Die Fußballer des SV Heiligenberg haben sich nach mehreren Krisensitzungen von einem Jugendtrainer getrennt. Eltern von Spielern hatten sich bei der Vereinsführung darüber beschwert, dass der Betreuer, ein überzeugter Corona-Skeptiker wie seine Beiträge auf Facebook zeigen, sich auch gegenüber seinen Schützlingen zweifelnd über die Sinnhaftigkeit der coronavirusbedingten Abstands- und Hygieneregeln äußerte.

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Die Vereinsspitze begründet in einer von dieser Zeitung angefragten Stellungnahme ihre Entscheidung, den Trainer zu feuern. Danach übernehme der Verein mit dem Rauswurf die „Verantwortung gegenüber seinen Spielern und Mitgliedern“. Die Entscheidung sei bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Freitagabend gefallen.

Team kann weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen

Laut der fünf Sätze langen Pressemitteilung sei die Trennung mit sofortiger Wirkung und in beiderseitigem Einverständnis erfolgt. Daneben sei die Jugendmannschaft mit „neuem Trainerpersonal“ besetzt worden, sodass der Spielbetrieb aufrechterhalten werden könne. Allerdings: Bereits am Freitagnachmittag war der Name des Trainers samt Funktion von der Homepage des Vereins gelöscht worden. Sein Name stand zuvor unter einem Mannschaftsfoto in einem Bildtext. Auf dem Foto ist der Trainer aber noch zu sehen.

Als neuer Trainer der Jugendmannschaft sind auf der Internetseite des Vereins der SV-Vorsitzende Claudius Graf und Jugendleiter Ingo Eilmus genannt sowie Thomas Ott als Betreuer.

Einstellung des Ex-Trainers zu Corona beim Verein schon länger bekannt

Der frühere Trainer, dessen Name wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes seiner Frau und Kinder gegenüber nicht nennen, bedauert, dass der Fall so hohe Wellen schlägt. Nicht nur, weil er nach fünf Jahren als Jugendcoach seine Schützlinge nicht weiter begleiten dürfe. Sondern auch, weil er seinen Verein, in dem er nach wie vor Mitglied ist, in die Schlagzeilen gebracht habe. Dass er zu den Corona-Skeptikern zähle, sei der Vereinsführung schon lange bekannt, berichtet der Heiligenberger. Er habe auch bei einer Trainersitzung aus seiner Meinung keinen Hehl gemacht, dass einige Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in seinen Augen nicht zielführend seien. Da habe ihm niemand widersprochen.

Ex-Trainer verteidigt Teilnahme an Corona-Demo in Berlin

Er hätte sich gewünscht, von der Vereinsspitze darauf hingewiesen zu werden, vor den Jugendlichen das Coronavirus nicht mehr zu thematisieren. „Denn dann hätte ich meinen Mund gehalten.“ Seine Teilnahme an der Corona-Demo in Berlin am vorletzten Wochenende will er sich nicht vorwerfen lassen. „Diese Demonstration war erlaubt. Ich habe nichts Verbotenes gemacht.“

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