Wirklich damit gerechnet, dass die B 31 vor ihrer Haustür ausgebaut werden könnte, haben Ulrike Huber, Anneliese Mauch und Bärbel Härle-Schultheiss lange Zeit nicht. Sie dachten, dass diese Idee niemals umgesetzt werden würde und dass die nördliche Trasse gebaut würde. Nach der Raumanalyse der Gutachter des Regierungspräsidiums sei die Wahrscheinlichkeit für den Ausbau der bestehenden Trasse allerdings beträchtlich gestiegen. Ein Ausbau wäre Irrsinn, sind sich die drei Frauen einig.

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Huber, Mauch und Härle-Schultheiß sind direkte Anwohnerinnen der B 31. In Gesprächen mit vielen Immenstaadern hätten sie den Eindruck gewonnen, dass vielen nicht klar sei, dass ein Ausbau nicht nur für die unmittelbaren Anwohner bedeuten würde. "Sonst würden sich noch viel mehr Immenstaader entschieden gegen einen Ausbau wehren", sagt Huber.

Kommt Tourismus zum Erliegen?

Sie ist sicher: "Schon während der Bauphase käme der Tourismus nahezu zum Erliegen". Sie fragt: "Wer will schon im dicken Stau über eine Autobahn-Baustelle anreisen und dann noch ganz in der Nähe so einer Großbaustelle Urlaub machen?"

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Den Vorschlag einer gedeckelten Ausbau-Variante – wie von der BUND–Ortsgruppe vorgeschlagen – halten die drei Frauen für unrealistisch – schon wegen der hohen Kosten. Die bisher veröffentlichten Pläne des Regierungspräsidiums sähen eine gedeckelte Variante ja auch gar nicht vor, sondern lediglich noch nicht näher definierte Lärmschutzmaßnahmen an besonders betroffenen Teilbereichen. Bei einem Ausbau dränge sich auch eine weitere Frage auf: Wohin solle der viele Verkehr, der dann jahrelang nicht oder nur eingeschränkt über die jetzige B 31 fließen kann, umgeleitet werden?

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Ein Lärmgutachter hat bisher lediglich bei Bärbel Härle-Schultheiß vorbeigeschaut: "Er war der Meinung, bei meinem Haus seien keine weiteren Maßnahmen nötig. Ich hätte ja schon auf eigene Kosten Lärmschutzfenster eingebaut", berichtet sie. „Für die Belastung an den Gebäudeseiten, die nicht direkt zur B 31 zeigen, hat er sich überhaupt nicht interessiert". Noch bessere Lärmschutzfenster als bisher möchte Ulrike Huber gern einbauen lassen. Aber für einen Zuschuss bräuchte sie ein Gutachten. Ulrike Huber lebt mit ihren drei Kindern und den Schwiegereltern nur wenige Meter von der B 31 entfernt. "Die Hubers leben seit 1909 in diesem Haus", berichtet sie.

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Nachdem ihr Mann 2014 verstorben ist, wurden die im alten Haus und in einem Neubau eingerichteten Ferienwohnungen zur Existenzgrundlage für die Familie. Diese sieht Huber bei einem Ausbau der jetzigen Trasse bedroht. "Bisher ist es uns gelungen, die Beeinträchtigungen durch die Straße halbwegs mit unseren gut ausgestatteten Wohnungen und besonders gutem Service zu kompensieren", sagt sie, "aber ein Ausbau wäre schon während der Bauzeit das Aus für meinen Gästebetrieb".

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Dagegen könnten auch die besten Schallschutzfenster wenig ausrichten: "Wer will schon an einer Autobahn Urlaub machen?" Anneliese Mauch lebt in der Nachbarschaft von Ulrike Huber. In ihrem Haus vermietet sie einige Wohnungen an Dauermieter. Auch diese, so befürchtet sie, würden sich bei einer Großbaustelle nach anderen Wohnungen umsehen. Das gehe dann auch an ihre Existenz.