Die Teiländerung und Erweiterung des Bebauungsplans Schmittenöschle ist für Hattenweiler „eine Aufwertung, wie wir sie uns wünschen“: Das sagte Bürgermeister Frank Amann in der jüngsten Gemeinderatssitzung und die Räte stimmten dem zu. Auf 2200 Quadratmetern Fläche sollen zwischen Ortskern und Feuerwehrgerätehaus drei Baugrundstücke ausgewiesen werden. Vorteil für die Gemeinde: Der Grundstückseigentümer hat sich verpflichtet, die Planungskosten zu übernehmen. Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein aus Überlingen legte in der Gemeinderatssitzung einen Bebauungsplan vor, der von den Räten einstimmig gebilligt wurde. Einige Vorgaben wurden nach intensiver Diskussion geändert.

Bebauungsplan noch aus dem Jahr 1971

Bereits im Jahr 1971 hatte die damals noch selbstständige Gemeinde Hattenweiler einen Bebauungsplan „Gassenacker, Further Öschle, Öhmdwiesen, Schmittenöschle“ erlassen. Dieser ist noch immer rechtskräftig. Darin ist im Bereich Kirnbacher Weg zwischen Feuerwehrgerätehaus und Ortskern ein Gewerbegebiet ausgewiesen. Der Gemeinde gehört lediglich das Grundstück, auf dem die Feuerwehr untergebracht ist.

Wohngebäude werden im gültigen Bebauungsplan nicht erlaubt

Der Eigentümer der Restfläche hat diese in drei Parzellen aufteilen lassen und möchte nun bauen. Wohngebäude wären allerdings nicht erlaubt. Die Gemeinde hat jedoch nicht vor, an der genannten Stelle weiterhin Gewerbe anzusiedeln. Mit dem Gewerbegebiet Further Öschle, dessen zweiter Teil noch dieses Jahr erschlossen wird, stehen genug Flächen zur Verfügung. Außerdem durchschneidet die Straße nach Altheim das ursprünglich geplante Areal.

Das könnte Sie auch interessieren

Reines Wohngebiet hätte höhere Anforderungen an Lärmschutz

Schnell war man sich Gremium einig, die genannten drei Grundstücke zu einem Mischgebiet zu erklären. Damit wäre sowohl Wohnen auch als Gewerbe möglich. „Bei einem reinen Wohngebiet hätten wir höhere Anforderungen an den Lärmschutz“, machte Planer Helmut Hornstein deutlich. Spätere Probleme durch einen angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb und bereits vorhandenes Gewerbe könnten vorprogrammiert sein. Sollten, wie es der Grundstückeigentümer beabsichtigt, drei Gebäude entstehen, müsste nun mindestens eines der Gebäude gewerblich genutzt werden. Spielstätten sollten nicht darunterfallen.

Ein Gebäude muss für Gewerbe genutzt werden

Die Gefahr einer „Spielhölle“ in Hattenweiler ist dadurch gebannt. Doch wie steht es mit einem grundsätzlichen Verbot für Automaten aller Art? Der Gemeinderat nahm auf Antrag von Michael Moser (CDU) die Erlaubnis zum Aufstellen von Automaten auf, die Nahrungsmittel abgeben. Das sei im Trend und wäre für Hattenweiler wünschenswert. So spreche nichts gegen eine Milchtankstelle oder einen Dosenautomaten.

Firstrichtung kann für Fotovoltaikanlagen geändert werden

Dem Antrag von Florian Kopp (Bürgerliste), die Dachgeschossneigung auf 30 bis 45 Grad zu erweitern, mochte die Mehrheit nicht folgen. Festgelegt wurde bei drei Gegenstimmen, dass die Gebäude zwei Geschosse haben müssen. Ohne Gegenstimme wurde entschieden, dass die Firstrichtung bis zu 15 Grad von der Vorgabe des Bebauungsplans abweichen darf. Dies sei von Vorteil, falls Fotovoltaikanlagen auf die Dächer kommen sollen.

Weitere Schritte sollen folgen

Ortsreferent Hubert Nadler (CDU) und Wilfried Jerg (CDU) merkten an, dass nun Bewegung in den Ort komme. Für Jerg ist allerdings klar, dass die neueste Entwicklung nur ein erster Schritt sein könne: „Es gibt noch mehr Entwicklungsmöglichkeiten und wir sollten flexibel in die Zukunft gehen.“

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.