Eine laue Sommernacht, dazu Musik, die unter die Haut geht – beim Einhaldenfestival begeisterte Sängerin Malia zusammen mit der Formation "Tales in Tones". Der letzte Samstagabend am Originalort des Festivals hatte einen ganz besonderen Zauber. Aber es geht zum Glück weiter: Ab dem kommenden Jahr wird ein alter Bauernhof in Geratsreute in der Nähe von Fronhofen zum Spielplatz für Kultur in ländlicher Atmosphäre.

Die Formation "Berta Epple" ist ein Synonym für Weltmusik mit komischer Note. Wie der Bio-Honig zum Hofladen gehören die Brüder Veit (Bass) und Gregor Hübner (Violine) zusammen mit Bobbi Fischer am Klavier zum Einhaldenfestival. Begeisterten sie früher als "Tango five", stehen sie seit 2012 als "Berta Epple" auf der Bühne.

Mit viel Humor und Wortwitz führen sie in die Abgründe der schwäbischen Seele. "Dann putz i halt wieder alloi", lassen sie den frisch verlassenen Holger jammern.

Veit hält als bekennender Single flott dagegen: "Und geht mein Stern mal unter, hol ich mir einen runter." Ausgefeilter A-cappella-Gesang wechselt sich ab mit virtuosen Instrumentaleinlagen. Man glaubt es dem Trio gern, wenn es um das Thema Glück geht: "Denk net, wenn'd mehr hetsch, dätsch glücklicher sei".

Fee Hübner, die jüngere Schwester der Brüder, stellte zusammen mit "Berta Epple" ihre CD "Homeland" vor. Sie erzählte von ihrem Harfenspiel in den Parks von Rom, Fees Wahlheimat. In Einhalden ließ sie Blues, melancholische Balladen und Liebeslieder mit ganz viel Tiefgang hören. Es wundert nicht, dass auch für sie Einhalden ein magischer Ort ist und so gehört ihr letztes Lied dem Hof, der so lange Heimat des Festivals war: "Let's say good bye".

Mit Malia betrat ein Star die Bühne. Nicht umsonst hat sich die Sängerin mit südostafrikanischen und britischen Wurzeln als "Internationale Sängerin des Jahres" in die Gewinnerliste des Echo Jazz Awards eingetragen. Aber das sind Worte und Titel. Was zählt, ist ihre Stimme, die jeden Song zu einer Streicheleinheit macht. Mal zart, dann wieder tief und kehlig, mal mit berührender Wärme oder in klarer Höhe – Malia zeigt, dass die Stimme das schönste Musikinstrument sein kann. Auch wenn manche Songs bekannt sind, hat sie für alle eine ganz eigene Interpretation: Mit "I put a Spell on you", "Baltimore" oder "I love you Porgy" schmeichelt sie minutenlang und höchst elegant. Wenn Gregor Hübner mit seiner Violine das Thema aufnimmt, ergreift die Zuhörer weiterer Zauber.

Bei "My Baby just cares for me" hätte man in Einhalden eine Stecknadel fallen hören. Nicht nur hier brandete Zwischenapplaus für die Sängerin auf. Die Klavierimprovisation von Ralf Schmid gab kurz Zeit zum Durchatmen. Denn den Atem hält man bei Malias Gesang unweigerlich an. Zusammen mit Veit Hübner am Bass, Torsten Krill am Schlagzeug und special Guest Gregor Hübner an der Violine begleitete die Formation "Tales in Tones" die Sängerin, als würde sie nie etwas anderes tun. Mühelos und mit viel Feingefühl nehmen sie mit ihren Instrumenten jede Regung auf und übersetzen sie in Klang.

Man hätte Malia noch stundenlang zuhören können, aber zwischen Scheune und Bierbar wartete bereits die Zäpfle Bräss-Bänd aus Billafingen auf ihren Auftritt. Während die eine Hälfte der Besucher die Ausnahmestimme im Ohr bewahrend zum Auto strebte, genoss die andere das Kontrastprogramm der schräg-fröhlichen Combo. Mit Soul, Blues, Rock und Funk steckten sie zu später Stunde mit ihrer Lebensfreude an. So war selbst um Mitternacht in Einhalden noch lange nicht ans Heimgehen zu denken. Es gibt Nächte, die man einfach konservieren möchte – die in Einhalden gehören zweifelsfrei dazu.