Zwölf Wohneinheiten in insgesamt sechs Gebäuden sollen im neuen Baugebiet Wassertal im Teilort Wintersulgen entstehen. Beim Spatenstich auf dem 4760 Quadratmeter großen Gelände stellte der Heiligenberger Bürgermeister Frank Amann fest: „Es wird keine weitere Bebauung neben diesem Areal geben.“ Die Gemeinde tue sich schwer, an Flächen für Baugebiete zu kommen. In Wintersulgen war das Ehepaar Roswitha und Lorenz Biedermann bereit, die genannte Fläche an die Gemeinde zu verkaufen. Hier sollen nun neben drei Mehrfamilienhäusern auch drei Einzelhäuser entstehen. Die Gemeinde will damit der Wohnungsnot etwas entgegensetzen. Bereits im Jahr 2002 hatte man das Gelände in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans als späteres Wohngebiet definiert. 20 Jahre später soll das Projekt nun umgesetzt werden.

Neue Leitungen, Glasfaser und Nahwärme

Für das laufende Jahr steht noch mehr auf der Agenda, wie bei der Verabschiedung des Haushalts in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Kalkuliert wird mit Einnahmen von knapp 6,8 Millionen Euro und Ausgaben von gut 6,6 Millionen Euro. Grundsteuern, Gewerbesteuer sowie Gebühren für Wasser und Abwasser steigen nicht.

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Neben den 107.000 Euro für die Erschließung des Baugebiets Wassertal will die Gemeinde 130.000 Euro für den Ausbau der Ortsstraße in Heiligenholz ausgeben. Gleichzeitig sollen Wasser- und Abwasserleitungen auf den neuesten Stand gebracht und neben Glasfaser- soll auch ein Nahwärmenetz installiert werden.

Die Gemeinderäte Markus Müller, Florian Kopp, Thorsten Schneider und Dominik Sonntag (von links) saßen bei einer Besichtigung der beim ...
Die Gemeinderäte Markus Müller, Florian Kopp, Thorsten Schneider und Dominik Sonntag (von links) saßen bei einer Besichtigung der beim Kindergarten erstellten Module schon mal probe. Jetzt steht die Sanierung des bestehenden Gebäudes an. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Umgesetzt wird dieses Jahr auch die Sanierung des Kindergartens zum Guten Hirten, der von der katholischen Kirchengemeinde getragen wird. Die politische Gemeinde hat keine eigene Kindertagesstätte. 150.000 Euro hat der Gemeinderat für die zeitgemäße Ausstattung der WCs und Sanitärräume, für den Wickelraum und die Böden im aktuellen Haushalt freigegeben. Größte Ausgabe im Haushalt 2022 ist ein neues Löschfahrzeug LF 10 für die Feuerwehr-Abteilung Wintersulgen, das mit 200.000 Euro zu Buche schlagen wird. Rund 140.000 Euro will man für den Kauf von Grundstücken ausgeben. Dazu kommen noch 150.000 Euro für die Fertigstellung der Außenanlagen und die Schlussrechnung beim Projekt Neues Soziales Wohnen.

Wohnraum und Grundschule Themen der Zukunft

Dass man dieses Projekt bereits realisiert und rechtzeitig den Zuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt hat, macht den Gemeinderäten Mut, dass es in diese Richtung auch in Zukunft weitergehen könnte, wenn ein finanzieller Puffer vorhanden ist. Schließlich sei die Schaffung von Wohnraum ein Zukunftsthema, war sich das Gremium einig. Mehr Wohnraum bedeute aber auch mehr Kinder. Deshalb wollen Verwaltung und Gemeinderat die Grundschule immer im Blick behalten. In diesem Jahr soll die Planung für den Ausbau der Mensa vorangetrieben werden.

Bürgermeister sorgt sich um Infrastruktur in der Gemeinde

Was dem Bürgermeister Sorgen bereitet, ist die Infrastruktur in der Gemeinde. „Beim Einzelhandel und der Gastronomie brechen immer mehr Angebote weg“, macht Ammann deutlich. Er denkt darüber nach, ob die Gemeinde nicht selbst Räume schaffen könnte, um diese zu verpachten. Ein Betreiber müsste dann nicht so viel investieren. Derzeit ist das aber wohl noch Zukunftsmusik. Trotzdem: „Das ist ein richtig schwäbischer Haushalt“, freute sich Gemeinderat Wilfried Jerg (CDU). Seine Kollegin und seine Kollegen wollten dem nicht widersprechen.