Im Uferpark der Landesgartenschau haben Kommunen des Bodenseekreises die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Grenzenlos um den See“ heißt die Aktion, in die sich jetzt auch Heiligenberg einreihte. Dabei wurde schnell deutlich, dass es im 3000-Einwohner-Ort durchaus mehr gibt als gute Luft und dass er für manche Angebote sogar ein Alleinstellungsmerkmal hat.

Bürgermeister Frank Amann tritt als Moderator auf

Familie Egenolf von der Gärtnerei Hofstetter Mühle informierte rund um den Bambus und so mancher Gartenschaubesucher dürfte sich hier Anregungen geholt haben. Bürgermeister Frank Amann hatte als Moderator Fragen vorbereitet und die Zuschauer beteiligen sich rege bei deren Beantwortung.

Försterin Simone Hornstein erzählte von ihrer Arbeit im Friedwald.
Försterin Simone Hornstein erzählte von ihrer Arbeit im Friedwald. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Große Nachfrage nach Bestattungen im Friedwald

So mancher Besucher dürfte sich schon einmal Gedanken über seine Beerdigung gemacht haben. Will man seine letzte Ruhestätte auf einem Friedhof finden oder vielleicht in einem Friedwald? Heiligenberg ist bislang die einzige Gemeinde im Bodenseekreis, die eine solche Möglichkeit bietet. Der Bedarf scheint groß zu sein. Im Luftkurort hat man deshalb vor einigen Jahren bereits einen zweiten Friedwald ausgewiesen. Friedwaldförsterin Simone Hornstein sprach von insgesamt 60 Hektar Waldfläche. Pro Hektar stehen 80 bis 100 Bäume zur Verfügung, unter denen jeweils bis zu zehn Urnen von Verstorbenen beigesetzt werden können.

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Moderator Frank Amann wollte wissen, wie sich die Preise im Friedwald gestalten. „Ab 490 Euro ist eine Beerdigung möglich und ab 990 Euro kann man sogar einen ganzen Baum haben“, erläuterte die Försterin. Wer möchte, der kann aber auch 5000 Euro für einen Baum ausgeben. „Alles ist möglich und wir beraten sehr intensiv“, stellte Simone Hornstein fest. Sie ist seit 15 Jahren im Friedwald tätig und hat darin wohl ihre Erfüllung gefunden.

Bürgermeister Frank Amann (rechts) betätigte sich als Moderator und sprach immer wieder Besucher an, ob sie Heiligenberg kennen. Wurde das verneint, gab es die unmissverständliche Aufforderung: „Dann sollten Sie uns mal besuchen.“
Bürgermeister Frank Amann (rechts) betätigte sich als Moderator und sprach immer wieder Besucher an, ob sie Heiligenberg kennen. Wurde das verneint, gab es die unmissverständliche Aufforderung: „Dann sollten Sie uns mal besuchen.“ | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Sophie führt Besucher zu historischen Gebäuden

Noch nicht so lange im Einsatz ist Sophie. Sie heißt eigentlich Sibylle Baumann und führt Besucher zu historischen Gebäuden in Heiligenberg. Dazu trägt sie stilvoll ein Gewand, wie man es um das Jahr 1860 getragen hat. Wie sie dazu gekommen ist? Sibylle Baumann ist Mitglied der Agentur für historische Models in Villingen und sie näht alle ihre Kostüme selbst.

Idee während der Corona-Pandemie geboren

Im Auftrag der Gemeinde Heiligenberg hatte sie sich um die Geschichte historischer Gebäude gekümmert und als das Schloss wegen Corona nicht mehr zugänglich war, kam man auf die Idee, historische Ortsführungen anzubieten. Diese kann man bei der Gemeindeverwaltung buchen. „Was fasziniert Sie denn so an der alten Zeit“, wollte der Bürgermeister wissen. „Da waren die Herren noch echte Herren und trugen die Damen auf Händen“, antwortete Sophie vielsagend.

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Ein Aushängeschild für Heiligenberg ist auch der Narrenverein Wolkenschieber. Präsident Markus Leppert hatte nicht nur die namensgebende Figur zur Landesgartenschau mitgebracht, sondern auch eine Burgeule und einen Hofnarren. Die konnte sich aus der Nähe ansehen und so mancher Sammler freute sich über die kostenlos verteilten Pins vom großen Narrentreffen im Jahr 2019. Markus Leppert war bestens vorbereitet und konnte auf alle Fragen des Bürgermeisters eine Antwort geben. Sein liebster Tag an der Fasnet? Für Leppert ganz klar der Fasnetsdonnerstag.

Der Musikverein Wintersulgen spielte zum Ausklang für die Besucher.
Der Musikverein Wintersulgen spielte zum Ausklang für die Besucher. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Zusätzlich zu den Gesprächspartnern hatte die Gemeinde ihren Imagefilm mitgebracht, der in Dauerschleife für Heiligenberg warb. Der Besucheransturm hielt sich zwar in Grenzen, aber das Interesse war da. „Sollten wir mal hin“, hörte man mehrfach aus den Zuschauerreihen. „Das sehe ich auch so“, bekräftigte der Bürgermeister. Den Tag beschloss der Musikverein Wintersulgen mit fetziger Blasmusik.