Nur wenige Tage können Kinder noch auf dem Spielplatz Hinterkirch rutschen, schaukeln und buddeln. In der kommenden Woche wird der Bauhof den Platz abräumen. Dass der Eigentümer den Pachtvertrag mit der Gemeinde nach einigen Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen würde, war schon bei Vertragsabschluss klar. Jetzt soll auf dem Grundstück ein Haus gebaut werden.

Förderverein setzt sich für Spielplätze in der Gemeinde ein

Die vergangenen Jahre haben deutliche Spuren an Platz und Geräten hinterlassen. Der ziemlich heruntergekommene Zustand sei auch einer der Auslöser für die Gründung des Fördervereins für Spielplätze vor rund einem Jahr gewesen, erklärt dessen Vorsitzende Nina Schobloch.

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Eltern aus dem Verein hätten damals die Idee gehabt, Spielgeräte wie die Rutsche durch Abschleifen der alten Farbe und einen neuen Anstrich zu verschönern und seien damit zum Ortsbauamt gegangen. Dort habe man ihnen mitgeteilt, dass der Platz nur noch für begrenzte Zeit zur Verfügung stehe und es sich nicht mehr lohne, Geld und Arbeit zu investieren. Der Verein habe sich daraufhin mehr auf die anderen Spielplätze im Ort konzentriert.

Platz war vor allem für Kleinkinder geeignet

„Trotz des wenig einladenden Zustands des Spielplatzes Hinterkirch war es immer schön, hier mit anderen Eltern und den Kindern die eine oder andere Stunde zu verbringen. Vor allem, weil der Platz mehrere Spielmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren bietet, wird er uns fehlen“, sagt Nina Schobloch.

Auf dem Platz Hinterkirch gibt es ein Schaukelgestell mit zwei Schaukeln, eine kleine Rutsche, ein Wipptier und einen Sandkasten mit Spielbagger. „Es gibt zwar auf jedem Spielplatz im Ort ein bisschen was für die Kinder unter drei Jahren, aber Hinterkirch war einfach besonders für diese Altersgruppe geeignet“, sagt Nina Schobloch.

Andere Spielplätze sollen aufgewertet werden

Ortsbaumeister Ulrich Kohler betont: „Wir werden uns mit dem Förderverein zusammensetzen und nach Möglichkeiten suchen, um das auszugleichen. Die Eltern aus dem Verein wissen am besten, wo es Defizite gibt und wie wir andere Standorte aufwerten können, zum Beispiel durch zusätzliche oder multifunktionale Spielgeräte.“

Im Ortsbauamt habe man für den Förderverein immer ein offenes Ohr, bestätigt Nina Schobloch. Ein großer Wunsch des Vereins sei ein zentral gelegener Spielplatz mit Spielangeboten für alle Altersgruppen. Ulrich Kohler sagt jedoch, er sehe derzeit keine Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen. Es stehe keine geeignete Fläche zur Verfügung.

Einfacher umsetzbar sind die anderen Ziele, die sich der Verein gesetzt hat: zum Beispiel kleine Restaurierungsprojekte, Räum- und Ausbesserungsaktionen. „Wir wollen auch eine Stimme im Ort sein, die Bedürfnisse von Eltern und Kindern mit Blick auf die Spielplätze aufnimmt, bündelt und gegenüber der Gemeinde vertritt“, erklärt Nina Schobloch.

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100 000 Euro in Spielplätze investiert

2019 hat die Gemeinde rund 100 000 Euro in Spielplätze investiert. Davon entfielen 55 000 Euro auf das große Spielgerät im Aquastaad, das seit April den in die Jahre gekommenen Vorgänger ersetzt. Für Kinder ab zwei Jahren wurde am Strand bei Käpt’n Golf im Frühjahr ein Multifunktionsspielgerät aufgestellt und im Neubaugebiet Stockwiesen ein kleiner Spielplatz eingerichtet.