Heiligenberg – Erneut hat sich der Gemeinderat Heiligenberg in der aktuellen Sitzung mit dem Bebauungsplan "Am Sonnenhang" in Heiligenberg-Steigen befasst. In der Sitzung ging es konkret um die Abwägungen der im Rahmen der vierten Offenlage vom 13. Februar bis 15. März eingegangenen Bedenken und Anregungen. Diese wurden von der Stadtplanerin Sabine Geerds (Planstatt Senner) einzeln vorgelesen und durch ihren Vorschlag ergänzt.

Geerds wies darauf hin, dass die in der Gemeinderatssitzung vom 14. März gefassten Beschlüsse als Ergebnis aus der dritten Offenlage in den Planentwurf eingearbeitet worden seien. Dies umfasse beispielsweise den Wegfall der Baumbepflanzung am "Quartierplatz" sowie den Wegfall des Wirtschaftswegs am westlichen Rand des Plangebiets. Darüber hinaus sei durch die Verlängerung des Gehwegs in westlicher Richtung bis zur Straße "Sonnenhalde" eine Erweiterung des Plangebiets erforderlich gewesen, um Baurecht für den Gehweg erlangen zu können, erläuterte Geerds.

In den aktuellen Stellungnahmen der Behörden habe das Regierungspräsidium Tübingen keine grundsätzlichen Einwendungen erhoben – bis auf die genannte Erweiterung des Geltungsbereichs. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die Gemeinde entsprechenden Grunderwerb zu veranlassen habe. Die Gemeinde müsse zudem Bau- und Unterhaltslast übernehmen, hieß es vom Regierungspräsidium. Die Telekom habe sich eine Mitteilung drei Monate vor Erschließungsbeginn erbeten, um einen Ausbau des Telekommunikationsnetzes betreiben zu können, schilderte Geerds. Die benachbarten Gemeinden Herdwangen-Schönach, Pfullendorf und Salem hätten keine Bedenken und Anregungen vorgebracht, sagte Geerds.

Von privater Seite seien zwei Stellungnahmen von Bürgern eingegangen, die in der Sonnenhalde wohnen. Inhaltlich seien diese Stellungnahmen nahezu identisch und würden sich auf die Erhöhung der Grundflächenzahl, der Anzahl der Wohneinheiten und Vollgeschosse sowie die Verkehrs- beziehungsweise Kreuzungssituation im Bereich Sonnenhalde/Am Bühl beziehen. Diesen Stellungnahmen würde jedoch nicht entsprochen und die Planvorgaben nicht geändert, erläuterte Geerds. Die Erhöhung der Grundflächenzahl sei bewusst heraufgesetzt worden, da es das Ziel der Gemeinde sei, ein Wohnraumangebot für unterschiedliche Nutzer und Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen. Durch geschickte architektonische Lösungen wie etwa der Unterbringung der Parkplätze im Hanggeschoss ließen sich praktikable Lösungen finden. Die Zulässigkeit von zwei statt einem Vollgeschoss sei bewusst gewählt worden, um mehr Wohnflächen zu schaffen. Dies entspräche dem Gebot des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden, so Geerds.

Sehr wichtig sei, dass sich die maximal zulässigen Firsthöhen nicht geändert hätten, sondern nur, dass das bislang als Dachgeschoss vorgesehene Geschoss jetzt zum Vollgeschoss werden kann, erklärte Geerds. Die Erhöhung auf bis zu fünf Wohneinheiten entspräche den im Baugesetzbuch vorgegebenen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Die Gemeinde habe sich bewusst entschieden, Gebäude mit mehreren Wohneinheiten zuzulassen, um ein differenziertes Angebot an Wohnungen zuzulassen, erklärte Geerds. Zur Verkehrssituation am Kreuzungspunkt AmBühl/Sonnenhalde/Stichstraße/Sonnenhang verwies Geerds auf die Beurteilung der Polizei, die diese Situation in ihrer Stellungnahme als unkritisch beurteilt hatte. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat die Abwägungen und beschloss eine um zwei Wochen verkürzte, fünfte Offenlage des Planentwurfs vom 8. bis 22. Mai im Rathaus. Erneute Stellungnahmen sind nur noch zu den geänderten Planteilen zulässig.