Eigentlich haben sich Mitglieder des Vereins Musik und Kultur Heiligenberg (MuK) zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen, um den Verein aufzulösen. Dazu kam es aber nicht. Der Versammlung war Ende Oktober eine reguläre Generalversammlung vorausgegangen, in der die aktuelle Schieflage des Vereins erläutert wurde. Diese war nach Schilderungen der Vorstandsmitglieder in finanziellen und personellen Engpässen sowie in teilweise magerem Veranstaltungsbesuch begründet. Carmen Amann, für die finanziellen Angelegenheiten zuständig, fasste die Gründe zusammen, warum der Vorstand zu dem Entschluss gekommen war, den Verein besser aufzulösen.

Termingerecht vor der Versammlung erreichte den Verein ein Schreiben des Mitglieds Udo-Rainer Follert, der vorschlug, den Verein nicht aufzulösen, sondern dessen Aktivitäten ruhen zu lassen, um Zeit zu gewinnen, den Verein neu aufzustellen, ihm noch eine Chance zu geben. Follert begründete dies damit, dass der Verein vorbildliche Kulturarbeit geleistet habe und es für ihn unverständlich sei, ihn aufzulösen.

Der Vorsitzende Jochen Wehner nannte zwei Probleme, die der Verein habe. Zum einen sei es durch Weg- und Rückzug zweier Vorstandsmitglieder zu einer schwierigen Personalsituation gekommen. Dadurch sei die Belastung für die Vorstandsmitglieder Carmen Amann und Isabel Meyer auf ein unzumutbares Maß gestiegen und habe zu einer Zermürbung geführt. Zum anderen, so meinte Wehner, habe der Verein Pech mit den Finanzen gehabt.

Dem widersprach Carmen Amann teilweise. Der Verein stehe finanziell nicht schlecht da. Er sei ja gegründet worden, um wenig bekannten Künstlern eine Plattform bieten zu können, ohne Gage zwar, aber mit der Übernahme des finanziellen Risikos der Saalmiete. Herbert Eppler konstatierte, dass ein Verein das beste Vehikel sei, um ideelle Ziele umzusetzen. Die Satzung sollte allerdings von einem Profi sein, da biete er seine Hilfe an. Nach einer Satzungsreform könne man überlegen, mit welchem Programm man an die Öffentlichkeit gehe. Der Verein brauche Ruhe und reduzierte Aktivitäten, bis die Satzung geändert und eine neue personelle Situation geschaffen sei.

Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, dass die beiden Vorsitzenden Wolfgang Bergemann und Jochen Wehner den Verein weiterführen. Der Verein bleibt Veranstalter des Frühlingskonzerts und einer kleinen Reihe von Kirchenkonzerten. Weitere Veranstaltungen sind vorerst nicht geplant. Die kommenden Monate sollen genutzt werden, Reformen wie eine Satzungsänderung umzusetzen und ein neues Team aufzustellen, das den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser führt.

Der Verein

Der Verein Musik und Kultur wurde von sieben Mitgliedern am 7. Juli 2013 gegründet. Vereinszweck ist die Pflege der Kultur im weitesten Sinne. Sie umfasst die Organisation von Konzerten von Klassik über Pop bis Jazz sowie Veranstaltungen wie Schauspiel, Dichtkunst und sonstige angewandte Kunst. Ferner möchte der Verein junge Talente fördern, besonder Musiker und Dichter. Derzeit hat der Verein 35 Mitglieder. Dringend werden fördernde und mitwirkende Mitglieder gesucht, Letztere insbesondere, um die anstehende Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. Ansprechpartner ist Wolfgang Bergemann, Telefon 0 75 52/9 37 98 71, E-Mail wb.begegnung@googlemail.com