Wenn alles gut läuft, dann kann die Gemeinde in diesem Jahr mit einem Verkaufserlös von 130 000 Euro bei der Holzernte rechnen. Dies prognostizierte Forstamtsleiter Michael Strütt vom Landratamt Bodenseekreis in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, bei der auch der Forstwirtschaftsplan 2019 beschlossen wurde.

Hauptamtsleiter Gerhard Sing, Bürgermeister Frank Amann, Forstamtsleiter Michael Strütt vom Landratsamt Bodenseekreis, Revierleiter ...
Hauptamtsleiter Gerhard Sing, Bürgermeister Frank Amann, Forstamtsleiter Michael Strütt vom Landratsamt Bodenseekreis, Revierleiter Walter Städele und Kämmerer Andreas Irmler (von links) über den Forstwirtschaftsplan. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Für die Holzfällung und Holzaufbereitung entstehen allerdings Kosten in Höhe von 52 000 Euro, für Waldkulturkosten sind 27 000 Euro veranschlagt und für Waldschütz und Bestandspflege muss die Gemeinde mit 9000 Euro rechnen. Zieht man noch die Personalkosten und Steuern ab, dann dürfte ein Überschuss von 18 300 Euro realistisch sein. Im vergangenen Jahr warf der Gemeindewald sogar mehr Geld ab als geplant. Statt 149 100 Euro waren es dann tatsächlich 185 000 Euro.

Holz wurde rechtzeitig verkauft

„Das Holz wurde rechtzeitig verkauft, bevor der Preis gefallen ist“, machte Strütt als Grund aus. Positiv zum Ergebnis trug auch der Borkenkäfer bei. Der hielt sich nämlich im Gemeindewald deutlich zurück. Heiligenberg hatte deutlich weniger Käferholz als andere Gemeinden. „Da hatten wir Glück im Unglück“, machte der Mann von der Forstverwaltung deutlich. Andere Gemeindewälder hätten durch Borkenkäferbefall deutlich stärker gelitten.

300 Bäume hat die Gemeinde durch Sturm verloren. Trotz guter Absatzlage für Schnittholz übersteigt das Schadholzaufkommen die Verarbeitungskapazität der Sägeindustrie, betonten Michael Strütt und Revierleiter Walter Städele. Dazu würden Billigimporte von Schadholz aus dem Osten und aus Italien zusätzlich den heimischen Markt belasten. Engpässe gebe es bei der Holzabfuhr und auch die Holzentwertung durch Überlagerung sei ein Thema. Dazu komme noch der Preisdruck durch Käferholz. Noch in vielen Regionen ungeklärt ist der Umfang der Schneebruchschäden im Januar.

Vergangenes Jahr wurde der Wald geprüft: Michael Strütt, Amtsleiter Wald und Forst im Bodenseekreis, Markus Kramer, Forstanwärter im ...
Vergangenes Jahr wurde der Wald geprüft: Michael Strütt, Amtsleiter Wald und Forst im Bodenseekreis, Markus Kramer, Forstanwärter im Bodenseekreis, Alfred Raunecker, Forstsachverständiger und Auditor, und Walter Städele, der Kreisrevierförster. | Bild: Julian Kares

Was kann man im Jahr 2019 erwarten? „Wir wissen es wirklich nicht“, gab Michael Strütt zu. Es sei viel Holz aus dem Ausland auf dem Markt und auch der Borkenkäfer bleibe weiterhin ein Thema. Der ist vor allem von April bis November aktiv. Im vergangenen Jahr gab es drei voll entwickelte Käfergenerationen.

Michael Strütt: „Die Prognosen sind nicht günstig“

Viele Insekten seien auch noch vor der Vollentwicklung gewesen und werden alle überleben. Strütt betonte: „Die Prognosen sind nicht günstig.“ Trotz guter Absatzlage für Schnittholz übersteigt das Schadholzaufkommen die Verarbeitungskapazität der Sägeindustrie. Die Nachfrage sei allgemein aber gut bis sehr gut. „Die Esche ist der Renner – trotz Eschensterben“, betonte Strütt. Beim Brennholz erlebe man derzeit einen neuen Boom.

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Der Forstwirtschaftsplan der Gemeinde sieht für das laufende Jahr einen Einschlag von 2000 Festmetern vor. Ob man diese Menge aber erzielen kann, das wissen die Forstleute noch nicht. Mit rund 158,3 Hektar gehört Heiligenberg nicht zu den großen Waldbesitzern. Die Fläche auszuweiten wäre aber durchaus ein Wunsch der Gemeinde. „Wenn es Sinn macht, dann kaufen wir auch Waldflächen dazu“, betonte Bürgermeister Frank Amann.