Dass es derzeit keine kulturellen Veranstaltungen gibt, das wird auch in Heiligenberg bedauert. So hätte am vergangenen Sonntag im Sennhof das große Frühjahrskonzert für einen vollen Saal sorgen sollen. Immerhin hatten sich bekannte regionale Akteure wie das Swing-Orchester Salem, das Duo Cello und Akkordeon (Jana Morgenstern und Ronja Ramisch), das Saxofon-Quartett unter Leitung von Dierk Jenning und der Glockenchor aus Hermannsberg angesagt.

Verein plant seit 2013 Veranstaltungen

„Das ist nun wirklich sehr schade, dass wir die Veranstaltung nicht durchziehen konnten“, sagt Gabriele Heidenreich. Zusammen mit Gerlinde Kriese, Udo R. Vollert und Thorsten Schneider ist sie im Verein Musik und Kultur Heiligenberg (MUK) aktiv, der seit 2013 bemüht ist, auf ehrenamtlicher Basis niveauvolle Veranstaltungen anzubieten. Vorsitzender ist Wolfgang Bergemann. Die Besucher zu den Veranstaltungen kamen bislang auch aus Friedrichshafen, Überlingen und Pfullendorf.

AllerArt startete mit Jazz-Matineen

Die Künstlerinitiative AllerArt Kunst und Werk hatte schon vorher mit verschiedenen Veranstaltungen bewiesen, dass in Heiligenberg Bedarf besteht. Die damals initiierten Jazz-Matineen gibt es noch heute. Die Veranstaltung von Konzerten lag meist in den Händen einiger engagierten Bürger. Mit der Gründung von MUK wollte man die Kräfte bündeln.

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Gründung des Vereins geht auch auf Flügel-Kauf für Sennhof zurück

Zu dieser Vereinsgründung hatte auch ein Musikinstrument beigetragen. Als der Sennhof fertig war, wollte man einen Flügel anschaffen. Schließlich gelang es, den nötigen Betrag für Instrument über Spenden und Sponsoring zu beschaffen. Und nun stand er da, der Flügel. Konzerte waren aber nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, denn schließlich musste für den Raum eine Miete bezahlt werden. Auch Künstler aus der Region, die den Veranstaltern schon immer sehr am Herz lagen, durften ein kleines Honorar erwarten.

Verein zahlt für Konzerte mit Flügel keine Raummiete

Mittlerweile gibt es eine Abmachung mit der Gemeinde, dass bei Konzerten der MUK, bei denen der Flügel zum Einsatz kommt, keine Raummiete fällig wird. Diese Regelung hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 10. Juli 2018 beschlossen. Für eine Mietbefreiung bei Konzerten ohne Flügel fand sich im Gremium keine Mehrheit. Man wollte den Grundsatz der Gleichbehandlung der Vereine in der Gemeinde nicht verwässern.

Konzerte auch in der Wallfahrtskirche Betenbrunn

Da der Verein MUK mit rund 40 Mitgliedern finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist man dankbar, dass immer wieder Konzerte in der Wallfahrtskirche in Betenbrunn stattfinden können. Hier fallen keine Nutzungsgebühren an, aber es darf auch kein Eintritt verlangt werden.

Künstler erhalten kleines Honorar

Und so ist es für die Ehrenamtlichen immer eine Gratwanderung, wenn es darum geht, Künstlern ein kleines Honorar zu bezahlen. „Kleine Brötchen backen und trotzdem hohe Qualität“, lautet die Devise, wie Gabriele Heidenreich schmunzelnd feststellt. Sieben bis zehn Veranstaltungen im Jahr soll es auch weiterhin geben.

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Musiker, Komponist und Vereinsmitglied Udo Vollert trat bereits mehrfach auf

MUK will vor allem Künstlern aus der Region ein Forum bieten. „Da gibt es ganz hervorragende Leute“, ist Udo R. Vollert überzeugt. Er ist selbst Musiker und Komponist, war von 1987 bis 2008 Landeskirchenmusikdirektor der evangelischen Kirche der Pfalz und leitete dort die Pfälzische Singgemeinde und Pfälzische Singakademie, beides Neugründungen, und die Corona Palatina, das Orchester der Pfälzischen Landeskirche. Er initiierte die Gründung der internationalen Draeseke-Gesellschaft und war Dozent für Partiturspiel an der Hochschule für Musik in Heidelberg. Seit er in Heiligenberg wohnt, hat er hier schon Konzerte gegeben. Den Anspruch des Vereins MUK, das kulturelle Leben in der Gemeinde zu bereichern, trägt er voll mit.

Die Konzertmuschel im Freibad wird vom Verein Musik und Kultur Heiligenberg immer wieder genutzt. Im vergangenen Jahr trat die Gruppe „Lautstark“ auf. Im Juli will die Puppenbühne Ostrach hier spielen.
Die Konzertmuschel im Freibad wird vom Verein Musik und Kultur Heiligenberg immer wieder genutzt. Im vergangenen Jahr trat die Gruppe „Lautstark“ auf. Im Juli will die Puppenbühne Ostrach hier spielen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Erstmals Angebot für Kinder geplant

Zum Programm gehören nicht nur Konzerte, sondern auch Lesungen mit Autoren aus der Region, wie Lilly Heuer, Ulla Neumann oder Silke Nowak. Für dieses Jahr hat man auch ein Angebot für Kinder im Programm. Dafür hat man die Puppenbühne aus Ostrach engagiert. Sie soll am 17. Juli in der Konzertmuschel im Freibad die kleinen Heiligenberger begeistern. Wenn es regnet, dann gibt es eine Ausweichmöglichkeit.

Hält die Corona-Pandemie an, müssen weitere Veranstaltungen ausfallen

Wenn die Corona-Pandemie auch im Sommer noch kulturelle Veranstaltungen einschränken sollte, muss das Puppentheater ausfallen, wie auch die anderen Veranstaltungen, die bereits fest terminiert sind. Da könne man dann nichts machen, sagt das Quartett von MUK. Aber deshalb aufzugeben, kommt für die ehrenamtlichen Organisatoren nicht in Frage. Immerhin habe man den Vorteil, dass bislang nur ganz wenige Kosten entstanden seien und die Künstler und Autoren Verständnis für die Situation zeigten.

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