showroom in der Orangerie führt Draenert-Mitarbeiter Robert Schmid eine von vier großen Gruppen interessierter Besucher erst einmal in den Steinpark neben dem Produktions-Gebäude. "Dies ist das Herzstück der Manufaktur. Hier lagern Platten aus etwa 150 verschiedenen Steinarten aus der ganzen Welt", erklärt er. Aus solchen Platten werden zum Beispiel die Tische mit der ausgeklügelten Auszieh-Mechanik hergestellt, für die Draenert weltberühmt ist. Jeder Tisch wird individuell mit der vom Kunden ausgewählten Tischplatte gefertigt, oft in Über- und Sondergrößen.

Etwa eineinhalb Stunden Zeit und viel Erfahrung des Steinmetzes brauche es, eine Steinplatte dieser Größe makellos zu polieren, erklärte Robert Schmid in der Steinmetzwerkstatt.
Etwa eineinhalb Stunden Zeit und viel Erfahrung des Steinmetzes brauche es, eine Steinplatte dieser Größe makellos zu polieren, erklärte Robert Schmid in der Steinmetzwerkstatt. | Bild: Gisela Keller

"Wir machen alles hier vor Ort", erklärt Schmid und führt die Gruppe weiter in die Werkstatt der Steinmetze. Hier werden die Platten zugeschnitten und in einer CNC-Maschine Kanten und Rillen zum Befestigen der Mechanik an der Unterseite gefräst.

Noch in der Steinmetzwerkstatt in Arbeit ist der aus einem Block Marmor entstehende "Marble Wing", das neueste Kunstobjekt der Draenert-Kollektion. Limitierte Auflage: 15 Stück.
Noch in der Steinmetzwerkstatt in Arbeit ist der aus einem Block Marmor entstehende "Marble Wing", das neueste Kunstobjekt der Draenert-Kollektion. Limitierte Auflage: 15 Stück. | Bild: Gisela Keller

Anschließend kommt die Platte auf den Poliertisch, wo viel Erfahrung und Feingefühl des Steinmetzes fürs makellose Polieren gefragt ist. Wünscht der Kunde eine Platte aus Massivholz, ist die Schreinerei am Zug.

In der Halle für die Endmontage zeigt Robert Schmid seiner Besuchergruppe, wie einfach sich der Tisch "Adler" trotz 250 Kilogramm schwerer Platte ausziehen lässt.
In der Halle für die Endmontage zeigt Robert Schmid seiner Besuchergruppe, wie einfach sich der Tisch "Adler" trotz 250 Kilogramm schwerer Platte ausziehen lässt. | Bild: Gisela Keller

Für die Auszieh-Mechanik, mit der sich die schweren Platten kinderleicht bewegen lassen, sowie für bestimmte Varianten der Tischfüße ist die Schlosserei zuständig. Beistelltische mit Glasplatten werden in der Glaswerkstatt zusammengefügt, alle anderen in der Halle zur Endmontage.

Jeden Makel in einer Rindlederhaut spürt Elke Lembeck in der Posterei auf, bevor aus den Häuten Stuhlbezüge werden – natürlich nur aus den makellosen Teilen.
Jeden Makel in einer Rindlederhaut spürt Elke Lembeck in der Posterei auf, bevor aus den Häuten Stuhlbezüge werden – natürlich nur aus den makellosen Teilen. | Bild: Gisela Keller

Aus ebenfalls in den Werkstätten gefertigten Einzelteilen werden in der Polsterei die passenden Stühle zu den Tischen montiert und mit Rindsleder in einer riesigen Farbauswahl und bester Qualität bezogen.

Im Showroom in der Orangerie sind Modelle der aktuellen Kollektion und eine Ausstellung zur Firmengeschichte zu sehen. Patric Draenert (Mitte) kam am Tag der offenen Tür dort mit vielen Besuchern ins Gespräch.
Im Showroom in der Orangerie sind Modelle der aktuellen Kollektion und eine Ausstellung zur Firmengeschichte zu sehen. Patric Draenert (Mitte) kam am Tag der offenen Tür dort mit vielen Besuchern ins Gespräch. | Bild: Gisela Keller

Patente, Innovationen oder die Erschließung neuer Märkte seien bei Draenert selbstverständlich, erklärte Sönke Voss, der Patric Draenert in Namen der IHK zum Jubiläum gratulierte und fügte hinzu: "Gepaart mit Kreativität und Hingabe mündet dies nicht nur in unternehmerischem Erfolg, sondern auch unzähligen Preisen und Auszeichnungen." Möbel der Draenert-Kunstkollektion wurden bereits im Museum of Modern Art (MoMa) in New York oder dem Viktoria-and-Albert-Museum in London gezeigt. Auf dem besten Weg dazu ist ein Chaiselongue aus weißem Marmor, das Hadi Teherani designt hat.

Damit die wertvollen Design-Möbel den Transport unbeschadet überstehen, wird auch die Verpackung individuell gefertigt, erklärt Robert Schmid hier seiner Besuchergruppe.
Damit die wertvollen Design-Möbel den Transport unbeschadet überstehen, wird auch die Verpackung individuell gefertigt, erklärt Robert Schmid hier seiner Besuchergruppe. | Bild: Gisela Keller