Berichte über Wildschweine, die Äcker verwüsten und die Aussaat fressen, wie es kürzlich an den Salemer Weihern mehrfach der Fall war, kennt Manfred Hornstein selbst zu Genüge. Der pensionierte Heiligenberger Forstrevierleiter des Forstbetriebes zu Fürstenberg betreut bis heute das dortige Jagdrevier.

Bauern fordern mehr Abschüsse und Zäune um Felder

Aber er ärgert sich über Landwirte, die fordern, dass die Jagdpächter mehr Wildschweine schießen und Felder einzäunen. Dies hatte unter anderem Hubert Einholz als Vorsitzender des BLHV-Ortsverbandes Salem/Uhldingen-Mühlhofen gefordert. Hornstein kontert, dass das einzelne Bejagen nicht so einfach sei. Außerdem beginne das Dilemma mit den saathungrigen Schwarzkitteln bereits vor der Einsaat.

Altes Maisbeizmittel schmeckte den Wildschweinen nicht

Dass Wildsäue im Herbst Felder plündern, wenn die Maiskolben reif sind, sei bekannt. Anders verhält es sich mit dem Fressen der Saatkörner. Das habe er in seinen 30 Jahren als Förster und Jäger in Heiligenberg so nie erlebt. Für Hornstein besteht hier ein klarer Zusammenhang zu dem Verbot des Maisbeizmittels Mesorol. Das Beizmittel, das junge, keimende Maispflanzen unter anderem vor pilzlichen Erreger bewahren sollte, schmecke den Sauen nicht. Das Ersatzmittel Korit halte die Wildtiere hingegen nicht von den Saatkörnern fern. Also müsse dringend ein wirksames Ersatzmittel her, befindet Hornstein.

„Wir Jäger brauchen Schneisen zum Schießen“, erklärt Manfred Hornstein.
„Wir Jäger brauchen Schneisen zum Schießen“, erklärt Manfred Hornstein. | Bild: Martina Wolters

Jäger brauchen am Feldrand Schneisen zum Schießen

Überhaupt setzt Hornstein auf die Zusammenarbeit mit den Bauern. Er habe Verständnis für deren Frust. Allerdings hält er es für wichtig, dass sie den Jagdtreibenden entgegenkommen. Felder dürften nicht bis zum Waldrand eingesät werden. „Wir Jäger brauchen Schneisen zum Schießen“, erklärt Hornstein. Diese sollten mindestens drei Meter breit sein. Sonst gebe es keine Chance, die Wildtiere vor der Ernte zu sichten. Die Sauen verschwänden in Sekundenschnelle im Wald, wenn der Jäger keine geeignete Schussmöglichkeit habe.

Schwarzwild nicht so leicht aufzuspüren wie Rehe

Hinzu kommt für den erfahrenen Jäger die generell schwierige Wildschweinjagd. Schwarzwild sei nicht so standorttreu wie Rehwild und daher nur schwer ausfindig zu machen. „Es kann sein, dass die Wildschweine, wenn unten in Salem gejagt wird, morgen in Heiligenberg sind.“ Die Tiere könnten in einer Nacht viele Kilometer zurücklegen.

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Jagd im Winter am erfolgreichsten

Am besten könnten ihre Fährten im Neuschnee ausgemacht werden. Denn nur wenn der genaue Standort bekannt sei, könnten die entsprechenden Äcker umstellt werden. Zuletzt seien die Jäger Ende Februar erfolgreich gewesen. Bis zu 30 Jägerkollegen aus Heiligenberg und Salem hätten nach klarer Fährtenlage an zwei Tagen insgesamt 16 Wildschweine geschossen. Im Gegensatz dazu seien nächtliche Jagdaktionen auf die Tiere nie so erfolgreich.

Ein einzelner Jäger kann nicht viel ausrichten

Grundsätzlich hält Hornstein Treib- und Drückjagden in der Winterzeit für die effektivste Methode zum Erlegen von Schwarzwild. Bei diesen Bewegungsjagden könne das Wild in Richtung mehrerer wartenden Jäger getrieben werden. Ein Waidmann allein und das noch bei nächtlich schlechter Sicht könne im Gegensatz dazu nicht viel ausrichten.