Nichts ging mehr auf der B 31 bei Kirchberg zwischen Immenstaad und Hagnau, nachdem am späten Nachmittag ein bulgarischer Lastwagen fast ungebremst auf einen marokkanischen Lastwagen aufgefahren war. Der Fahrer des aufgefahrenen Lasters wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und nach seiner Befreiung verletzt ins Krankenhaus gebracht. "Er hat wegen der tief stehenden Sonne wohl nicht gesehen, dass ich wegen des Verkehrs vor mir bremsen musste", vermutete der Fahrer des Lastwagens aus Marokko. "Dann ist er voll hinten in mich reingekracht."

Völlig zerstört wurde das Fahrerhaus des auffahrenden LKW.
Völlig zerstört wurde das Fahrerhaus des auffahrenden LKW. | Bild: Uwe Petersen

Die Polizei nahm nicht nur den Unfall auf, sondern sorgte auch für die Umleitungen. "Wir schicken die Autos und den leichten Güterverkehr durchs Hinterland. Die schweren Lastwagen müssen aber warten. Wenn wir die umleiten, bleiben sie in Kippenhausen stecken", erklärte einer der Polizeibeamte die Lage. Über den Zustand des verletzten Fahrers konnte er noch nichts sagen.

Völlig zerstört wurde das Fahrerhaus des auffahrenden LKW. Zur Sicherheit steht ein Feuerlöscher der Hagnauer Wehr bereit.
Völlig zerstört wurde das Fahrerhaus des auffahrenden LKW. Zur Sicherheit steht ein Feuerlöscher der Hagnauer Wehr bereit. | Bild: Uwe Petersen

Leidtragende des Unfalls waren auch die im Stau stehenden Lastwagenfahrer. "Ich habe jetzt bereits eine Stunde verloren", klagte ein Fahrer aus der Ukraine. "Da kann ich meine Ruhezeiten nicht einhalten und bekomme eine Strafe. Die Zeit im Stau, also auf der Straße, zählt nicht als Pause. Spätestens an der Grenze nach Österreich werde ich kontrolliert." Verzweifelt hantierte er an seinem Handy, fand aber keine Lösung, erst recht nicht, als er erfuhr, dass er mindestens noch eine weitere Stunde warten müsse.

Als Folge des Unfalls war auch die B33 ab dem Sabaknoten überlastet: Über sie wurde der gesamte Verkehr beider Bundesstraßen geleitet.
Als Folge des Unfalls war auch die B33 ab dem Sabaknoten überlastet: Über sie wurde der gesamte Verkehr beider Bundesstraßen geleitet. | Bild: Uwe Petersen

Auch die Hagnauer Feuerwehr war vor Ort, sicherte die Unfallstelle und den Verkehr auf dem Gemeindeverbindungsweg. Es brannte an der Unfallstelle nicht, aber vorsichtshalber wurden ein Feuerlöscher positioniert und das Löschfahrzeug in Bereitschaft gehalten. "Wir waren vor den Immenstaadern da", erklärte Christian Megerle. "Wir sind ja auch näher dran." Derweil baute sich auf der anderen Seite ein neuer Stau auf: Die Polizei leitete den kompletten Verkehr am Sabaknoten auf die B 33 um, sodass diese vollkommen überlastet war und sich eine kilometerlange Schlange Richtung Überlingen bildete.

Für alle Fälle sicherte die Hagnauer Feuerwehr die Unfallstelle ab.
Für alle Fälle sicherte die Hagnauer Feuerwehr die Unfallstelle ab. | Bild: Uwe Petersen