Aufgrund der Corona-Pandemie wäre die 18. Heiligenberger Kunstwoche beinahe ausgefallen. Doch nur beinahe. „Wir haben uns entschlossen, doch etwas zu machen, wenn es irgendwie möglich ist“, sagt Dorle Ferber. Das Multitalent aus Taisersdorf ist immer mit dabei, wenn es darum geht, in Sachen Kunst etwas zu bewegen. Deshalb freut sie sich ganz besonders, dass es auch dieses Jahr eine Kunstwoche geben wird.

2020 ohne öffentliche Finissage im Sennhof

Allerdings wird eine sehr beliebte Veranstaltung fehlen: die Finissage im Sennhof in Heiligenberg. Dort präsentierten sich zum Schluss der Kunstwoche immer Dozenten und Teilnehmer und gaben Einblicke in das, was in den Tagen zuvor entstanden war und erlebt wurde.

Dorle Ferber (Mitte) bietet auch in diesem Jahr wieder das Projekt „Abenteuer Stimme“ an. Neben Atem- und Stimmübungen geht es dabei auch um spielerische Stimmklangentdeckungsreisen.
Dorle Ferber (Mitte) bietet auch in diesem Jahr wieder das Projekt „Abenteuer Stimme“ an. Neben Atem- und Stimmübungen geht es dabei auch um spielerische Stimmklangentdeckungsreisen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Gemeinde sagte im März sämtliche öffentlichen Veranstaltungen ab

Zu Beginn der Corona-Pandemie Mitte März hatte die Gemeinde Heiligenberg beschlossen, sämtliche öffentlichen Veranstaltungen abzusagen. Das galt auch für die Kunstwoche, die von der Gemeinde organisatorisch bislang bis zur öffentlichen Finissage immer betreut wurde. „Da sich inzwischen die Lage insgesamt entspannt hat und auch die Bestimmungen sich immer mehr lockern, haben wir, die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, beschlossen, die Workshops in Eigenregie durchzuführen“, erzählt Dorle Ferber.

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Angebot für Feriengäste und Einheimische, die nicht verreisen

Warum nicht doch ein schönes Urlaubsangebot machen für Menschen, die in der Region Ferien machen, oder für Einheimische, die zu Hause bleiben, weil eine Urlaubsreise derzeit vielleicht doch nicht das Richtige ist? Die Dozenten sind überzeugt, dass es „im Land der Kunst“ viel zu entdecken gibt: sei es die eigene Kreativität, die Freude am Gestalten mit Stein, Holz oder Metall oder die eigene Stimme.

Breites Angebot von 3. bis 7. August

Entsprechend breit gefächert ist deshalb das Angebot, das vom 3. bis 7. August stattfindet. Die Leiter der Workshops achten in ihren Kursen auf die Einhaltung der aktuellen Corona-Bestimmungen und die Workshops finden in den eigenen Ateliers oder im Außenbereich statt. So kann man sich bei Annette Boos in Hattenweiler in die Kunst des Steinbildhauens einführen lassen und dabei Geduld, Ausdauer, Rhythmus und den Umgang mit Material und mit sich selbst auf neuen Wegen erfahren.

Dorothea Kalb-Brenek bringt den Kursteilnehmern bei, wie Glasmosaike hergestellt werden können.
Dorothea Kalb-Brenek bringt den Kursteilnehmern bei, wie Glasmosaike hergestellt werden können. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Glasmosaike und Aktfiguren

Oder wie wäre es, selbst ein vielfarbiges Glasmosaik herzustellen? Dorothea Kalb-Brenek zeigt in ihrem Atelier in Heggelbach, wie es geht, gibt Tipps und Hilfestellung. Sie ist nicht auf bestimmte Formate festgelegt. Wer sich schon einmal mit dem Gedanken befasst hat, selbst eine Aktfigur zu gestalten, der ist bei Joachim Lambrecht in Großschönach richtig. In seinem Kurs werden die Grundlagen sowohl der anatomischen als auch gestalterischer und bildhauerischer Art behandelt. Ein Aktmodell wird zur Verfügung stehen.

Arbeit mit Metall, Leinwand, Holz und Linol

Bei Michael Kussl in Owingen geht es um Figuren, Körper und Strukturen aus Metall. Bevorzugte Werkzeuge sind Blechschere, Flex und das Schweißgerät. Ganz klassisch geht es bei Muriel Coletti in Ruschweiler zu. Linoldruck ist das Thema und dabei darf auch experimentiert werden. Alfons Röllinger bietet einen Workshop für Malerei auf Leinwand und Holz an. Mit klassischen Künstlerölfarben werden sich die Teilnehmer am Expressionismus orientieren.

Einsatz von Schweißgerät und Einsatz von Stimme

Abfälle aus der Stahlverarbeitung sind das Ausgangsmaterial für „Kreatives Schweißen mit Schrott“ bei Hansjörg Beck in Illwangen. Schweißkenntnisse sind übrigens nicht erforderlich. Ein ganz besonderes Werkzeug benutzt Dorle Ferber in Taisersdorf. „Abenteuer Stimme“ lautet das Angebot mit Stimmklangentdeckungsreisen, Summgeschichten, Stimmgewitter und natürlich vielen improvisierten Songs.