Wenn am Sonntagabend die Immenstaader Kammermusiker mit Freunden für ein Benefizkonzert die Bühne des Bürgersaals betreten, wollen sie ihren Zuhörern Sommernachtsträume bescheren. "Romantik pur" steht auf dem Programm. Nach 26 Jahren ist es das letzte Konzert der Reihe, das von Andrea Diersch organisiert wird. Zum Schluss soll es ein besonderer musikalischer Höhepunkt werden.

Virtouos an der Geige: Musiklehrerin Andrea Diersch
Virtouos an der Geige: Musiklehrerin Andrea Diersch | Bild: Archiv

Der Beginn der Konzertreihe geht auf die Initiative der Diplom-Musikerin und Konzertgeigerin Andrea Diersch zurück, die aus dem Rheinland stammt und seit 1987 am Bodensee lebt. Von 1992 bis 2001 spielte sie in der Philharmonie Konstanz die erste Geige, seit 1996 unterrichtet die Diplom-Instrumentalpädagogin an der Musikschule in Markdorf.

Bereicherung im klassischen Bereich

"Wir wollten neben den existierenden Musikvereinen der Region vor Ort eine Bereicherung auf klassischer Ebene für Immenstaad, den unteren Linzgau, Markdorf und das Hinterland sein", erläutert sie ihre Beweggründe. Engagierte Amateurmusiker, die in anderen Berufen in Unternehmen der Region arbeiteten, Schüler, Studenten und auch mehrere musizierende Ärzte bildeten die Basis für die Gründung eines Kammermusikvereins im Jahr 1998. Von Anfang an und bis heute gehören Dr. Wilhelm Schmidt (Kontrabass), Dr. Harald Pyzik (Violine und Viola), Dr. Georg Brendle und Dr. Georg Willich zu den Immenstaader Kammermusikern.

Konzerte in neuen Formationen

Auch wenn sich der Verein Anfang 2007 aus organisatorischen Gründen aufgelöst hat, fanden sich die Musiker in neuen Formationen zusammen und gaben weiterhin Konzerte. Beim Konzert am Sonntag sei die Hälfte der Musiker Profis, die andere bestehe aus Amateuren mit viel Elan, erklärt Diersch.

Jedes Jahr etwas Besonderes

Jedes Jahr hat sie sich etwas einfallen lassen, um aus jedem Konzert etwas Besonderes zu machen. 2015 etwa überzeugte sie den Markdorfer Bürgermeister Georg Riedmann, ausgebildeter Profigeiger und ehemaliger Konzertmeister in Basel, zugunsten krebskranker Kinder bei den Kammermusikern mitzuspielen. Als musikalische Bilderreise verband das Konzert 2016 Bilder der Künstlerinnen Margret Wosnitzka und Monika Schwab mit Musik von Antonin Dvorak, Béla Bartok und Sergei Prokofjew zu einem farblich verstärkten Hörerlebnis.

Dieses Jahr rein instrumentelle Kammermusik

"2017 war das Konzert mit Schuberts Streichquintett als Höhepunkt verbunden mit lyrischen Impressionen Romantik durch und durch", erklärt Diersch. "Diesmal spielen wir reine instrumentelle Kammermusik", kündigt sie für das Konzert am Sonntag an. Als einen ganz besonderen Höhepunkt des Konzertes nennt sie "Lieder ohne Worte" von Felix Mendelssohn Bartholdy in Streichquartett-Besetzung mit Posaune. Auch das Oktett und Quintett von Mendelssohn wollen die Immenstaader Kammermusiker auf die Bühne bringen. Fünf Bläser und vier Streicher sind beim von Franz Lachner komponierten Nonett zu hören, das Diersch als weiteren Höhepunkt des Abends ankündigt.

Vermutlich nicht das letzte Konzert

Auch wenn das Konzert am Sonntag das letzte sein wird, das Andrea Diersch organisiert, wird es wahrscheinlich nicht das letzte Konzert der Immenstaader Kammermusiker im Bürgersaal sein. Sie habe bereits einen möglichen Nachfolger im Auge, sagt Diersch. Sie könne allerdings nicht versprechen, dass die Konzertreihe weiterhin in jährlichem Rhythmus stattfinden werde.