Dieses Mal war es nur eine Probe, doch Lorenz Duell vom Winkelhof bei Steinbrunn erinnert sich noch genau, als vor zwölf Jahren der Blitz einschlug. Damals schnappte sich der heute 64-Jährige einen Feuerlöscher und konnte so den Brand eindämmen, bis die Feuerwehr vor Ort war.

Glücklicherweise nur Teil der Übung: Svea wurde von Feuerwehrmännern unter Atemschutz aus dem brennenden Gebäude gerettet.
Glücklicherweise nur Teil der Übung: Svea wurde von Feuerwehrmännern unter Atemschutz aus dem brennenden Gebäude gerettet. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Bei der Hauptübung der Gesamtwehr am vergangenen Freitag war der Landwirt nur Zuschauer. So wie Günther Lauer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrbands Bodenseekreis aus Salem, und Bürgermeister Frank Amann. Auch mehrere Kommandanten aus der Region waren gekommen, um zu sehen, wie die Heiligenberger das Szenario angehen.

Feuerwehrfrau Manuela Stöhr war vom Einsatzleitfahrzeug aus auch für den Funkverkehr zuständig.
Feuerwehrfrau Manuela Stöhr war vom Einsatzleitfahrzeug aus auch für den Funkverkehr zuständig. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Einzelne Gehöfte sind auf der Gemarkung nicht selten und oftmals kann die Versorgung mit Löschwasser schwierig werden. Auf dem Winkelhof gibt es einen Hydranten. „Der würde aber zu wenig Wasser bringen“, machte Einsatzleiter Philipp Straßburger von der Abteilung Wintersulgen im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich. Für den 26-Jährigen war es die erste Übung in dieser Funktion.

Als er im vergangenen Jahr von der Feuerwehrschule kam, haben die Kameraden Philipp Straßburger (rechts) schon angekündigt, dass er dieses Jahr die Einsatzleitung bei der Hauptübung haben wird. Ottmar Simeon (links) hat ihn kräftig unterstützt.
Als er im vergangenen Jahr von der Feuerwehrschule kam, haben die Kameraden Philipp Straßburger (rechts) schon angekündigt, dass er dieses Jahr die Einsatzleitung bei der Hauptübung haben wird. Ottmar Simeon (links) hat ihn kräftig unterstützt. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Er hatte sich das Szenario ausgedacht und zusammen mit Ottmar Simeon, dem Leiter der Führungsgruppe, in die Tat umgesetzt. Und da gehört auch die Annahme dazu, dass man im Ernstfall eine Leitung nach Betenbrunn legen würde und eventuell auch Röhrenbach anzapfen müsste. Bei der Übung verzichtete man darauf. Mit drei wasserführende Fahrzeugen hatte man 3600 Liter Wasser vor Ort.

Im Ernstfall wäre aus diesem Gerät Schaum gekommen, um einen Dieseltank zu schützen. Dafür hätte man die Genehmigung der Leitstelle gebraucht.
Im Ernstfall wäre aus diesem Gerät Schaum gekommen, um einen Dieseltank zu schützen. Dafür hätte man die Genehmigung der Leitstelle gebraucht. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Rund 600 Meter Schlauch mussten ausgelegt werden, um in Brand geratene Geräte und den Maschinenschuppen selbst zu retten. Dass sich direkt daneben noch ein Dieseltank mit 3000 Litern Inhalt befindet, machte die Sache nicht einfacher.

Philipp Straßburger eiferte seinem Vater Markus (von links) nach und ging auch zur Feuerwehr.
Philipp Straßburger eiferte seinem Vater Markus (von links) nach und ging auch zur Feuerwehr. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Unter Atemschutz simulierten die Feuerwehrleute den Einsatz von Löschschaum. „Im Ernstfall müsste man sich den von der Leitstelle genehmigen lassen“, erklärte der 59-jährige Markus Straßburger, der dafür verantwortlich war, die Einsatzfahrzeuge an die richtige Stelle zu dirigieren.

Laut Szenario bauten Gaffer beim Zusehen einen Unfall. So sah das Auto aus, nachdem die Insassen in Sicherheit waren.
Laut Szenario bauten Gaffer beim Zusehen einen Unfall. So sah das Auto aus, nachdem die Insassen in Sicherheit waren. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Gar nicht ungewöhnlich war dabei die Übungsannahme, dass Gaffer vor dem Hof einen Autounfall verursachen. Da mussten am Freitag dann Verletzte aus dem Fahrzeug befreit werden. So wie diejenigen, die im Maschinenschuppen zu Schaden gekommen waren, wurden sie zum Verbandsplatz gebracht, den die DRK-Bereitschaft mit Einsatzleiter Günther Schatz und vielen Ersthelfern eingerichtet hatte.

Wo sonst das Stroh lagert, hatte das Rote Kreuz einen Verbandsplatz eingerichtet, um die Erstversorgung der Verletzten zu bewerkstelligen. Die waren laut Übungsszenario von der Feuerwehr aus dem brennenden Schuppen und aus einem Auto gerettet worden.
Wo sonst das Stroh lagert, hatte das Rote Kreuz einen Verbandsplatz eingerichtet, um die Erstversorgung der Verletzten zu bewerkstelligen. Die waren laut Übungsszenario von der Feuerwehr aus dem brennenden Schuppen und aus einem Auto gerettet worden. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Einsatzleiter Straßburger war mit der Arbeit der Kollegen vom Roten Kreuz hoch zufrieden. „Das war tipptopp, was die Kameradinnen und Kameraden da geleistet haben. Besser kann eine Zusammenarbeit nicht laufen“, stellte er anerkennend fest.

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Auch Bürgermeister Frank Amann war voll des Lobes. Beim anschließenden Vesper hob er den hohen Stellenwert des Ehrenamts bei den Rettungsdiensten hervor.

Werner Waibel
Werner Waibel | Bild: Karlheinz Fahlbusch

„Tagesverfügbarkeit ist relativ gut“

Werner Waibel aus Hattenweiler ist Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenberg.

Herr Waibel, wie setzt sich Ihre Feuerwehr zusammen?

Wir verfügen über die drei Abteilungen Heiligenberg, Wintersulgen und Hattenweiler mit insgesamt über 50 Einsatzkräften, darunter auch einige Frauen. Rund zehn Mitglieder gibt es bei der Jugendfeuerwehr. Das waren schon mal mehr. Da könnten wir noch Unterstützung brauchen, denn da geht es zwar auch um den Spaß, aber es soll auch etwas gelernt werden. Schließlich wird da auch der Nachwuchs für die Aktiven herangezogen. Viele kommen aus Feuerwehrwehrfamilien.

Wie sieht es mit der Tagesverfügbarkeit aus?

In Wintersulgen und Hattenweiler ist die relativ gut. Da haben wird ortsansässige Landwirte und Handwerker als Einsatzkräfte. In Heiligenberg sieht es etwas schlechter aus, weil dort nicht wenige unserer Leute auswärts arbeiten.

Wie sieht es mit der Ausrüstung aus?

Wir sind da eigentlich zufrieden. Unser ältestes Fahrzeug ist das der Abteilung Wintersulgen. Das ist schon über 20 Jahre alt und soll demnächst ersetzt werden. Wir überlegen schon, was man da macht. So eine Ersatzbeschaffung dauert in der Regel aber einige Jahre, weil da viele Dinge, wie auch die möglichen Zuschüsse, vorher geklärt werden müssen. Bis dahin ist das vorhandene Fahrzeug dann wohl 30 Jahre alt.