Muss der Wassermeister ein so ein großes Auto fahren? Diese Frage tauchte in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf. Ein Einwohner hatte nachgerechnet und war zu dem Ergebnis gekommen, dass er wohl zwei bis drei Cent pro Kubikmeter Wasser für das Fahrzeug bezahlen muss, das seiner Ansicht eindeutig überdimensioniert ist. Bürgermeister Frank Amann konnte der Argumentation nicht folgen.

Elektronische Überwachung keine Alternative

Wassermeister Bernd Speth fährt täglich alle sechs Hochbehälter und die vier Pumpstationen ab. Die Kontrolle muss sein. Denn es gibt keine Möglichkeit, Überprüfungen digital zu erledigen. Weder Hochbehälter noch Pumpstationen sind an entsprechende Datenleitungen angebunden. So etwas wäre technisch möglich, aber mit sehr großen Kosten verbunden. Also ist der persönliche Augenschein wichtig. Und das an sieben Tagen pro Woche. Manche Einrichtungen der Wasserversorgung sind nur schwer erreichbar. "Bei Schnee oder starkem Regen hat man da ohne Allrad keine Chance", sagt Speth. In Heiligenberg handelt es sich dabei um einen Ford Ranger Pickup mit 160 PS. Auf der Ladefläche haben auch Werkzeug und ein Notstromaggregat Platz, das immer wieder zum Einsatz kommt. "Bei einem Rohrbruch in freiem Gelände ist der Ford unbedingt erforderlich", bestätigt auch Bauhofleiter Thomas Haupter.

Mehrwertsteuer gibt es vom Finanzamt zurück

Der Pickup hat eine Anhängelast von 3,5 Tonnen und wird auch für den Bauhof eingesetzt. Einen Anhänger mit dem Minibagger drauf zieht der Ford problemlos. Auch die Hebebühne, die der SÜDKURIER in Röhrenbach im Einsatz sieht. Dort wird die Beleuchtung vom Weihnachtsbaum entfernt. Ein Allradfahrzeug hat man schon viele Jahre und ist sehr zufrieden damit. Doch wie sieht es mit den Kosten aus? "Die monatliche Leasingrate beträgt 253,39 Euro netto", stellt der Bürgermeister fest. Die Mehrwertsteuer bekommt man wieder vom Finanzamt zurück, weil die Wasserversorgung ein Eigenbetrieb sei. Bei 170 000 Kubikmeter Wasser im Jahr zu 1,45 Euro mache das etwa 2 Cent pro Kubikmeter für den Bürger aus. Allerdings verrechnet die Gemeinde die Einsätze für den Bauhof, wie Kämmerer Andreas Irmler erklärt. Die Belastung pro Kubikmeter Wasser reduziere sich dadurch.