So groß waren die Unterschiede bei den beiden Kandidatenvorstellungen von Bürgerliste und CDU nicht. Beide im Sennhof, beide mit Moderatoren, beide in etwa von gleicher Dauer. Nur in Sachen Besuchern unterschieden sie sich etwas. Die Bürgerliste konnte am Donnerstagabend auf einen übervollen Medienraum im Sennhof verweisen und die CDU musste sich mit weniger als der Hälfte an Besuchern zufriedengeben.

Was dem unbeteiligten Beobachter auffiel: Unterschiede in den Programmen und Vorstellungen kann man eigentlich nicht erkennen. Alle Kandidaten beschworen die Gemeinschaft, eine positive Weiterentwicklung der Gemeinde und machten deutlich, dass sie sich alle in Heiligenberg unheimlich wohlfühlen. Konflikte taten sich keine auf. Das macht deutlich: Am 26. Mai dürfte es im Höhenluftkurort und seinen zahlreichen Ortsteilen um eine Persönlichkeitswahl gehen.

Die Vorstellung der CDU: Moderator Volker Mayer-Lay, Alexandra Pfeifer, Julia van Stryck, Martin Duelli, Joachim Fetscher, Oliver Hölz, Wilfried Jerg, Michael Moser, Hubert Nadler, Thomas Ott, Bruno Schatz, Dominik Sonntag und Hubert Störkle.
Die Vorstellung der CDU: Moderator Volker Mayer-Lay, Alexandra Pfeifer, Julia van Stryck, Martin Duelli, Joachim Fetscher, Oliver Hölz, Wilfried Jerg, Michael Moser, Hubert Nadler, Thomas Ott, Bruno Schatz, Dominik Sonntag und Hubert Störkle. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Bürgerliste hatte SWR-Reporter Alfred Knödler als Moderator engagiert. Der versuchte immer wieder, die Kandidaten auf Probleme in der Gemeinde anzusprechen. Gibt es da keine? Offensichtlich nicht. Beim Hinweis auf die Unterbringung von Flüchtlingen war zwar zu erfahren, dass man da noch Nachholbedarf habe, aber Probleme? Nichts in Sicht. Klar, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist verbesserungswürdig. Da waren alle Kandidaten für einen Ausbau. Man will aber eine realistische Ausweitung anstreben und keine Luftschlösser bauen. Selbstkritisch gaben aktuelle Gemeinderäte zu, dass das Angebot eigentlich besser ist als sein durchaus schlechter Ruf. Da habe man kürzlich in einer Sitzung des Gemeinderates erfahren. Was fehle, das sei die Information für die Bürger. Da sind nun Verbesserungen geplant.

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Nur bei der Bürgerliste ging es um das Thema Windräder. Claudia Schacht, hauptberuflich Referentin des Landtagsabgeordneten Martin Hahn von Bündnis 90/Grüne sprach sich für die Rotoren aus. Einen großen Aufschrei im Publikum gab es da nicht. Die 49-Jährige hatte deutlich gemacht, dass man Windkraft nicht verteufeln soll, dass aber gesetzliche Vorgaben unbedingt einzuhalten sind. Menschen dürften keinen Schaden erleiden. Als „echte Katastrophe“ bezeichneten Zuhörer dagegen die Verkehrsbelastung. Die Motorräder an den Wochenenden und die Lastwagen an den Werktagen seien unerträglich. Die Kandidaten stimmten dem zu, aber eine Lösung hatten sie auch nicht parat. Wie auch einen Tag später bei der CDU schob man die Verantwortung dem Landratsamt als Verkehrsbehörde zu. Die Aufstellung von mehr Geschwindigkeitsmessanlagen will man aber überdenken.

Fragen zum Thema Wohnraum

Bei den vielen Fragen aus dem Publikum ging es auch um bezahlbaren Wohnraum und Erleichterungen, wenn man auf einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Grundstück bauen will. Und was geschieht mit dem Post-Areal? Da soll es eine Mischung aus Hotel und Wohnen geben. Doch wer kann sich da eine Wohnung an so exponierte Stelle leisten? „Das Projekt kommt in Kürze zum Abschluss“, betonte Gemeinderat Thorsten Schneider. Sicher sei, dass es keine Wellness- oder Gesundheitsanlage werden soll. Auch die Einkaufssituation war ein Thema. Kommt der Nahversorger oder kommt er nicht?

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„Da sind wir schon 30 Jahre dran“, betonte tags darauf CDU-Gemeinderat Michael Moser. Man sei da jetzt auf der Zielgeraden. Wie man regionale Produkte in so einen Markt bringen kann, oder wie man sonst die Lebensmittel, die praktisch vor der Haustür erzeugt werden, den Heiligenbergern noch besser zugänglich machen kann, das ist bei der CDU ein Thema, was wohl auch damit zusammenhängt, dass dort mehrere Landwirte kandidieren. Sie sind auch gegen einen Landschaftsverbrauch und regten an, dass man ehemalige landwirtschaftliche Gebäude durchaus zu Wohnraum umbauen könnte. Das wäre dann auch ein positiver Beitrag zum Thema „Verdichtung“. Die CDU-Kandidaten haben sich auch die Nutzung leer stehender Wohnungen und Häuser auf die Fahnen geschrieben. Man brauche unbedingt mehr Mietwohnungen in der Gemeinde. Und das gelte keineswegs nur für den Kernort.

Bei den Kandidatenvorstellungen in Heiligenberg ging es unter anderem um die Verkehrsbelastung in dem Luftkurort. Die Motorräder an den Wochenenden und die Lastwagen an den Werktagen seien unerträglich, hießt es.
Bei den Kandidatenvorstellungen in Heiligenberg ging es unter anderem um die Verkehrsbelastung in dem Luftkurort. Die Motorräder an den Wochenenden und die Lastwagen an den Werktagen seien unerträglich, hießt es. | Bild: Achim Mende

Die Frage nach der Ausweitung von Gewerbegebieten wurde grundsätzlich positiv bewertet. Allerdings sind die Möglichkeiten nicht sehr groß und die Nachfrage ist verhalten. Ganz anders bei den Radwegen. Die Teilorte sollten da mit sicheren Verbindungen an den Hauptort angeschlossen werden. Dann könnten auch Kinder und Jugendliche ungefährdet ins Freibad kommen, das von allen Kandidaten als Aushängeschild für die Gemeinde gesehen wird. Moderator Volker Mayer-Lay, er ist auch Kreisvorsitzender der CDU im Bodenseekreis, wies zum Schluss noch einmal auf die Europawahlen hin, aber an ansonsten war wenig von Parteipolitik zu spüren. Und: Sowohl die CDU als auch die Bürgerliste waren sich darin einig, dass in den vergangenen Jahren eine gute Kommunalpolitik gemacht wurde und Heiligenberg über eine hohe Lebensqualität verfüge.

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