Nur zufriedene Gesichter gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Heiligenberg. Kein Wunder, der von Kämmerer Andreas Irmler vorgelegte Rechnungsabschluss für das Jahr 2018 hatte durchweg positive Ergebnisse zu verzeichnen. Bei einem Gesamtvolumen von rund 8,9 Millionen Euro konnte ein Überschuss von rund 710 000 Euro erzielt werden.

Und bei den Gewerbesteuereinnahmen wurde erstmals mit rund 1 110 000 Euro die Ein-Millionen-Grenze geknackt. „Das spricht für unsere Betriebe, die sich auf dem Markt sehr gut behaupten können“, stellte Bürgermeister Frank Amann mit Genugtuung fest. Es seien die Mittelständler, die für finanziellen Spielraum der Gemeinde sorgten, denn Industriebetriebe gebe es in Heiligenberg nicht.

Schulden unter dem Durchschnitt

Seit 2006 wurden keine neuen Kredite im Gemeindehaushalt aufgenommen und die Verbindlichkeiten konnten im Jahr 2018 weiter reduziert werden. Der Darlehensstand betrug 992 500 Euro und damit 326 Euro je Einwohner. „Wir sind damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, freute sich der Rathauschef. Und zusätzlich hat man noch 422 500 Euro als Finanzreserve, was Spielraum für Investitionen gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Bislang wird im Luftkurort noch nach dem kameralen System gerechnet. Deshalb gibt es noch die Trennung nach Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Das Ergebnis des Verwaltungshaushaltes für das Jahr 2018 hat ein Gesamtvolumen von rund 6,78 Millionen Euro. Das gute Ergebnis resultiert insbesondere aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer (plus 517 500 Euro), bei den Schlüsselzuweisungen (plus 15 200 Euro) und bei den Holzerlösen (plus 52 900 Euro) im Vergleich zum beschlossenen Haushaltsplan.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehrausgaben entstanden im Bereich der Betreuung von Kindern aus der Gemeinde Heiligenberg in Tageseinrichtungen von Nachbargemeinden (rund 20 000 Euro), der Unterhaltung des Freibades (Gebäude, Technik mit rund 25 000 Euro), bei der Straßenunterhaltung (rund 19 200 Euro) und der Gewerbesteuerumlage (rund 29 700 Euro). Ein großer Batzen im Haushalt jeder Gemeinde sind die Personalkosten. Mit rund 1 165 600 Euro blieb man aber unter dem Planansatz von 1 178 800 Euro.

Zahlreiche Baumaßnahmen

Der Vermögenshaushalt 2018 schloss mit einem Ergebnis von rund 2,09 Millionen Euro ab. Rund 1 641 000 Euro wurden in Baumaßnahmen investiert. Im Fokus standen sechs Projekte. So schlug die Erschließung des Baugebietes Sonnenhang mit 201 600 Euro zu Buche. Für den dritten und vierten Bauabschnitt Umbau Freibad gab die Gemeinde 401 500 Euro aus. 308 000 Euro mussten für das neue Freizeitareal mit Kinderspielplatz und Minispielfeld investiert werden. Für die Sanierung von Gemeindestraßen und den Ausbau des Radwegenetzes waren 290 800 Euro fällig. 160 900 Euro war der Gemeinde die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LEDs Wert.

Rücklagen stimmen

Um diese Maßnahmen zu stemmen, mussten keine Schulden aufgenommen werden. Die letzte Kreditaufnahme liegt mit dem Jahr 2005 schon sehr lange zurück. Zum 31. Dezember vergangenen Jahres betrug die allgemeine Rücklage rund 422 500 Euro. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestrücklage von 126 700 Euro.

Verluste bei Eigenbetrieben

Beim Eigenbetrieb Wasserversorgung musste ein Jahresverlust von 56 917 Euro verzeichnet werden. Dieser resultiert aus den Investitionen, die noch immer für die Sanierung des Leitungsnetzes nötig sind. Auch beim Eigenbetrieb Abwasser hat man einen Verlust zu verzeichnen, dieser beträgt 115 212 Euro.

Rechnungsabschluss 2018

Wichtigste Einnahmequellen im Jahr 2018 waren:

Schlüsselzuweisungen vom Land mit 1 443 700 Euro, Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 1 440 800 Euro, Gewerbesteuer mit 1 117 500 Euro, Grundsteuer A und B mit 319 600 Euro, Investitionspauschale als Zuweisung vom Land mit 304 000 Euro, Zuweisung vom Land für den Kindergartenbetrieb mit 234 300 Euro, Holzerlöse aus dem Gemeindewald mit 202 000 Euro

Wichtigste Ausgabepositionen:

Personalkosten mit rund 1 165 600 Euro, Kreisumlage mit 1 221 300 Euro, Finanzausgleichsumlage an das Land mit 843 500 Euro, Gewerbesteuerumlage mit 168 700 Euro, Betriebskostenzuweisungen an die Träger der Kindergärten mit 511 100 Euro, Holzfällung, Waldkulturkosten, Forstverwaltungsbeitrag mit 86 900 Euro, Straßenunterhaltung mit 79 200 Euro (kf)