Eine ehrenamtlich tätige Gruppe von Bürgern hat sich kürzlich unter dem Titel „Heiligenberg hilft“ zu einer Initiative zusammengetan, um den in der Gemeinde lebenden Flüchtlingen Unterstützung zu bieten, sie beim Ankommen zu begleiten und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Kriegsbedingt richten sich die Angebote besonders an Flüchtlinge aus der Ukraine, aber auch Menschen aus anderen Fluchtregionen sollen sich angesprochen fühlen.

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Integration in den Heiligenberger Alltag

Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung leben aktuell 68 geflüchtete Menschen im Ort. Davon stammen 28 aus der Ukraine, alle haben in hiesigen Privatwohnungen Aufnahme gefunden. Zu den Aufgaben der Initiative gehören die Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, beim Umgang mit den hiesigen Ämtern und Institutionen, beim Erwerb von Sprachkenntnissen und vor allem die soziale Integration in den Heiligenberger Alltag.

Zum Team „Heiligenberg hilft“ gehören unter anderem (von links): Melanie Lohmeyer, Christian zu Fürstenberg, Carmen Amann ...
Zum Team „Heiligenberg hilft“ gehören unter anderem (von links): Melanie Lohmeyer, Christian zu Fürstenberg, Carmen Amann und Luise Heidenreich. | Bild: Hartmut Ferenschild

Dazu soll auch das „Café Civitas“ beitragen, ein informeller geselliger Austausch bei Kaffee und Kuchen, der Einheimische mit den Neubürgern zusammenbringen will. Nachdem das erste Café in der von der Narrenzunft „Wolkenschieber“ bereitgestellten Zunftstube im alten Rathaus gut besucht war, fand kürzlich ein zweiter Treff statt.

Zu den Besuchern gehörte Oksana Borzikh. Sie entfloh Anfang März gemeinsam mit ihrem Sohn den Kämpfen um ihre Heimatstadt Charkiw in der Ostukraine. Dass sie Unterkunft in Heiligenberg fand, verdankt sie ursächlich ihrem Hund, einem Spitz, mit dem sie auf einer internationalen Haustierplattform verzeichnet war. Dort entdeckte sie Hundefreund Martin Huber aus Oberboshasel, der privaten Wohnraum anbot, solange es erforderlich ist. Oksana Borzikh möchte zunächst Deutschkenntnisse erwerben.

Dem stark umkämpften Charkiw entfloh Oksana Borzikh. Mit Sohn und Hund hat sie in Privaträumen von Martin Huber (rechts) in Oberboshasel ...
Dem stark umkämpften Charkiw entfloh Oksana Borzikh. Mit Sohn und Hund hat sie in Privaträumen von Martin Huber (rechts) in Oberboshasel Unterkunft gefunden. | Bild: Hartmut Ferenschild

Aus dem nordukrainischen Chernihiw stammt Yuliia Drobot. Sie entkam mit ihren beiden Kindern dem Krieg und wohnt heute bei einer Heiligenberger Familie, mit der sie schon seit Jahren befreundet ist und die sie an der polnischen Grenze in Empfang genommen hat. Die Kinder Lisa und Vlad besuchen die örtlichen Schulen und nehmen überdies via Internet am Schulunterricht ihrer Heimatstadt teil. Yuliia Drobot ist gelernte Deutschlehrerin und steht ihren Landsleuten gerne als Dolmetscherin zur Verfügung. Ihr Mann ist in der Ukraine geblieben und hält sich für militärische Aufgaben zur Verfügung.

Yuliia Drobot ist mit ihren Kindern Vlad und Lisa aus Chernihiw geflohen und wohnt jetzt bei einer befreundeten Familie in Heiligenberg.
Yuliia Drobot ist mit ihren Kindern Vlad und Lisa aus Chernihiw geflohen und wohnt jetzt bei einer befreundeten Familie in Heiligenberg. | Bild: Hartmut Ferenschild

Schon länger mit ihrem siebenjährigen Sohn Ali Jamal in der Gemeinde zuhause ist die aus dem Kriegsland Jemen stammende Shukri Alihusein.

Schon länger in Heiligenberg zuhause ist die aus dem Kriegsland Jemen stammende Shukri Alihusein mit ihrem Sohn Ali Jamal.
Schon länger in Heiligenberg zuhause ist die aus dem Kriegsland Jemen stammende Shukri Alihusein mit ihrem Sohn Ali Jamal. | Bild: Hartmut Ferenschild
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