Für Wolkenschieber-Präsident Markus Leppert steht fest: „Die Fasnet gibt es. So der so.“ Schließlich stehe diese in jedem Kalender. Und zwar immer am Tag vor Aschermittwoch. „So wie Weihnachten oder Ostern“, sagt Leppert und schmunzelt. Doch dann bilden sich auf seiner Stirn Sorgenfalten. Was geht und was geht nicht in der Fasnet?

Das Präsidentenhäs wird in der nächsten Fasnet wohl nicht so oft zum Einsatz kommen.
Das Präsidentenhäs wird in der nächsten Fasnet wohl nicht so oft zum Einsatz kommen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

„Fest steht, dass es eine Fasnet geben wird, aber halt anders als sonst und deutlich eingeschränkt“, sagt der 32-Jährige, der 2010 in den Elferrat der Wolkenschieber gewählt wurde und seit 2013 auch der Präsident des Narrenvereins ist. Er stammt zwar aus einer Familie, in der die Fasnet hochgehalten wurde, aber Wolkenschieber wurde er erst 2007. Und seitdem hat er wegen seines Engagements schon eine ganze Menge an Auszeichnungen und Orden bekommen.

„Wenn du so richtig mit dem Herz dabei bist, dann tut dir die jetzige Situation besonders weh“, sagt er. Umso wichtiger sei es, sich mit seinen Vereinskameraden zu beraten und Lösungen zu finden, damit es im Luftkurort wenigstens eine kleine Fasnet gibt.

Abgesagt ist in jedem Fall die Fasnetseröffnung am 11. November. An dem Tag wird stattdessen die Jahresversammlung im Sennhof stattfinden. Im großen Saal können die Corona-Regeln gut eingehalten werden. Für den „Bunten Abend“ an Fasnet, der stets ein besonderer Höhepunkt ist, gilt das nicht. „Mit dem Publikum hätten wir kein Problem,“ macht Leppert deutlich. Da hätte man eben deutlich weniger Leute in den Sennhof gelassen. Aber wie soll man 60 Akteure hinter der Bühne nach Corona-Vorschriften unterbringen?

So wie hier beim „Bunten Abend“ im Sennhof werden die Narren nicht zusammenrücken können.
So wie hier beim „Bunten Abend“ im Sennhof werden die Narren nicht zusammenrücken können. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

„Unmöglich“, sagt der Narrenpräsident kopfschüttelnd. Abstände einzuhalten, das könne man beim traditionellen Narrenbaumsetzen wohl eher bewerkstelligen und auch beim Marsch rund ums Dorf könne er sich vorstellen, „dass da was geht“.

„Auch altes Brauchtum wieder zum Leben erwecken“

Auswärtsbesuche wird es keine geben. Kindergarten- und Schülerbefreiung mit der Vorstellung der Masken der Wolkenschieber, mit großem Trara und Getümmel, das wird wohl nichts. Aber man denke darüber nach, was vielleicht im kleinen Rahmen möglich wäre. „Wir müssen grundsätzlich nach neuen Formen Ausschau halten und auch altes Brauchtum wieder zum Leben erwecken“, lautet die Forderung des Präsidenten. Einfach werde das nicht. Aber wenn Narren nicht kreativ seien, wer dann?

Das könnte Sie auch interessieren

Hat Leppert Angst um den Verein? „Ich persönlich nicht“, sagt er. Aber es gebe sehr wohl Leute, die sich Sorgen machten. Immerhin sei Fasnet eine Saisonangelegenheit und wenn diese Saison ausfalle, was bleibe dann noch? Die Kameradschaft und der Zusammenhalt seien aber sehr gut und man werde die Krise überstehen, ist der Narrenchef überzeugt.

Feuerwerk zu Silvester nicht in der bisherigen Form

Bleibt die Frage nach dem großen Feuerwerk an Silvester, das jedes Jahr Hunderte Besucher aus der ganzen Region in den Schlosshof lockt. „Wir haben zusammen mit dem Haus Fürstenberg beraten, was wir machen können, aber wir sind zum Ergebnis gekommen, dass in der bisherigen Form nichts geht“, erklärt Markus Leppert. Verpflegungsstände und zwei Partys für unterschiedliche Altersklassen, das sei einfach zu gefährlich.

Der Wolkenschieber-Chef berichtet aber, er habe bereits die Zusage des Hauses Fürstenberg in der Tasche, dass man 2021 in der gewohnten Weise feiern dürfe, wenn es keine Einschränkungen mehr geben sollte.

Mit einem Augenzwinkern deutet Leppert an, dass es vielleicht doch etwas an Silvester geben könnte. Dann aber nur für die Einheimischen. Doch das sei noch nicht in trockenen Tüchern. Man arbeite daran.

„Stehen ein Jahr Durststrecke durch“

Mit knapp 300 Mitgliedern stehen dem Präsidenten jedenfalls eine ganze Menge Leute zur Verfügung, die auch Ideen einbringen können. Den Verein gibt es seit 1908. „Da stehen wir ein Jahr Durststrecke durch“, ist Präsident Leppert überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €