Zu einem Frauenfrühstück im Hotel Heiligenberg haben sich vor Kurzem zahlreiche Bürgerinnen getroffen, die sich mit den Kandidatinnen für die Gemeinderatswahl unterhalten wollten. 24 Heiligenberger bewerben sich um einen Sitz im neuen Gremium und sechs davon sind Frauen. Das sind 25 Prozent. Eine Quote, die auch im aktuellen zwölfköpfigen Gremium erreicht wird. Trotzdem stellte die ehemalige Gemeinderätin Gerlinde Kriese fest: „Frauen sind unterrepräsentiert.“

Immerhin bildeten sie über 50 Prozent der Bevölkerung. Sollten es Claudia Schacht, Maria Morgen, Melanie Lohmeyer, Corinna Höhn (alle Bürgerliste), Alexandra Pfeifer und Julia von Stryk (beide CDU) ins Gremium schaffen, dann wäre der Frauenanteil bei 50 Prozent. Eine illusorische Vorstellung? Man müsse Geduld haben, war die einhellige Meinung, denn das Rollenbild wandle sich. Neue Arbeitszeitmodelle und Männer, die sich mehr um Familie und Erziehung kümmern wollen, seien da sehr hilfreich.

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Gemeinderätinnen sehen gutes Miteinander im Gremium

Die aktuellen Gemeinderätinnen Claudia Schacht, Maria Morgen und Julia von Stryk erzählten von dem aus ihrer Sicht meist guten Miteinander im Gremium, machten aber auch deutlich, dass man sich Sachkenntnis aneignen müsse, wolle man bei den männlichen Kollegen punkten. Und es sei wichtig, den Mund aufzumachen.

Kritik am öffentlichen Nahverkehr

Auf kommunalpolitischer Ebene sehen sie Heiligenbergerinnen vor allem zwei Herausforderungen für die Zukunft: die Themen Barrierefreiheit und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Bei beidem gebe es in der Gemeinde noch viel zu tun, waren sich die Frauen einig. Gerade der ÖPNV fordere immer wieder zu Kritik heraus. Fahrpläne, die kein Mensch verstehe, seien nicht hilfreich. „Und nicht jeder will auf seinem Handy rumdaddeln, wenn er nach Überlingen fahren will“, stellte Gerlinde Kriese fest, die das Treffen organisiert hatte.

Forderung nach mehr Miteinander

In Heiligenberg müsse es künftig trotz aller guten Entwicklungen noch mehr Miteinander geben, zeigten sich die Frauen ebenfalls einig. Das gelte auch im Umgang mit den Ortsteilen. Um den Austausch zu fördern, müssten deutlich mehr Buslinien und Radwege entstehen.

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