Es war eine emotionale Veranstaltung, bei der es auch Rück- und Ausblicke gab und einen Ehrengast, mit dem nicht jede Gemeinde aufwarten kann. Erbprinz Christian zu Fürstenberg, der im Schloss in Heiligenberg wohnt, hatte extra einen anderen Termin abgesagt, um seine Verbundenheit mit der Gemeinde deutlich zu machen.

Die Musikkapelle Wintersulgen unterhält.
Die Musikkapelle Wintersulgen unterhält. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Amann erinnerte an die erfolgreichen Projekte der vergangenen Legislaturperiode, wie die Erschließung des Baugebietes Amalienhöhe und die Sanierung des Freibades verbunden mit einem neuen Energiekonzept. Neue Spielplätze, Gas- und Glasfaserversorgung, Radwege und das Dorfgemeinschaftshaus in Hattenweiler hatten dem Gemeinderat viele Diskussionen beschert. Ohne Kompromisse sei es nicht gegangen und die Sache mit den neuen Windkraftanlagen bei Hilpensberg sei noch nicht ausgestanden. 64 öffentliche und 35 nichtöffentliche Sitzung mussten die Gemeinderäte absolvieren. Und die seien immer mit gegenseitigem Respekt abgelaufen.

Lob für respektvolles Miteinander

Claudia Schacht, die Frank Amann als „sehr quirlig, immer freundlich und sehr aufgeschlossen“ bezeichnete, wurde ebenso wie Julia von Stryk (Amann: „Ihre Steckenpferde waren Kinder und Jugendliche und der ÖPNV“) nicht mehr ins Gemeindeparlament gewählt. Beide lobten in persönlichen Worten das respektvolle Miteinander und die positiven Erfahrungen, die sie gemacht haben.

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Bundesverdienstkreuzträger Manfred Hornstein war bereits an seinem vorherigen Wohnort Föhrenbach 20 Jahre im Gemeinderat gewesen, in Heiligenberg hatte er nochmals 15 Jahre draufgesattelt und in dieser Zeit dem Bürgermeister beigebracht, dass man „einen Schnaps in sieben Zügen trinkt“, wie das Gemeindeoberhaupt sich erinnerte.

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Heinrich Stengele saß 30 Jahre am Ratstisch, habe sich nicht verbiegen, aber durchaus belehren lassen, wie der Bürgermeister feststellte. Sieben Mal wurde Lorenz Duelli in den Gemeinderat gewählt. Das Gespräch mit den Bürgern sei ihm immer sehr wichtig gewesen und er habe auch dafür gesorgt, dass das kreisweite Erntedankfest immer in Heiligenberg stattfinde, wie Amann lobend erwähnte.

Heinrich Stengele (links) wird von Bürgermeister Frank Amann für 30 Jahre Tätigkeit im Gemeinderat mit einer Ehrenurkunde des Gemeindetags ausgezeichnet.
Heinrich Stengele (links) wird von Bürgermeister Frank Amann für 30 Jahre Tätigkeit im Gemeinderat mit einer Ehrenurkunde des Gemeindetags ausgezeichnet. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz
Voll besetzt ist der Sennhof bei der Verabschiedung der Gemeinderäte.
Voll besetzt ist der Sennhof bei der Verabschiedung der Gemeinderäte. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Ebenfalls fünf Perioden saß Alfred Rock am Ratstisch. „Streit ist nicht sein Ding, er hat es mit der Diplomatie“, erinnerte sich der Bürgermeister und auch, dass ihn sein Stellvertreter immer irgendwie an den Knecht Alfred aus Astrid Lindgrens Geschichten um „Michel aus Lönneberga„ erinnert habe.

Von der Gemeindereform bis heute

Rock hatte in viel Kleinarbeit eine Präsentation zusammengestellt, die von der Gemeindereform bis zur Gegenwart reichte und ein Wiedersehen mit Menschen, Entwicklungen und Begebenheiten ermöglichte, die prägend für Heiligenberg und seine Teilorte waren. Was er da in launigen Worten vorstellte, das gibt es auch in Buchform. Zusammen mit einfühlsamen Klavierspiel und der Präsentation des neuen Imagefilms war es ein nachdenklicher, aber auch unterhaltsamer Abend mit der Harmonie, die man von Heiligenberg kennt.

Alfred Rock (vorne rechts) hat eine Präsentation mit Bildern, Dokumenten und Zeitungsausschnitten vorbereitet und nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise mit vielen Facetten und Gesichtern, die die Gemeinde geprägt haben. Das Werk gibt es auch in Buchform.
Alfred Rock (vorne rechts) hat eine Präsentation mit Bildern, Dokumenten und Zeitungsausschnitten vorbereitet und nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise mit vielen Facetten und Gesichtern, die die Gemeinde geprägt haben. Das Werk gibt es auch in Buchform. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz